Drohne mit PÀckchen auf blauem Himmel© sarawuth702 / iStock / Getty Images Plus
In Zukunft könnten dringend benötigte Medikamente per Drohne bis an die HaustĂŒr geliefert werden.

Labfly

DROHNEN: WIE MEDIKAMENTE BALD VOM HIMMEL FLIEGEN KÖNNTEN

Mit dem Rezept zur Apotheke und von dort aus den Patient*innen. Das machen heute oft PflegekrĂ€fte oder Angehörige. In Zukunft könnte diese Aufgabe von moderner Drohnen-Technik ĂŒbernommen werden.

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Wer einen kranken Angehörigen hat, kennt das Problem womöglich: Es ist spĂ€t am Abend, Wochenende oder Feiertag und dennoch mĂŒssen schnell Medikamente her – etwa, um Schmerzen zu lindern. Vor allem in lĂ€ndlichen Regionen kann das schwer bis unmöglich sein. Ein Forschungsprojekt will nun Abhilfe schaffen. Mit Medikamentenlieferungen per App, die wenig spĂ€ter ĂŒber Drohnen vom Himmel fallen. 

Schon seit 2019 beschÀftigt sich das Berliner Unternehmen Labfly damit, wie Drohnen eingesetzt werden können, um Medikamente im Flug zu Patient*innen zu bringen.
In Dessau konnten bislang 20 Patientinnen aus der Luft heraus beliefert werden. 

Mutige Vision: Medikamentenlieferungen per Drohnen

Die Vision von Labfly-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Fischer ist, dass die Drohnen irgendwann auch zu Menschen nach Hause fliegen. Das ist bislang nicht möglich, denn wenn die Drohne kommt, muss sowohl an der Apotheke als auch bei Patient*innen geschultes Personal vor Ort sein.

Momentan ist es also nur möglich, Medikamente zu Patient*innen zu fliegen, wenn die Kranken in Einrichtungen wie Pflegeheimen oder Hospizen leben. 

Der Körper der Palli-Drohne wird von einem 3D-Drucker hergestellt.

Die Drohne wiegt rund acht Kilogramm und trĂ€gt die maximal ein Kilo schwere Medikamentenlieferung im Bauch. Über dem Abwurfort schwebend öffnet sich ihr Korpus und das PĂ€ckchen fĂ€llt zu Boden. 

Steuerung der Medikamenten-Drohnen von Berlin aus

Grundlage dafĂŒr, dass Medikamente per Drohne durch die Luft schweben und abgeworfen werden können, sind Genehmigungen. Das Luftfahrt-Bundesamt hat Fischer zufolge vor Kurzem eine Abwurfgenehmigung fĂŒr Medikamente ĂŒber besiedeltem Gebiet erteilt. Ihm nach ist es damit zum ersten Mal in Deutschland möglich, dass eine Drohne im Dienst von Apotheken fliegt.

Andere Drohnen seines Unternehmens fliegen in der SchwĂ€bischen Alb schon mehrfach tĂ€glich Laborproben von KrankenhĂ€usern umher. Die Piloten der Drohnen sitzen in Berlin. Nun soll der Einsatz im Regelbetrieb von Heimen und Hospizen folgen. Die hĂ€usliche Pflege ist dann das nĂ€chste Ziel. Bis dahin mĂŒssen laut Fischer jedoch noch einige HĂŒrden genommen werden – unter anderem sind weitere Genehmigungen nötig.

Medikamenten-EngpÀsse mit Drohnen ausgleichen

Im Rahmen des Projektes soll auch wissenschaftliche untersucht werden, ob eine Drohne gegenĂŒber dem Medikamenten-Transport mit dem Auto wirklich Vorteile hat. Neben der Schnelligkeit und Einfachheit der Bestellung könnte ein entscheidender Vorteil sein, dass die Drohnen vor allem Menschen im lĂ€ndlichen Raum ermöglichen könnten, lĂ€nger zu Hause leben und gepflegt werden zu können. 

Eine Erkenntnis des Forschungsteams ist bislang, dass es in der Versorgung vor allem am Nachmittag, Wochenende und in der Nacht zu Medikamenten-EngpĂ€ssen kommt.

Hier soll die Drohne also die entscheidende Abhilfe schaffen.

Quelle: dpa

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