Nahaufnahme: Frau spricht in Handy. Ein Overlay mit Audiowellen und Bot-Icon. © jittawit.21 / iStock / Getty Images Plus
Umfrage enthüllt: Ein wachsender Teil der Bevölkerung wendet sich bei Gesundheitsfragen an die künstliche Intelligenz.

Steigende Nutzung

SELBSTDIAGNOSE PER KLICK: KÜNSTLICHE INTELLIGENZ WIRD IMMER BELIEBTER

Künstliche Intelligenz kann vieles: Fragen beantworten, Briefe schreiben oder das Wetter berechnen. Immer mehr Menschen fragen außerdem statt ihres Arztes mittlerweile ebenfalls eine Künstliche Intelligenz, was ihre Symptome zu bedeuten haben. Übernimmt bald Dr. KI?

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Künstliche Intelligenzen wie ChatGPT erfreuen sich wachsender Beliebtheit im Alltag, aber auch in der Medizin. So erleichtern die Systeme das Ausfüllen von Fragebögen, helfen bei Fragen oder vergeben Termine am Telefon. Eine Umfrage ergab jetzt, dass ein Viertel der Deutschen eine Künstliche Intelligenz auch nutzt, um ihre Beschwerden zu klären. Das ist ein starker Anstieg gegenüber dem letzten Jahr.

Während in Deutschland immer wieder über den Datenschutz im Gesundheitssystem diskutiert wird, scheinen mehr Nutzer ihre Bedenken gegenüber der künstlichen Intelligenz aufgegeben zu haben.

Liebe Künstliche Intelligenz, welche Krankheit habe ich?

Künstliche Intelligenz wird laut einer Umfrage der Unternehmensberatung Deloitte mittlerweile von 25 Prozent der Befragten für medizinische Fragen genutzt. Im letzten Jahr waren es noch magere neun Prozent. Nicht die von zahlreichen Krankenkassen angebotenen Symptom-Checker kommen bevorzugt zum Einsatz, sondern die Nutzer fragen eine Künstliche Intelligenz, was hinter ihren Beschwerden stecken könnte. Das liegt der Unternehmensberatung zufolge daran, dass die Künstliche Intelligenz schneller und einfacher zugänglich ist und für zahlreiche Fragen im Alltag bereits genutzt wird. In Zeiten knapper Facharzttermine, langer Wartezeiten und steigender Kosten scheint „Dr. KI“ immer beliebter.

Künstliche Intelligenz beantwortet auch mündlich gestellte Fragen. Man muss gegenüber einer „althergebrachten“ Suchmaschine keine sorgfältigen kurzen Formulierungen wählen und kann einfach alle Informationen eingeben, wie sie einem einfallen. Das macht Künstliche Intelligenz so beliebt, auch im Hinblick auf medizinische Fragen. An der Umfrage zur Nutzung Künstlicher Intelligenz nahmen 1120 Erwachsene teil. Laut Deloitte war die Umfrage repräsentativ.

Es kam übrigens auch heraus, dass die Künstliche Intelligenz im Zusammenhang mit der Medizin die Gemüter durchaus spaltet: 49 Prozent der Befragten sehen sie eher als Chance, 30 Prozent als Risiko. 21 Prozent sind unentschlossen.

Künstliche Intelligenz gehört in der Medizin schon zum Alltag

Künstliche Intelligenz erleichtert in der Medizin bereits jetzt viele Abläufe. So kann sie Termine vergeben, das Telefon besetzen, Fragebögen auswerten und unterstützt in der Verwaltung und Abrechnung und bei der Ausarbeitung von Therapieplänen. Die Umfrage ergab aber auch, dass viele Befragte skeptisch sind, wenn Künstliche Intelligenz in der Medizin Verwendung findet. Beispielsweise sind 41 Prozent misstrauisch, wenn Künstliche Intelligenz vom Arzt zur Diagnose herangezogen wird, und 46 Prozent, wenn die Therapie KI-gestützt ausgearbeitet wird. Zwei Drittel der Befragten finden es aber sinnvoll, wenn Künstliche Intelligenz auch in der Medizin für Verwaltungs- und organisatorische Aufgaben zum Einsatz kommt.

Dass Künstliche Intelligenz auch in der Medizin immer häufiger Anwendung findet, hat der Umfrage zufolge noch einen weiteren Effekt: Die Skepsis, die eigenen Gesundheitsdaten für medizinische Zwecke wie Dienstleistungen, Auswertungen und die Forschung zur Verfügung zu stellen, sinkt. Mittlerweile sehen dies 50 Prozent der Befragten positiv, das ist ein Anstieg um 12 Prozent.

Künstliche Intelligenz hat in der Medizin auf alle Fälle ihre Berechtigung und kann viele Prozesse unterstützen und verbessern. Menschlichen Rat und eingehende medizinische Untersuchungen wird sie aber niemals ersetzen können. Was für Google und Co galt, gilt auch hier: Fragen Sie bei Beschwerden lieber Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke, als sich allein auf Künstliche Intelligenz zu verlassen.

Quellen:
https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ein-viertel-nutzt-ki-zur-selbstdiagnose-158757/
https://www.deloitte.com/de/de/Industries/life-sciences-health-care/research/digitalisierung-im-gesundheitswesen.htm

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