Studie
FREUNDSCHAFTEN STĂRKEN GESUNDHEIT UND PSYCHE
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Freundschaften stĂ€rken die Gesundheit: Wer gute Freundschaften pflegt und enge soziale Bindungen hat, dem geht es einer aktuellen Studie zufolge sowohl körperlich als auch psychisch besser. Zu diesem Ergebnis kommen Forschende der KĂŒtahya Health Sciences University in der TĂŒrkei. Der Einfluss guter familiĂ€rer Beziehungen in der Kindheit auf das Wohlbefinden falle dagegen schwĂ€cher aus, schreibt das Team um Veli Durmus im Fachjournal âJournal of Mental Healthâ. Die Kindheit spielt also eine Rolle â aber nicht die entscheidende.
FĂŒr die Untersuchung wurden die Angaben von 204907 Menschen ab 18 Jahren ausgewertet. Die Daten stammen aus der ersten Phase der sogenannten Global Flourishing Study (GFS). DafĂŒr beantworteten Menschen aus 22 LĂ€ndern in Europa, Amerika, Asien, Ozeanien, dem Nahen Osten und Afrika Fragen zu Faktoren fĂŒr ein gelingendes Leben. Die zentrale Erkenntnis der Auswertung: Freundschaften stĂ€rken die Gesundheit in psychischer und in körperlicher Hinsicht.
Freundschaften stÀrken Gesundheit rund um den Globus
Am zufriedensten mit ihren Freundschaften und Beziehungen scheinen laut der Studie die Menschen in Indonesien zu sein, in Japan hingegen wurden die niedrigsten Werte ermittelt. Die Teilnehmenden bewerteten selbst, wie zufrieden sie mit ihren Freundschaften, ihren Beziehungen und ihrer psychischen sowie körperlichen Gesundheit sind. Die Forschenden berĂŒcksichtigten daneben auch das Einkommen und den Bildungsstand der Befragten.
Diejenigen, die am zufriedensten mit ihren Freundschaften und Beziehungen waren, berichteten auch am hĂ€ufigsten von einer insgesamt besseren psychischen und körperlichen Gesundheit. Damit zeigt sich lĂ€nderĂŒbergreifend: Freundschaften stĂ€rken die Gesundheit und wirken sich auf das gesamte Wohlbefinden aus.
Beziehungen in der Kindheit prÀgen nicht allein
Wer die Beziehungen zu seinen Eltern in der Kindheit als positiv erinnert, zeigte Ă€hnliche Ergebnisse â jedoch schwĂ€cher ausgeprĂ€gt. Der Einfluss von Beziehungen in der Kindheit sei nicht unverĂ€nderlich, betont Durmus. Freundschaften, Partnerschaften und andere soziale Kontakte könnten die Wirkung frĂŒherer Erfahrungen im weiteren Leben verstĂ€rken oder abschwĂ€chen. Durmus zieht daraus den Schluss, âdass Beziehungen in der Kindheit zwar eine Rolle spielen, jedoch kein vollstĂ€ndiges Bild wiedergebenâ.
Das soziale Umfeld eines Menschen verĂ€ndere sich im Laufe des Lebens stĂ€ndig und Freundschaften, Partnerschaften und andere Beziehungen könnten den Einfluss frĂŒherer Erfahrungen verstĂ€rken oder abmildern, erklĂ€rte der Wissenschaftler. Freundschaften stĂ€rken die Gesundheit demnach unabhĂ€ngig davon, wie die ersten Lebensjahre verlaufen sind. Durmus fordert die Politik auf, den Einfluss dieser emotionalen und sozialen Bindungen auf die psychische und körperliche Gesundheit zu berĂŒcksichtigen, wenn Strategien fĂŒr die Gesundheitspolitik entwickelt werden.
Freundschaften stÀrken Gesundheit in jedem Alter
Unterschiede zeigten sich auch zwischen den Altersgruppen. WĂ€hrend die Werte fĂŒr die psychische Gesundheit bei Menschen zwischen Mitte 30 und Ende 40 niedriger waren als bei den 18- bis 34-JĂ€hrigen, waren sie bei den ĂŒber 65-JĂ€hrigen wieder höher.
Freundschaften stÀrken die Gesundheit also in jeder Lebensphase, wenn auch auf unterschiedlichem Niveau.
Verheiratete Menschen, Personen mit ausreichenden finanziellen Mitteln und Menschen, die sich einer Religion zugehörig fĂŒhlten, berichteten im Schnitt ebenfalls von einer besseren psychischen und körperlichen Gesundheit. Enge Bindungen und stabile LebensumstĂ€nde gehen in der Auswertung damit Hand in Hand.
Soziale Bindungen als SĂ€ule des Wohlbefindens
Gute soziale Beziehungen seien eine âuniverselle SĂ€uleâ des Wohlbefindens, resĂŒmiert die Studie. Freundschaften stĂ€rken die Gesundheit dieser Lesart nach ĂŒber Kulturen, Kontinente und Altersgruppen hinweg. Die Aussagekraft der Ergebnisse ist jedoch begrenzt, weil die Daten lediglich auf SelbstauskĂŒnften beruhen. Sie spiegeln damit die subjektive EinschĂ€tzung der Befragten wider.
Quelle: dpa












