Rückenansicht von verschiedenen Menschen, die sich umarmen© Rawpixel / iStock / Getty Images Plus
Wer enge soziale Bindungen pflegt, fühlt sich psychisch und körperlich besser.

Studie

FREUNDSCHAFTEN STÄRKEN GESUNDHEIT UND PSYCHE

Freundschaften stärken die Gesundheit – körperlich wie psychisch. Das zeigt eine internationale Studie mit mehr als 200000 Befragten aus 22 Ländern. Welche Rolle die Kindheit dabei spielt und warum Forschende soziale Bindungen als universelle Säule des Wohlbefindens sehen.

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Freundschaften stärken die Gesundheit: Wer gute Freundschaften pflegt und enge soziale Bindungen hat, dem geht es einer aktuellen Studie zufolge sowohl körperlich als auch psychisch besser. Zu diesem Ergebnis kommen Forschende der Kütahya Health Sciences University in der Türkei. Der Einfluss guter familiärer Beziehungen in der Kindheit auf das Wohlbefinden falle dagegen schwächer aus, schreibt das Team um Veli Durmus im Fachjournal „Journal of Mental Health“. Die Kindheit spielt also eine Rolle – aber nicht die entscheidende.

Für die Untersuchung wurden die Angaben von 204907 Menschen ab 18 Jahren ausgewertet. Die Daten stammen aus der ersten Phase der sogenannten Global Flourishing Study (GFS). Dafür beantworteten Menschen aus 22 Ländern in Europa, Amerika, Asien, Ozeanien, dem Nahen Osten und Afrika Fragen zu Faktoren für ein gelingendes Leben. Die zentrale Erkenntnis der Auswertung: Freundschaften stärken die Gesundheit in psychischer und in körperlicher Hinsicht.

Freundschaften stärken Gesundheit rund um den Globus

Am zufriedensten mit ihren Freundschaften und Beziehungen scheinen laut der Studie die Menschen in Indonesien zu sein, in Japan hingegen wurden die niedrigsten Werte ermittelt. Die Teilnehmenden bewerteten selbst, wie zufrieden sie mit ihren Freundschaften, ihren Beziehungen und ihrer psychischen sowie körperlichen Gesundheit sind. Die Forschenden berücksichtigten daneben auch das Einkommen und den Bildungsstand der Befragten.

Diejenigen, die am zufriedensten mit ihren Freundschaften und Beziehungen waren, berichteten auch am häufigsten von einer insgesamt besseren psychischen und körperlichen Gesundheit. Damit zeigt sich länderübergreifend: Freundschaften stärken die Gesundheit und wirken sich auf das gesamte Wohlbefinden aus.

Beziehungen in der Kindheit prägen nicht allein

Wer die Beziehungen zu seinen Eltern in der Kindheit als positiv erinnert, zeigte ähnliche Ergebnisse – jedoch schwächer ausgeprägt. Der Einfluss von Beziehungen in der Kindheit sei nicht unveränderlich, betont Durmus. Freundschaften, Partnerschaften und andere soziale Kontakte könnten die Wirkung früherer Erfahrungen im weiteren Leben verstärken oder abschwächen. Durmus zieht daraus den Schluss, „dass Beziehungen in der Kindheit zwar eine Rolle spielen, jedoch kein vollständiges Bild wiedergeben“.

Das soziale Umfeld eines Menschen verändere sich im Laufe des Lebens ständig und Freundschaften, Partnerschaften und andere Beziehungen könnten den Einfluss früherer Erfahrungen verstärken oder abmildern, erklärte der Wissenschaftler. Freundschaften stärken die Gesundheit demnach unabhängig davon, wie die ersten Lebensjahre verlaufen sind. Durmus fordert die Politik auf, den Einfluss dieser emotionalen und sozialen Bindungen auf die psychische und körperliche Gesundheit zu berücksichtigen, wenn Strategien für die Gesundheitspolitik entwickelt werden.

Freundschaften stärken Gesundheit in jedem Alter

Unterschiede zeigten sich auch zwischen den Altersgruppen. Während die Werte für die psychische Gesundheit bei Menschen zwischen Mitte 30 und Ende 40 niedriger waren als bei den 18- bis 34-Jährigen, waren sie bei den über 65-Jährigen wieder höher.

Freundschaften stärken die Gesundheit also in jeder Lebensphase, wenn auch auf unterschiedlichem Niveau.

Verheiratete Menschen, Personen mit ausreichenden finanziellen Mitteln und Menschen, die sich einer Religion zugehörig fühlten, berichteten im Schnitt ebenfalls von einer besseren psychischen und körperlichen Gesundheit. Enge Bindungen und stabile Lebensumstände gehen in der Auswertung damit Hand in Hand.

Soziale Bindungen als Säule des Wohlbefindens

Gute soziale Beziehungen seien eine „universelle Säule“ des Wohlbefindens, resümiert die Studie. Freundschaften stärken die Gesundheit dieser Lesart nach über Kulturen, Kontinente und Altersgruppen hinweg. Die Aussagekraft der Ergebnisse ist jedoch begrenzt, weil die Daten lediglich auf Selbstauskünften beruhen. Sie spiegeln damit die subjektive Einschätzung der Befragten wider.

Quelle: dpa

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