Papier-Herz wandert in Sparschlitz © Anastasiia Zabolotna / iStock / Getty Images Plus
Trotz neuem Rekord besteht weiterhin ein Mangel an Spendergewebe. Besonders kritisch bleibt die Situation bei der Herzklappenspende.

Höchstwert

REKORD BEI GEWEBESPENDEN – KLINIKEN MELDEN MEHR SPENDER*INNEN

Mehr als 9600 Menschen erhielten 2025 eine Gewebespende – etwa AugenhornhĂ€ute oder Herzklappen – und damit ein StĂŒck LebensqualitĂ€t zurĂŒck. Es ist ein neuer Rekord. Dennoch besteht weiterhin ein Mangel an Spendergewebe.

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Bei den Gewebespenden in Deutschland wurde erneut ein Rekord erreicht: 9640 Menschen haben AugenhornhĂ€ute, Herzklappen oder andere Transplantate aus dem Netzwerk der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Gewebespende (DGFG) erhalten.

Das seien 15,2 Prozent mehr als im Vorjahr, berichtete die gemeinnĂŒtzige Organisation, die etwa die HĂ€lfte der Gewebespenden in Deutschland vermittelt und nur ĂŒber diese Auskunft geben kann.

Augenhornhauttransplantation: Bedarf bleibt hoch

Rund 4000 Menschen spendeten nach ihrem Tod ihre AugenhornhĂ€ute ĂŒber das DGFG-Netzwerk. Dadurch war es möglich, 16 Prozent mehr Patientinnen und Patienten durch eine Augenhornhauttransplantation ihr Augenlicht zu erhalten oder wiederzuerlangen.

Trotz Rekord herrscht weiterhin ein Mangel an Gewebe fĂŒr die Augenhornhauttransplantation, da die Nachfrage das Angebot ĂŒbersteigt. Die DGFG weist darauf hin, dass die Gewebespende in diesem Bereich oft nicht geplant oder vorbereitet wird – dabei ist jede einzelne Augenhornhauttransplantation fĂŒr die Betroffenen ein enormer Gewinn an LebensqualitĂ€t.

Die Anzahl der Meldungen, der AufklĂ€rungsgesprĂ€che und damit auch der Menschen, die Gewebe gespendet haben, sei im vergangenen Jahr erkennbar höher gewesen als 2024. Prozentual habe es 2025 aber keine Zunahme bei der Zustimmung zur Gewebespende gegeben. Die Zustimmungsquote der An- und Zugehörigen von Verstorbenen betrug 37,9 Prozent – ein minimaler RĂŒckgang um 0,2 Prozent.

Herzklappenspende: Nachfrage grĂ¶ĂŸer als das Angebot

Besonders kritisch bleibt die Situation bei der Herzklappenspende: „Diese wurden zu 84,4 Prozent im Rahmen einer Organspende entnommen, wenn das gesamte Herz fĂŒr eine Organtransplantation medizinisch nicht infrage kam“, so die DGFG.

Obwohl auch bei der Herzklappenspende die Spenderzahlen stiegen, konnte die Organisation weniger als die HĂ€lfte der Anfragen erfĂŒllen. Eine höhere Bereitschaft zur Gewebespende könnte helfen, EngpĂ€sse bei der Herzklappenspende zu verringern.

Organspendeausweis: Entscheidung dokumentieren

„Im Gegensatz zur Organspende ist die Gewebespende der breiten Bevölkerung oft unbekannt“,

schreibt die DGFG. Der Wille der verstorbenen Person sei daher hĂ€ufig nicht dokumentiert. Wer seine Entscheidung zu einer möglichen Gewebespende frĂŒhzeitig trifft, kann sie im Organspendeausweis oder im offiziellen Register festhalten.

Besonders hilfreich ist es, wenn das Thema zu Lebzeiten mit An- und Zugehörigen besprochen wird. Das erleichtert eine Entscheidung in einer ohnehin belastenden Situation – ob es nun um die Herzklappenspende oder eine Augenhornhauttransplantation geht.

Gewebespende im Klinikalltag etablieren

Der Zuwachs an Gewebespenden ist auch darauf zurĂŒckzufĂŒhren, dass immer mehr Kliniken potenzielle Spenderinnen und Spender melden. Die Gewebespende wird zunehmend in den Klinikalltag integriert.

DGFG-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Martin Börgel betont: „Das ist in einer Zeit, in der die Kliniken und ihr Personal so stark belastet sind, keine SelbstverstĂ€ndlichkeit.“

Quelle: dpa

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