Vier Frauen machen hintereinander auf ihren Matten eine Yogaposition© JackF / iStock / Getty Images Plus
Vinyasa Yoga ist ein sehr aktiver Yoga-Stil. Hier werden verschiedene Asanas zu einer Abfolge kombiniert.

Entspannung

YOGASTILE IM VERGLEICH: SO FINDEN SIE DEN PASSENDEN YOGASTIL

Welcher Yogastil passt zu mir? Diese Frage stellen sich viele, die mit Yoga anfangen möchten. Unser Überblick zeigt die wichtigsten Yogastile im Vergleich – von Hatha Yoga über Vinyasa Yoga bis Yin Yoga.

Seite 1/1 3 Minuten

Seite 1/1 3 Minuten

Den eigenen Körper spüren, Stress loslassen, ganz bei sich selbst sein: Wer regelmäßig Yoga macht, kennt das gute Gefühl währenddessen – und auch danach, wenn die Matte längst wieder zusammengerollt ist.

Viele, die Yoga neu ausprobieren wollen, fühlen sich beim Blick in den Kursplan des Studios oder der Volkshochschule aber womöglich etwas überfordert. Es gibt verschiedenste Richtungen – ein guter Überblick über die Yogastile im Vergleich hilft dabei, die passende Wahl zu treffen. Zeit, drei beliebte Yoga-Stile im Detail anzuschauen – und zu klären, für wen sie sich eignen.

Hatha Yoga – ideal für Einsteigerinnen und Einsteiger

Hatha Yoga gilt als Einstieg in die Welt der Asanas – und ist damit eine wichtige Basis, wenn man Yogastile im Vergleich betrachtet. „Hatha Yoga ist die Basis für alle modernen Yoga-Stile“, so Uschi Moriabadi. Sie ist Dozentin an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG).

Neben den Körperübungen, die sich Asanas nennen, gehören auch Atemübungen (Pranayama) und Meditation zu einer Kursstunde dazu. Meist baut die Yogalehrerin oder der Yogalehrer diese ruhigeren Elemente am Ende einer Stunde ein.

Und davor? Los geht eine Stunde Hatha Yoga typischerweise mit leichten, einführenden Übungen. Dann folgen Asanas, die oft eine Weile gehalten und mit dem Atem verbunden werden. Ideal für Neueinsteiger, wie Uschi Moriabadi findet. Schließlich bleibt genügend Zeit, um in die einzelnen Positionen zu finden und zu entdecken: Wie fühlt sich das eigentlich an?

Vinyasa Yoga – fließende Bewegung im Fokus

Wem Hatha Yoga zu ruhig ist, der könnte bei Vinyasa Yoga fündig werden. Denn: Yoga ist nicht automatisch sanft. Wer Vinyasa Yoga ausprobiert, wird womöglich merken, wie dynamisch Yoga sein kann. „Das ist ein sehr aktiver Yoga-Stil“, sagt Uschi Moriabadi. Verschiedene Asanas werden dabei zu einer Abfolge, im Yoga-Vokabular Flow genannt, kombiniert.

Es wird also dynamisch auf der Matte – und damit auch anstrengend. „Für Menschen mit wenig Bewegungserfahrung können diese Stunden sehr herausfordernd sein“, sagt Moriabadi. Vor allem dann, wenn man mit der Ausführung der einzelnen Asanas noch nicht so gut vertraut ist.

Doch wer dranbleibt, wird belohnt: Viele Menschen schätzen Vinyasa Yoga gerade wegen des Flow-Erlebnisses. Fans lieben an diesem Stil, dass beim Fließen durch die Bewegungen der Kopf Ruhe gibt – und man ganz im Moment ankommen kann. Im Yogastile-Vergleich ist Vinyasa Yoga besonders bei sportlich Aktiven beliebt.

Viele Menschen schätzen Vinyasa Yoga gerade wegen des Flow-Erlebnisses.

Yin Yoga – für tiefe Entspannung und innere Ruhe

Wer es sich auf der Matte gern kuschelig und gemütlich machen möchte, ist beim Yin Yoga genau richtig. „Das ist ein sehr entspannender, eher passiver Yoga-Stil“, sagt Moriabadi. Die Asanas werden sehr langsam eingenommen und lange gehalten – in aller Regel drei bis sechs Minuten. Hilfsmittel wie Kissen, Blöcke, Decken oder Gurte helfen dabei, die Positionen möglichst komfortabel zu gestalten.

Yin Yoga eignet sich laut Expertin gut für Neueinsteigerinnen und Neueinsteiger – und besonders für alle, die ein großes Bedürfnis nach Ruhe und Entspannung verspüren. „Gerade bei stressgeplagten Menschen kann Yin Yoga heilsam wirken“, so Moriabadi. In der Stunde liegt ein großer Fokus auf dem Loslassen – nicht nur auf körperlicher, auch auf mentaler Ebene.

Wer also Yogastile im Vergleich betrachtet und einen Kontrast zu aktivem Vinyasa sucht, findet mit Yin Yoga einen wohltuenden Gegenpol.


Darauf achten nach der Probestunde

Neben Hatha Yoga, Vinyasa Yoga und Yin Yoga gibt es zahlreiche weitere Yoga-Stile: Kundalini Yoga beispielsweise legt einen starken Fokus auf Spiritualität – im Kurs werden etwa gemeinsam Mantren gesungen. Und beim Aerial Yoga führt man die Asanas in einem großen Tuch durch, das an der Decke befestigt ist. Vorsicht: Wer zu Seekrankheit neigt, dem könnte dabei etwas flau werden.

Was einem gefällt, mit welchem Stil man sich wohlfühlt, das kann man durch Probestunden herausfinden. Im Anschluss nimmt man sich am besten kurz Zeit, um in sich hineinzuhorchen. „Wie fühlen Sie sich nach dem Training? Was ist Ihnen während der Yoga-Stunde durch den Kopf gegangen und wie sympathisch ist Ihnen der Lehrer oder die Lehrerin? Wurden die Übungen verständlich erklärt? Wurde korrigiert?“, schlägt Uschi Moriabadi mögliche Fragen vor, die man dabei abklopfen kann.

Wenn sich die Yoga-Stunde gut angefühlt und Freude geschenkt hat, ist das ein gutes Zeichen. „Nur dann können Körper, Geist und Seele eins werden“, so die Expertin.

Quelle: dpa

×