Streunende Hunde
FERNREISE MIT RISIKO – WARUM DIE TOLLWUTIMPFUNG DRINGEND EMPFOHLEN WIRD
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Das Gefährliche an der Krankheit: Sobald erste Tollwut-Symptome auftreten, gibt es für Betroffene praktisch keine Rettung mehr. Deshalb rät das Centrum für Reisemedizin (CRM), vor einer Fernreise rechtzeitig an eine Tollwutimpfung zu denken. Gerade bei Reisen in Regionen mit vielen streunenden Hunden kann eine Tollwutimpfung lebensrettend sein.
Besonders betroffen sind Indien sowie andere Länder Süd- und Südostasiens, außerdem große Teile Afrikas. Wer eine Fernreise in diese Regionen plant, sollte das Infektionsrisiko nicht unterschätzen. Eine Tollwutimpfung wird insbesondere Langzeitreisenden, Abenteuerurlauber*innen und Menschen empfohlen, die auf einer Fernreise engen Kontakt zu Tieren haben könnten. Auch Kinder gelten auf einer Fernreise als besonders gefährdet.
Fernreise: Übertragung meist durch infizierte Hunde
Weltweit wird das Virus fast ausschließlich über Kratzer oder Bisse von infizierten Hunden auf den Menschen übertragen, heißt es auf der Webseite der Weltgesundheitsorganisation WHO. Gerade auf einer Fernreise unterschätzen viele Urlauber*innen dieses Risiko.
Kinder sind besonders gefährdet: Weil sie kleiner sind, weniger vorsichtig handeln und oft neugierig auf Tiere reagieren, werden sie laut dem CRM etwa viermal so häufig von Hunden gebissen wie Erwachsene. Eine Tollwutimpfung vor einer Fernreise kann hier zusätzlichen Schutz bieten.
Ein guter Impfschutz ist dann Gold wert. In Deutschland stehen zwei Impfstoffe für die Tollwutimpfung zur Verfügung. Beide basieren auf inaktivierten Viren und gelten laut CRM als sehr gut verträglich. Für eine vollständige Tollwutimpfung sind drei Impfungen nötig – zunächst eine Impfung und anschließend zwei weitere im Abstand von zwei oder drei Wochen. Wer eine Fernreise plant, sollte diese Termine rechtzeitig einplanen.
Fernreise: Was tun nach möglichem Tierkontakt?
Kommt es trotz Tollwutimpfung auf einer Fernreise zu einem verdächtigen Tierkontakt, kann ein Booster sinnvoll sein – möglichst noch am selben Tag, eventuell ein weiteres Mal drei Tage später. Als möglicher Kontakt gelten Bisse, Kratzer und sogar Hundespeichel, der etwa durch Abschlecken auf die Haut gelangt.
Wer ohne vorherige Tollwutimpfung auf einer Fernreise in einem Risikogebiet von einem Hund gebissen wird, benötigt zusätzlich zum Aktivimpfstoff eine passive Immunisierung.
Genau diese Präparate sind in vielen Regionen mit hohem Tollwutrisiko jedoch nicht immer schnell oder zuverlässig verfügbar. Deshalb gilt: Eine frühzeitige Tollwutimpfung vor der Fernreise ist die sicherste Vorsorge.
Fernreise: Auch in Europa gibt es Restrisiken
Übrigens: Auch in Teilen Osteuropas können noch Füchse und Hunde Tollwut übertragen. Selbst in offiziell tollwutfreien Ländern wie Deutschland zirkulieren noch Viren in Fledermäusen.
Eine Übertragung dieser speziellen Viren auf Menschen und andere Tiere gilt laut Experten zwar als sehr unwahrscheinlich. Dennoch sollte man nach einem verdächtigen Tierkontakt – egal ob im Inland oder auf Fernreise – ärztlichen Rat einholen und prüfen lassen, ob eine Tollwutimpfung oder eine Auffrischung notwendig ist.
Quelle: dpa












