Nahaufnahme: Zecke auf der Hand, neben ihr gelbes Werkzeug zum Entfernen © Zozulya / iStock / Getty Images Plus
Nach einem Zeckenbiss ist schnelles Handeln gefragt: Mit einer Zeckenzange, Pinzette oder Zeckenkarte lassen sich die Parasiten sicher und nah an der Hautoberfläche entfernen, um das Risiko einer Infektion zu minimieren.

Schutz

ZECKENSCHUTZ: 6 TIPPS GEGEN ZECKEN, BORRELIOSE UND FSME

Zecken sind bei allen, die oft im GrĂĽnen unterwegs sind, unbeliebt. Sie bedienen sich an unserem Blut und hinterlassen mit etwas Pech Krankheitserreger wie Borreliose oder FSME. Wir haben sechs hilfreiche Tipps fĂĽr einen guten Zeckenschutz zusammengestellt.

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Mit den steigenden Temperaturen in Deutschland sind nicht nur wir Menschen vermehrt im Grünen unterwegs – auch Zecken sind aktiv. Für den richtigen Zeckenschutz ist es wichtig, die Gefahren zu kennen. Dem Robert Koch-Institut (RKI) sind dieses Jahr bislang 918 Fälle von Lyme-Borreliose übermittelt worden (Stand: 13. April). Die meisten davon in Bayern (202), gefolgt von Sachsen (177), Sachsen-Anhalt (164) und Brandenburg (160).

Fälle von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) gab es dieses Jahr bislang elf, davon vier in Sachsen und vier in Baden-Württemberg sowie jeweils einen in Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Vergangenes Jahr lagen die Zahlen auf einem ähnlichen Niveau: Es wurden deutschlandweit im selben Zeitraum 951 Borreliose- und 12 FSME-Fälle gemeldet. Wie gelingt ein effektiver Zeckenschutz vor den Tierchen und Krankheiten?

Tipp 1: Zeckenschutz durch Kleidung

Auch wenn viele diese Grusel-Vorstellung im Kopf haben: Zecken fallen nicht von Bäumen. Sie sitzen meist weniger als einen Meter hoch im Gras oder Gebüsch, so die Apothekerkammer Niedersachsen. Streifen wir an den Pflanzen entlang, können die Tiere den Weg auf unseren Körper finden. Ist das passiert, krabbeln sie in der Regel eine Weile herum, um eine ideale Einstichstelle zu finden.

Diese Suche kann man den Tieren vermiesen – indem man für den optimalen Zeckenschutz den Ausflug ins Grüne mit geschlossenen Schuhen und mit langen Ärmeln und Hosenbeinen antritt. Auch wenn es modisch fragwürdig ist: Insbesondere, wenn man im hohen Gras oder Unterholz unterwegs ist, gehören als Zeckenschutz die Hosenbeine in die Socken gesteckt, wie das Portal „Klima Mensch Gesundheit“ des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) rät.

Hilfreich fĂĽr den Zeckenschutz ist auch eine clevere Farbwahl: Auf hellen KleidungsstĂĽcken erkennt man krabbelnde Tierchen leichter, bevor man mĂĽhsam eine Zecke entfernen muss.

Tipp 2: Zeckenschutz auftragen

Durch Insektenschutzmittel mit den Wirkstoffen DEET und Icaridin können Outdoor-Fans nicht nur MĂĽcken fernhalten, sondern auch einen chemischen Zeckenschutz erzielen. Je nach Produkt sollte dieser Zeckenschutz nach zwei bis vier Stunden erneuert werden.

Mini-E-Learning: Zecken: Vorbeugen und Nachsorgen

Borreliose und FSME sind nicht die einzigen Krankheiten, die Zecken an Menschen ĂĽbertragen. Aber wie groĂź ist die Ansteckungsgefahr eigentlich wirklich? Hier lernen Sie, was Sie Ihren Kund*innen vorbeugend gegen Zeckenstiche empfehlen können und was, wenn es dann doch passiert ist.

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Tipp 3: Beliebte Andockstellen am Körper absuchen

Nach einem Ausflug ins Grüne ist zudem ein gründliches Absuchen angesagt, damit man rechtzeitig eine gefundene Zecke entfernen kann. Zecken mögen geschützte, feuchte Körperstellen mit dünner Haut, wie die Apothekerkammer Niedersachsen erklärt. Dazu zählen etwa auch Achselhöhlen, Bauchnabel, Genitalbereich und Kniekehlen.

Gut zu wissen: Bei Kindern stechen Zecken gern im Bereich von Kopf und Hals zu. Hier muss man besonders oft eine Zecke entfernen.

Tipp 4: Zecke schnellstmöglich entfernen

Übeltäter entdeckt? Dann ist rasches Handeln angesagt, und man sollte die Zecke entfernen. Denn je länger die Zecke am Körper saugt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass erste Borreliose-Symptome auftreten, weil Bakterien im Körper hinterlassen wurden. Die Übertragung von FSME-Viren passiert hingegen direkt beim Stich. Panik muss aber nicht sein: Längst nicht jede Zecke ist mit den Krankheitserregern infiziert.

Am besten kann man die Zecke entfernen mit einem Hilfsmittel wie einer Zeckenkarte oder -zange. Sind sie nicht zur Hand, tut es auch eine Pinzette – oder im Notfall die eigenen Fingernägel, wenn man rasch die Zecke entfernen will. Womit man auch hantiert, um die Zecke zu entfernen: Die Zecke sollte dicht am Mundwerkzeug gefasst und vorsichtig senkrecht herausgezogen werden.

Tabu ist es, die Zecke zu quetschen oder sie mit Ă–l oder Klebstoff zu beträufeln. Beides kann dafĂĽr sorgen, dass mehr infektiöse KörperflĂĽssigkeiten in den eigenen Körper gelangen und sich später Borreliose-Symptome zeigen.

Tipp 5: Einstichstelle im Blick behalten

Ist der Blutsauger entfernt, sollte man die Einstichstelle desinfizieren und fotografieren, rät die Apothekerkammer. Weiterer Tipp fĂĽr den Zeckenschutz: sich das Datum des Zeckenstichs notieren. In den Tagen und Wochen danach sollte man regelmäßig checken: Gibt es Hautveränderungen oder erste Borreliose-Symptome?

Eines der bekanntesten Symptome bei Borreliose ist nämlich eine kreisrunde Rötung, die sich immer weiter ausbreitet und einen Durchmesser von 20 Zentimetern erreichen kann. Mit solchen Borreliose-Symptomen sollte man unbedingt zum*zur Ärzt*in gehen. Das gilt auch bei grippeähnlichen Symptomen, Kopfschmerzen oder Entzündungen, rät das Portal „Klima Mensch Gesundheit“.

Tipp 6: FSME-Impfung empfohlen

FSME kann eine Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten verursachen. In einigen Regionen sind mehr Zecken damit infiziert als in anderen – das sind die sogenannten Risikogebiete. Wer in diesen Gebieten lebt oder seinen Urlaub verbringt und Zeckenstichen ausgesetzt sein könnte, dem empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) als Zeckenschutz eine FSME-Impfung.

Eine Impfung gegen FSME ist in Risikogebieten besonders wichtig.

Nach Angaben des BIĂ–G ergibt es auch jetzt zu Beginn der Zeckensaison noch Sinn, sich um eine FSME-Impfung zu kĂĽmmern. Bereits 14 Tage nach dem zweiten von drei Piksen der FSME-Impfung besteht bei den meisten ein Schutz, der fĂĽr die laufende Saison zunächst ausreicht. Daher ist die FSME-Impfung ein zentraler Baustein der Vorsorge.

Quelle: dpa

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