GlĂŒckliche Sportlerin blĂ€st Pusteblume (Löwenzahn) © Drazen Zigic / iStock / Getty Images Plus
Bei schönem Wetter wollen auch Pollenallergiker*innen gern draußen Sport machen.

Pollenflug

HEUSCHNUPFEN: SO WIRD SPORT DRAUSSEN (ETWAS) ERTRÄGLICHER

Sonnig und mild: Es könnte bestes Lauf- oder Radwetter sein – wĂŒrde draußen nicht die Pollenhölle warten. FĂŒr viele Menschen mit Heuschnupfen wird Sport im Freien im FrĂŒhjahr und Sommer schnell zur Herausforderung. Wie Allergiker*innen ihr Training clever planen – und warum die Dusche danach doppelt wichtig ist.

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Wer eine Pollenallergie hat, weiß: Selbst von der schönsten Lauf- oder Radstrecke hat man wenig, wenn die Augen jucken, die Nase lĂ€uft und man weniger Luft bekommt als gewohnt. Gerade bei Heuschnupfen kann Sport im Freien Beschwerden verstĂ€rken.

Immerhin: Ein paar Dinge können Menschen mit Heuschnupfen beachten, damit Sport draußen trotz Pollenallergie angenehmer wird.

Pollenallergie: Wann Sport trotz Heuschnupfen besser gelingt

So rĂ€t Professor Christoph Raschka, VizeprĂ€sident des SportĂ€rzteverbandes Hessen, die Pollenflugvorhersagen zu prĂŒfen. FĂŒr die Hasel, die Ihnen stets fiese Niesattacken beschert, zeigt die Pollenflugkarte rot? Dann ist es eine Überlegung wert, den Sport zu verschieben oder nach drinnen zu verlegen – etwa auf das Laufband im Fitnessstudio.

Gerade bei Heuschnupfen und Pollenallergie kann die Planung entscheidend sein. Wie stark die Pollenbelastung ausfĂ€llt, hĂ€ngt auch von der Tageszeit ab. Zwei Faustregeln, an der sich Sportler*innen orientieren können, liefert das Portal „Klima Mensch Gesundheit“ des Bundesinstituts fĂŒr Öffentliche Gesundheit (BIÖG):

  • In der Stadt ist die Pollenbelastung demnach morgens zwischen 6 und 8 Uhr am geringsten. FĂŒr Menschen mit Heuschnupfen kann Sport am frĂŒhen Morgen daher eine gute Wahl sein.
  • Anders auf dem Land: Hier geht die Tendenz eher zum Feierabendsport, denn die geringste Pollenkonzentration besteht zwischen 18 Uhr und Mitternacht. Auch so lĂ€sst sich Sport trotz Pollenallergie besser planen.

Das sind allerdings nur grobe Richtwerte. Pflanzenart, geografische Lage und Wetterbedingungen können dafĂŒr sorgen, dass sich die Pollen vor Ort ganz anders verhalten – was fĂŒr Menschen mit Heuschnupfen beim Sport im Freien entscheidend sein kann.

Wer seine Trainingseinheiten plant, kann auch das Wetter einbeziehen.

„Wenn es zum Beispiel erst geregnet hat, ist die Luft meist weniger pollenbelastet“, sagt Christoph Raschka, der auch Sportmedizin-Professor an der UniversitĂ€t WĂŒrzburg ist. FĂŒr viele mit Heuschnupfen wird Sport nach einem Regenschauer daher angenehmer.

Auch die Wahl der Strecke kann helfen: FĂŒhrt die Route durch einen Nadelwald, fliegen dort laut dem Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) weniger Pollen als an Wiesen- oder AckerrĂ€ndern. FĂŒr Menschen mit Pollenallergie kann Sport im Wald daher oft besser funktionieren.

Alternativ bleibt die Flucht aufs oder ins Wasser: Beim Segeln, Surfen, Schwimmen oder Stand-up-Paddling ist man nur einer geringen Pollenbelastung ausgesetzt. Auch so kann Sport trotz Heuschnupfen möglich bleiben.

Sport und Heuschnupfen: Tipps fĂŒr Training vor, wĂ€hrend und nach der Belastung

Die Sportkleidung liegt bereit, es kann losgehen? Wer Sport trotz Heuschnupfen treiben möchte, sollte ein paar Dinge beachten.

Vor dem Training

Sportmediziner Raschka rĂ€t, die Nase vor dem Sport mit etwas Kochsalzlösung zu spĂŒlen oder ein Meerwasser-Nasenspray zu verwenden. Das kann bei Heuschnupfen helfen, besser durch die Nase zu atmen und Beschwerden der Pollenallergie zu lindern.

Ein weiterer hilfreicher Handgriff: „Wer unter einer allergiebedingten Reizung der Augen leidet, sollte unbedingt die Augen mit einer Sonnenbrille schĂŒtzen“, so Christoph Raschka.

WĂ€hrend des Trainings

Von null auf hundert? Keine gute Idee – vor allem nicht bei Heuschnupfen. Eine plötzliche Belastung kann die Atemwege zusĂ€tzlich reizen. Deshalb sollten Betroffene beim Sport unbedingt auf ein grĂŒndliches AufwĂ€rmen achten. Wichtig ist auch, auf die Signale des Körpers zu hören. „Wenn man schlecht Luft bekommt, sollte man unbedingt die TrainingsintensitĂ€t anpassen. Heißt: Nicht richtig Gas geben, sondern sich ruhigere Einheiten mit mehr Pausen vornehmen“, sagt Raschka. So bleibt Sport auch bei Pollenallergie besser vertrĂ€glich.

Übrigens: Hat man den Eindruck, beim Sport weniger leistungsfĂ€hig zu sein, kann das auch an Allergiemedikamenten liegen. Manche Antihistaminika können MĂŒdigkeit als Nebenwirkung haben – was gerade bei Heuschnupfen im Alltag und beim Sport eine Rolle spielen kann.

Nach dem Training

Nach dem Sport möchten viele nur noch schnell unter die Dusche. FĂŒr Menschen mit Heuschnupfen ist das tatsĂ€chlich sinnvoll: So lassen sich Pollen aus Haaren und von der Haut entfernen. Das kann die Belastung durch Pollenallergie im weiteren Tagesverlauf reduzieren.

Quelle: dpa

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