Frau im Bett, die offensichtlich nicht schlafen kann© kieferpix / iStock / Getty Images Plus
Nicht nur die Schlafdauer zĂ€hlt: Auch unregelmĂ€ĂŸiger und schlechter Schlaf steht laut einer Beobachtungsstudie mit einem erhöhten Risiko fĂŒr zahlreiche Krankheiten in Zusammenhang.

Neue Studie

SCHLECHTER SCHLAF: RISIKO FÜR VIELE KRANKHEITEN STEIGT

Zu kurzer oder schlechter Schlaf hĂ€ngt stark mit zahlreichen Krankheiten zusammen. Diese Erkenntnis dĂŒrfte kaum ĂŒberraschen. Allerdings zeigt die Studie, um die es hier geht, noch mehr ZusammenhĂ€nge.

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Besserer Schlaf macht nicht zwingend gesund, so die Forschenden. Aber zu wenig Schlaf steht statistisch in Verbindung mit zahlreichen Krankheiten. Auch die RegelmĂ€ĂŸigkeit spielt eine Rolle, ebenso wie die SchlafqualitĂ€t. Das zeigt eine Beobachtungsstudie aus Großbritannien mit fast 100000 Personen ĂŒber knapp neun Jahre.

Ganz einfach sind die ZusammenhĂ€nge nicht, aber sie betonen erneut, wie stark unser Schlaf das Krankheitsrisiko beeinflusst.

Schlaf und Risiko fĂŒr Krankheiten hĂ€ngen zusammen

Um zu erkennen, wie Schlaf und bestimmte Krankheiten statistisch verbunden sind, haben Forschende um Jingsong Luo von der School of Public Health in Peking untersucht. Sie nutzten dafĂŒr Daten aus Sensoren, die die 99559 Menschen eine Woche lang Tag und Nacht am Handgelenk trugen und verfolgten die Gesundheitsdaten der Personen anschließend im Schnitt ĂŒber 8,9 Jahre. Aus den Sensorendaten schloss das Team mittels KĂŒnstlicher Intelligenz auf Dauer, QualitĂ€t und RegelmĂ€ĂŸigkeit des Schlafes. In den Gesundheitsdaten beobachteten sie, unter welchen Krankheiten die Personen spĂ€ter litten.

Das Team um Luo stellte fest, dass weniger als fĂŒnf Stunden Schlaf pro Nacht mit einem erhöhten Risiko fĂŒr 37 Krankheiten in Verbindung stehen. Das ist zwar kein Kausalzusammenhang, aber ein deutlicher Hinweis.

Auch die SchlafqualitĂ€t machte einen Unterschied. LĂ€ngere REM-Schlafphasen beispielsweise hingen zusammen mit geringerem Risiko fĂŒr insgesamt 83 Krankheiten. FĂŒr jede zusĂ€tzliche Minute des Traumschlafes sank die HĂ€ufigkeit von Herzinsuffizienz statistisch um 26, die von Demenz sogar um 46 Prozent. Mehr Tiefschlaf korrelierte mit geringerem Krankheitsrisiko in Bezug auf Depressionen oder Typ-2-Diabetes.

Auch unregelmĂ€ĂŸiger Schlaf ist nicht gesund

Viel Schlaf hilft aber nicht zwingend auch, gesund zu bleiben. Denn schwankende Schlafrhythmen, etwa durch stark unterschiedliche Einschlaf- oder Aufwachzeiten wĂ€hrend der Woche oder bedingt durch hĂ€ufige Wachphasen in der Nacht, hĂ€ngen mit Angststörungen oder Suchtproblemen zusammen. Mehr Schlaf bedeutet also nicht automatisch mehr Gesundheit und geringeres Krankheitsrisiko, sondern andere Faktoren entscheiden mit.

Allgemein lassen sich die Beziehungen zwischen Schlaf und bestimmten Krankheiten nicht so einfach belegen. Als sicher gilt: Gibt es statistisch belastbare ZusammenhÀnge zwischen Schlafdauer und bestimmten Krankheiten, ist das Risiko bei einer Schlafdauer von sechs bis acht Stunden am niedrigsten. Bei 69 von 86 Gesundheitsproblemen, bei denen die Schlafdauer wichtig ist, zeigt sich dieser Zusammenhang.

Wegen des Beobachtungscharakters der Studie lassen sich aus ihr keine direkten RĂŒckschlĂŒsse in Bezug auf den Zusammenhang zwischen Schlaf und bestimmten Krankheiten ableiten. Andere gesundheitliche, verhaltensbezogene oder biologische Faktoren könnten eine Rolle gespielt haben. Allerdings zeigt die Untersuchung erneut, dass sechs bis acht Stunden Schlaf mit besserer Gesundheit verbunden sind. Die Forschenden betonen außerdem: Nicht nur die Dauer, auch RegelmĂ€ĂŸigkeit und SchlafqualitĂ€t können das Krankheitsrisiko beeinflussen.

Quellen:
https://de.euronews.com/2026/10/15/grosse-studie-schlafdauer-qualitat-und-rhythmus-beeinflussen-krankheitsrisiko
https://journals.plos.org/plosmedicine/article?id=10.1371/journal.pmed.1005213

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