Neue Studien
FATIGUE BEI LONG COVID: BEWĂHRTE WIRKSTOFFE LINDERN DIE SYMPTOME
Seite 1/1 2 Minuten
Fatigue belastet Betroffene immens und schrĂ€nkt sie im Alltag stark ein. Wer darunter leidet, kann oftmals nicht mehr arbeiten. Die von Vielen als âbleiernâ beschriebene, oft als unertrĂ€glich empfundene Erschöpfung bessert sich auch durch Ausruhen nicht und kann nach Anstrengung sogar bis zum Kollaps fĂŒhren. Die Ursachen hinter chronischer Fatigue kennt man bisher nicht und auch keine wirksame Therapie.
BewĂ€hrte Substanzen, die gegen Magenbeschwerden, Gicht und Allergien zum Einsatz kommen, rĂŒcken jetzt in den Fokus. Die neuen Studien könnten Hinweise auf die Entstehung der Fatigue geben.
Fatigue: Linderung durch Wirkstoffkombination
Wie sich Fatigue beeinflussen lĂ€sst, untersuchte ein Team um Amarvita Banerjee vom University College London. DafĂŒr teilten sie 800 Long-COVID-Betroffene mit Fatigue in drei Gruppen auf und behandelten jede Gruppe mit verschiedenen Substanzen, einzeln oder in Kombination. Einige Personen dienten als Kontrollgruppe und erhielten dieselbe Behandlung wie vorher.
Nach zwölf Wochen besserte sich die Fatigue bei allen behandelten Personen einschlieĂlich der Kontrollgruppe um 4,3 von insgesamt 40 Punkten. Das lĂ€sst dem Team zufolge darauf schlieĂen, dass eine gezielte Behandlung bei Long-COVID-Betroffenen sinnvoll ist.
Eine Kombination aus 40 Milligramm des H2-Antihistaminikums Famotidin plus 10 Milligramm Loratadin und die zusÀtzliche Gabe von 500 Mikrogramm Colchicin linderte die Fatigue um weitere 1,5 Punkte. Famotidin hemmt die SÀureproduktion des Magens an H2-Histaminrezeptoren, das als Antiallergikum eingesetzte Loratadin blockiert H1-Bindungsstellen. Colchicin wirkt als Spindelgift bei der Zellteilung und kommt gegen Gicht zum Einsatz.
Alle Substanzen befinden sich seit langer Zeit in Gebrauch. Ein weiterer getesteter Wirkstoff, der Gerinnungshemmer Rivaroxaban, besserte die Fatigue ĂŒbrigens nicht.
Was tun bei Long-Covid?
Long-COVID bleibt rÀtselhaft
Wie genau die Wirkstoffe bei Long-COVID helfen, wissen auch Banerjee und ihr Team nicht genau. Sie vermuten, dass die Substanzen das bei der Erkrankung gestörte Immunsystem beeinflussen und so auch die Fatigue lindern. Allerdings braucht es fĂŒr sichere Ergebnisse noch weitere Forschung. Die positiven Effekte auf die Fatigue verschwinden zudem nach dem Absetzen der Kombinationsbehandlung wieder.
Hoffnung schöpfen die Forschenden aus der Tatsache, dass sie mit sicheren und gĂŒnstigen Wirkstoffen eine leichte Linderung der Fatigue bei Long-COVID erreichen konnten. Denn jede erkennbare Wirkung einer Substanz kann Hinweise auf die zugrundeliegenden Mechanismen bei Long-COVID geben und auf mögliche Ansatzpunkte fĂŒr eine Behandlung.
Dass Rivaroxaban keine Wirkung zeigte, ist ebenfalls ein möglicher Hinweis. Denn Gerinnungsstörungen und Mikrothrombosen werden ebenfalls als mögliche Ursachen fĂŒr Long-COVID und die damit verbundene Fatigue angesehen.
Um Fatigue und andere Symptome von Long-COVID umfassend behandeln zu können, mĂŒssen Forschende die Biologie dahinter besser verstehen. Die Ergebnisse aus London sind ein weiterer kleiner Schritt in die richtige Richtung.
Quellen:
https://wissenschaft.de/artikel/long-covid-mit-allergiemittel-und-gichtmedikament-gegen-die-fatigue
https://www.thelancet.com/journals/laninf/article/PIIS1473-3099(26)00242-2/fulltext












