Text: Zwei Fußballer in gelben Trikots kämpfen um den Ball © matimix / iStock / Getty Images Plus
Autsch! Eine Sportverletzung am Knie, wie etwa ein Kreuzbandriss, zwingt Hobby-FuĂźballer*innen oft zu einer langen Zwangspause.

Kreuzbandriss

SPORTVERLETZUNG AM KNIE VERMEIDEN: SO SCHĂśTZT MAN SICH BEIM KICKEN

Bloß kein Kreuzbandriss! Auch Hobbykicker*innen wollen vermeiden, dass eine Sportverletzung am Knie ihnen die Rote Karte zeigt. Lesen Sie hier, was das Risiko für eine Sportverletzung im Knie senkt – und was im Fall der Fälle zu tun ist.

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Wochen- oder sogar monatelang nur von der Seitenlinie aus zugucken: Verletzungspausen sind nicht nur für Profis ziemlich ärgerlich, sondern auch für Hobby-Fußballer*innen. Eine Sportverletzung am Knie bedeutet oft einen langen Ausfall.

Die gute Nachricht: Fußballer*innen können einiges dafür tun, um einer typischen Sportverletzung am Knie, wie etwa einem Kreuzbandriss und Meniskusschäden, vorzubeugen – und zwar durch gezieltes Training.

Gefahr fĂĽr das Knie: Die X-Bein-Stellung

Denn: „Viele schwere Knieverletzungen im Fußball passieren nicht durch Fouls, sondern durch abruptes Abstoppen, Landungen nach Sprüngen oder schnelle Richtungswechsel“, sagt Professor Frank Hildebrand, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU). Besonders kritisch wird es, wenn das Bein in diesen Situationen nach innen abknickt, also in eine X-Bein-Stellung findet. Sie belastet das Kniegelenk stark und begünstigt eine Sportverletzung am Knie sowie einen Kreuzbandriss.

Sportler*innen können aber vermeiden, dass das Knie in diese ungünstige Position gerät – und zwar, indem sie auf die richtigen Übungen setzen. Die Deutsche Kniegesellschaft, die Teil der DGOU ist, hat mit „Stop X“ ein kostenloses Trainingsprogramm entwickelt, das zum Aufwärmen ins Mannschaftstraining eingebaut werden kann. Man kann es aber auch individuell zu Hause durchführen, um eine Sportverletzung im Knie zu verhindern.

Kreuzbandriss vorbeugen: Das richtige Training

Was genau Hobby-Kicker*innen trainieren sollten, um keinen Kreuzbandriss zu riskieren – und wie: Mobilität, Kraft, Kontrolle und Elastizität. Eine gute Beweglichkeit, insbesondere auch der Hüfte, erlaubt kontrollierte und saubere Bewegungen durch Ausfallschritte oder Hüftöffner. Eine starke Muskulatur schützt vor einer Sportverletzung am Knie, wobei verschiedene Varianten der Kniebeuge helfen.

Unsaubere Bewegungen belasten das Knie besonders und können einen Kreuzbandriss auslösen.

Eine gute Stabilität von Hüfte, Rumpf und Beinen wirkt dem entgegen – und lässt sich etwa mit Gleichgewichtsübungen im Einbeinstand trainieren. Um gut auf schnelle Richtungswechsel vorbereitet zu sein und eine Sportverletzung am Knie zu vermeiden, ist es gut, Sprung-, Landungs- und Wendebewegungen zu üben.

Die PEACE-Regel in den ersten drei Tagen

Ob beim Training oder während des Matches: Auf einmal schießt doch ein starker Schmerz ins Knie, womöglich begleitet von einem Knacken oder Knallen, das auf einen Kreuzbandriss hindeutet? Dann verrät die PEACE-Regel, worauf es bei einer akuten Sportverletzung am Knie in den ersten drei Tagen ankommt. Das Kniegelenk sollte man nun ruhigstellen (Protect), damit es nicht zu weiteren Schäden kommt. Das verletzte Knie wird am besten höher als das Herz gelagert (Elevate), denn das reduziert Schwellungen.

Wo früher bei einer Sportverletzung im Knie zum Kühlen und auch zu entzündungshemmenden Schmerzmitteln wie Ibuprofen geraten wurde, empfehlen Fachleute nun Verzicht (Avoid Anti-inflammatory). Die natürliche Entzündungsreaktion ist wichtig für den Heilungsprozess nach einem Kreuzbandriss oder anderen Traumata. Ein leichter Druckverband (Compress) hilft dabei, Schwellungen einzudämmen. Generell gilt der Leitsatz (Educate): Man sollte seinen Körper aktiv unterstützen, eine Überbehandlung aber vermeiden.

PEACE-Regel

  • P wie „Protect“ (engl. SchĂĽtzen): Das Kniegelenk sollte man nun ruhigstellen, damit es nicht zu weiteren Schäden kommt.
  • E wie „Elevate“ (Hochlagern): Das verletzte Knie wird am besten hoch gelagert – und zwar höher als das Herz. Das reduziert Schwellungen.
  • A wie „Avoid Anti-inflammatory“ (EntzĂĽndungshemmer vermeiden): Wo frĂĽher zum KĂĽhlen und auch zu entzĂĽndungshemmenden Schmerzmitteln wie Ibuprofen geraten wurde, empfehlen Fachleute nun Verzicht. Der Grund: Die natĂĽrliche EntzĂĽndungsreaktion ist wichtig fĂĽr den Heilungsprozess.
  • C wie „Compress“ (Kompression): Ein leichter Druckverband hilft dabei, Schwellungen einzudämmen.
  • E wie „Educate“ (Aufklären): Generell gilt der Leitsatz: Man sollte seinen Körper aktiv unterstĂĽtzen, eine Ăśberbehandlung aber vermeiden.

Ab Tag vier gilt die LOVE-Regel fĂĽrs Knie

Was genau wie schwer verletzt ist, kann bei einer Sportverletzung am Knie nur ein_e Ärzt_in beurteilen. Gerade bei starken Schmerzen oder wenn Auftreten unmöglich ist, sollte man die Verletzung unbedingt abklären lassen, um einen Kreuzbandriss auszuschließen. Ab Tag vier nach der Sportverletzung im Knie kommt dann die LOVE-Regel ins Spiel.

Jetzt kann die Rückkehr zur normalen Belastung beginnen (Load) – allerdings Schritt für Schritt. Schmerzt es, ist es zu viel. Wichtig ist, dem Heilungsprozess nach einem Kreuzbandriss positiv statt ängstlich entgegenzusehen (Optimism). Leichte, schmerzfreie Bewegungen regen die Durchblutung an (Vascularisation) und gezieltes Training (Exercise) hilft dabei, nach der Sportverletzung am Knie wieder Kraft, Stabilität und Beweglichkeit aufzubauen.

LOVE-Regel

  • L wie „Load“ (Belastung): Jetzt kann die RĂĽckkehr zu normalen Belastung beginnen – allerdings Schritt fĂĽr Schritt. Schmerzt es, ist es zu viel.
  • O wie „Optimism“ (Optimismus): Wichtig ist, dem Heilungsprozess positiv statt ängstlich entgegenzusehen. Denn auch die mentale Einstellung spielt eine Rolle bei der Genesung.
  • V wie „Vascularisation“ (Durchblutung): Leichte, schmerzfreie Bewegungen regen die Durchblutung an.
  • E wie „Exercise“ (Ăśbungen): Gezieltes Training hilft dabei, wieder Kraft, Stabilität und Beweglichkeit aufzubauen.

 

Quelle: dpa

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