Eine Krebspatientin mit Mütze sitzt auf dem Sofa und schaut in die Ferne. Eine weitere Frau sitzt hinter ihr, schaut sie an und hält ihren Arm.© KatarzynaBialasiewicz/iStock/Getty Images Plus
Eine Krebstherapie kann Betroffene und Pflegende durch Nebenwirkungen belasten – gut, wenn Sie vorab dazu beraten haben.

ALLGEMEINE HINWEISE ZUR THERAPIE EINER KREBSBEHANDLUNG

Eine Krebsbehandlung belastet und verunsichert Patienten und Angehörige. In der Apotheke finden Betroffene eine erste Anlaufstelle. Hier finden PTA wertvolle Tipps zu häufigen Nebenwirkungen vieler Krebsmedikament und heute zu allgemeinen Hinweisen wie dem Umgang mit dem Medikament – auch für Angehörige.

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Die Wirkstoffe von Krebsmedikamenten sind giftig. Die Arzneimittel mĂĽssen daher unter Beachtung zahlreicher Sicherheitsvorschriften zubereitet, verabreicht und entsorgt werden. Die Betreuung von Personen, die sich einer Krebsbehandlung unterziehen mĂĽssen, gestaltet sich mitunter gar nicht so einfach und belastet auch die Pflegenden.

Damit auch bei zu Hause angewendeten oralen Krebsbehandlungen keine Risiken auftreten, kommen hier Hinweise fĂĽr die Beratung.

Krebsbehandlung kann anderen schaden

Die zur Krebsbehandlung eingesetzten Wirkstoffe haben es oft ganz schön in sich. Konventionelle Chemotherapeutika besitzen eine hohe Toxizität, aber auch daheim zum Einsatz kommende orale Tumortherapeutika können anderen schaden. Daher gelten für den Umgang mit oralen Krebstherapien folgende Sicherheitsmaßnahmen:

  • Tabletten oder Kapseln fĂĽr die Krebsbehandlung am besten nur selbst anfassen und danach grĂĽndlich die Hände waschen. Geht das nicht, sollte die Person Gummihandschuhe und einen Mundschutz tragen und danach die Hände waschen. Grundsätzlich gilt: Alle mit dem Medikament in Kontakt gekommenen Einmalartikel in verschlossener PlastiktĂĽte im HausmĂĽll entsorgen!
  • Krebsmedikamente immer in der Blisterpackung aufbewahren! Wenn in einen Dosierer gestellt wird, kann man den Blister zerschneiden, sollte ihn aber erst bei der Einnahme öffnen.
  • Verunreinigungen durch das Medikament, aber auch durch Erbrochenes (bis zu zwei Stunden nach der Einnehme einer oralen Krebsbehandlung) stets mit Gummihandschuhen beseitigen. Diese und zum Reinigen benutzte EinmaltĂĽcher in verschlossenem Plastiksack im HausmĂĽll entsorgen. Beschmutzte Kleidung sofort und separat waschen.
  • Tabletten oder Kapseln keinesfalls teilen! Zerbrochene oder beschädigte Tabletten nicht einnehmen und Kapseln nicht öffnen! Sollten bei der Einnahme der Krebsmedikamente Probleme, zum Beispiel Schluckbeschwerden, auftreten, können Sie in der Apotheke gemeinsam eine Lösung finden – unter BerĂĽcksichtigung der Fachinformation des jeweiligen Arzneimittels.

Ausscheidungen von Krebspatienten können giftig sein

Beim Umgang mit Ausscheidungen von Menschen, die sich einer Krebsbehandlung unterziehen, sind neben den allgemeinen Hygieneregeln weitere Punkte wichtig. Das gilt vor allem fĂĽr die ersten zwei bis sieben Tage nach einer konventionellen Chemotherapie.

Schwangere und Stillende sollten keinen Kontakt mit Urin, Erbrochenem oder anderen Ausscheidungen haben. Die Toilette sollte nach der Benutzung durch die behandelte Person zweimal mit geschlossenem Deckel gespült, Bettpfannen mit Wasser und Seife gereinigt werden. Auch hierbei sind Gummihandschuhe Pflicht. Abbauprodukte der Krebsmedikamente können sich auch in Samenflüssigkeit und Vaginalsekret befinden. Kondome sind daher in den ersten 48 Stunden nach einer Chemotherapie unverzichtbar.

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Müdigkeit, Blutbildveränderungen und Co. durch Krebsmedikamente

Krebsmedikamente besitzen zahlreiche Nebenwirkungen. Das gilt für konventionelle Chemotherapien, aber auch für moderne, zielgerichtete Wirkstoffe. Dazu zählt Fatigue, also eine Erschöpfung, die sich auch mit Ruhe nicht bessern lässt. Diese kann sehr belastend sein, sowohl für Betroffene als auch für Angehörige.

Generell spielen psychische Gesichtspunkte bei jeder Krebsbehandlung eine wichtige Rolle. Niemand sollte zögern, sich Hilfe zu holen.

Blutbildveränderungen durch die Krebsmedikamente sind keine Seltenheit und können sogar therapielimitierend sein. Hier ist der Onkologe der richtige Ansprechpartner. Er entscheidet, in welchem Rahmen die Blutwerte der behandelten Person liegen sollen.

Wie steht es um das Immunsystem?

Auch das Immunsystem kann durch die Krebsbehandlung geschwächt werden. Kontaktpersonen sollten also bei Krankheitssymptomen Abstand von Betroffenen halten und die Hygienemaßnahmen beachten. Weil auch Fieber im Rahmen einer Krebsbehandlung auftreten kann, sollte vorab mit dem Onkologen besprochen werden, was wann zu tun ist.

Die Einnahme eines oralen Krebsmedikamentes oder auch eine Chemotherapie allein machen keine besonderen Kontaktbeschränkungen notwendig. Wenn man nicht zu sehr immungeschwächt ist, darf man auch Kinder und Säuglinge knuddeln und küssen. Sozialer Kontakt und Ablenkung kann helfen, die Stimmung bei einer Krebsbehandlung zu verbessern – und so zum Erfolg beitragen.

pDL anbieten

Die pharmazeutische Dienstleistung „Pharmazeutische Betreuung bei oraler Tumortherapie“ kann Betroffene zusätzlich unterstützen. Hier kann die Apotheke auf Besonderheiten und Begleitmedikamente eingehen und helfen, die Krebstherapie zum Erfolg zu führen.

Quelle: Leitlinienprogramm Onkologie

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