Ein kugelförmiges Liposom enthält eine Substanz. Das Liposom sieht in seiner Beschaffenheit genauso aus wie eine Zellschicht, auf die es zusteuert.© Love Employee/iStock/Getty Images Plus
Liposomen bestehen aus Phospholipid-Schichten und können in ihrem Inneren Substanzen transportieren.

Top oder Flop?

WAS BRINGT LIPOSOMALES VITAMIN C WIRKLICH?

Liposomales Vitamin C findet man von zahlreichen Herstellern, das Internet ist voll von Werbung und Online-Shops. Was steckt hinter dem Trend? Ăśber Chancen und Risiken und worauf man achten sollte.

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Liposomales Vitamin C soll durch bessere Bioverfügbarkeit und Verträglichkeit punkten. Liposomen, das wissen wir, bestehen aus einer oder mehreren Schichten aus Phospholipiden, die einer Zellmembran nachempfunden sind und im Inneren sowohl hydro- als auch lipophile Substanzen transportieren können. Sie schützen Wirkstoffe vor Abbauprozessen und schleusen sie in verschiedene Gewebe.

Liposomales Vitamin C kommt in flĂĽssiger Form und als Kapseln vor. Ganz unproblematisch ist die Einnahme aber nicht.

Liposomales Vitamin C: BioverfĂĽgbar und geschĂĽtzt

Liposomales Vitamin C bietet einige Besonderheiten. Das empfindliche MolekĂĽl bleibt im Inneren der PhospholipidhĂĽlle vor Oxidation, Magensäure und enzymatischem Abbau im Verdauungstrakt geschĂĽtzt. AuĂźerdem fusionieren die Liposomen erst bei Kontakt mit der Darmschleimhaut und geben so ihre wertvolle Fracht gezielt an dem Ort ab, an dem die Resorption stattfindet.

Studien zeigen für liposomales Vitamin C eine bis zu dreimal bessere Bioverfügbarkeit als bei herkömmlichen Pulvern, Kapseln oder Tabletten.

Auch die Kombination aus Phospholipiden mit Vitamin C könnte eine Rolle bei der Verteilung im Körper spielen. Experimente zeigen eine verbesserte Aufnahme in den Extrazellulärraum. Auch fein regulierte Prozesse in schlecht durchbluteten Geweben könnte das liposomale Vitamin C so erreichen, wie etwa Gelenkinnenräume oder das zentrale Nervensystem.

Liposomales Vitamin C umgeht einige Probleme im Zusammenhang mit herkömmlichen Supplementen. So wird bei letzteren ein meist bestehender Ăśberschuss oft ungenutzt ausgeschieden, was zu Verdauungsproblemen oder Nierensteinen fĂĽhren kann. Vom liposomalen Vitamin C geht weniger verloren. Ganz unproblematisch ist das aber nicht.

Vitamin C hochdosiert: Licht und Schatten

Vitamin C sollte hochdosiert generell nicht in der Selbstmedikation empfohlen werden. Während es als Radikalfänger Zellen schützt, zahlreiche Enzyme reguliert, Entzündungsprozesse hemmt und die Immunabwehr unterstützt, kann es auch Probleme bereiten.

Gastrointestinale Nebenwirkungen, Oxalat-Nierensteine oder Probleme mit der Eisenaufnahme können durch Vitamin C begĂĽnstigt werden, vor allem in hochdosierter Form.

Während Studien positive Wirkungen zum Beispiel in der onkologischen Nachsorge, bei Infektionen, Autoimmunerkrankungen oder chronisch-entzĂĽndlichen Prozessen belegen, warnen Kritiker. Die zugrundeliegenden Untersuchungen weisen oft methodische Mängel auf, etwa eine geringe Probandenzahl oder fehlende Placebokontrollen.

Liposomales Vitamin C ist nicht immer gleich gut

Liposomales Vitamin C kommt auch nach Operationen oder im Leistungssport zur verbesserten Regeneration zum Einsatz. Die flĂĽssigen Formen bieten eine flexible Dosierung und eignen sich auch bei Schluckbeschwerden.

Allerdings ist die Herstellung des liposomalen Vitamin Cs aufwendig und die Stabilität von der Qualität in der Produktion abhängig. Unsachgemäße Lagerung oder minderwertige Produkte verringern die Vorteile. Manche Hersteller fügen ihren Produkten außerdem Zusatzstoffe bei, die unerwünschte Reaktionen auslösen können. Wer liposomales Vitamin C anwenden möchte, sollte also unbedingt auf qualitätsgeprüfte Produkte setzen.

Seriöse Forschende geben zu bedenken, dass der Nutzen dieser Darreichungsform noch weiter untersucht werden muss.

Vitamin C in hochdosierter Form ist außerdem kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung und ein Einsatz braucht medizinische Aufsicht.

FĂĽr sensible Zielgruppen und besondere Einsatzgebiete kann liposomales Vitamin C aber durchaus eine Option sein.

Quelle: Bild der Wissenschaft

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