ME/CFS
LONG COVID: KRANKENKASSEN ZAHLEN KÜNFTIG VIER WIRKSTOFFE ZUR BEHANDLUNG
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Die Corona-Krise ist vorbei, doch Langzeitfolgen machen Betroffenen noch schwer zu schaffen. Künftig bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen mehrere lindernde Arzneimittel – ein wichtiger Schritt für die Behandlung von Long Covid. Die Behandlung auf Kassenkosten ist künftig mit vier Arzneimitteln außerhalb ihrer eigentlichen Zulassung möglich. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) geregelt.
Die vier Medikamente können damit künftig gezielter bei Long Covid eingesetzt werden. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken sagte: „Das ist ein wichtiger Schritt und gibt Betroffenen Hoffnung auf eine bessere Therapie.“ Lange hatten Betroffene von Long Covid und Post Covid auf mehr Behandlungsoptionen gewartet. „Wir werden nicht nachlassen, um in der Forschung, Versorgung und Behandlung weitere Fortschritte zu erzielen.“ Damit rückt die Long- und Post-Covid-Therapie stärker in den Fokus.
Einsatz außerhalb der eigentlichen Zulassung zur Long-Covid-Behandlung
Die Zulassung der vier Medikamente wurde nicht auf Long Covid erweitert, aber sie dürfen nun auch off-label auf Kosten der gesetzlichen Krankenkassen verschrieben werden. Zwei der Arzneimittel können bei Patient*innen mit Long Covid eingesetzt werden, um Fatigue zu lindern oder kognitive Beeinträchtigungen wie eine verringerte Aufmerksamkeit zu behandeln.
Gerade die Fatigue stellt viele Betroffene von Long Covid beziehungsweise des Myalgischen Enzephalomyelitis/Chronischen Fatigue-Syndroms (ME/CFS) vor große Herausforderungen und macht eine gezielte Behandlung notwendig.
Aktuelles zu Long-Covid:
Welche Medikamente werden im Off-Label-Use bei Long Covid verordnungsfähig?
- Ivabradin ist zugelassen bei Angina pectoris und chronischer Herzinsuffizienz. Bei Long-Covid wird mit Ivabradin das postinfektiöse Posturale orthostatische Tachykardie-Syndrom (PoTS) gelindert, wenn die Betroffenen keine Betablocker einnehmen können.
- Metformin, das orale Antidiabetikum, kann zur Prophylaxe von Long/Post-COVID eingesetzt werden. Im Off-label-Use erstattet die gesetzliche Krankenversicherung Metformin allerdings nur innerhalb von drei Tagen, nachdem die akute Coronainfektion festgestellt wurde, und wenn die Symptome seit weniger als einer Woche bestehen. Außerdem nur bei Personen ab 16 Jahren mit Übergewicht oder Adipositas.
- Das Antidepressivum Agomelatin kann eine Fatigue bei postinfektiöser ME/CFS und bei Long/Post-COVID lindern.
- Und Vortioxetin, ebenfalls ein Antidepressivum, soll kognitive Beeinträchtigungen – zum Beispiel eine verringerte Aufmerksamkeit und Gedächtnisleistung – und/oder depressive Beschwerden behandeln.
Wichtig: Nur, wenn der Hersteller die Haftungsübernahme erklärt hat, sind die Arzneimittel im Off-Label-Use verordnungsfähig.
Long- und Post-Covid-Therapie weiter ausbauen
Der G-BA-Vorsitzende Josef Hecken sagte, Empfehlungen einer Expert*innengruppe seien nun schnell umgesetzt worden. Es besteht aber weiter dringender Bedarf an wissenschaftlichen Erkenntnissen zu guten Therapiemöglichkeiten bei Long und Post Covid und ME/CFS. Anwendungen außerhalb der Zulassung könnten nur eine „Behelfsoption“ sein.
Dennoch bieten diese Medikamente eine wichtige Unterstützung in der aktuellen Situation rund um die Long-Covid-Behandlung.
Denn Arzneimittel, die speziell bei Long und Post Covid oder ME/CFS zugelassen sind, gibt es bisher nicht.
Quellen:
dpa
https://www.g-ba.de/presse/pressemitteilungen-meldungen/1322/












