Höchstwert
REKORD BEI GEWEBESPENDEN – KLINIKEN MELDEN MEHR SPENDER*INNEN
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Bei den Gewebespenden in Deutschland wurde erneut ein Rekord erreicht: 9640 Menschen haben Augenhornhäute, Herzklappen oder andere Transplantate aus dem Netzwerk der Deutschen Gesellschaft für Gewebespende (DGFG) erhalten.
Das seien 15,2 Prozent mehr als im Vorjahr, berichtete die gemeinnützige Organisation, die etwa die Hälfte der Gewebespenden in Deutschland vermittelt und nur über diese Auskunft geben kann.
Augenhornhauttransplantation: Bedarf bleibt hoch
Rund 4000 Menschen spendeten nach ihrem Tod ihre Augenhornhäute über das DGFG-Netzwerk. Dadurch war es möglich, 16 Prozent mehr Patientinnen und Patienten durch eine Augenhornhauttransplantation ihr Augenlicht zu erhalten oder wiederzuerlangen.
Trotz Rekord herrscht weiterhin ein Mangel an Gewebe für die Augenhornhauttransplantation, da die Nachfrage das Angebot übersteigt. Die DGFG weist darauf hin, dass die Gewebespende in diesem Bereich oft nicht geplant oder vorbereitet wird – dabei ist jede einzelne Augenhornhauttransplantation für die Betroffenen ein enormer Gewinn an Lebensqualität.
Die Anzahl der Meldungen, der Aufklärungsgespräche und damit auch der Menschen, die Gewebe gespendet haben, sei im vergangenen Jahr erkennbar höher gewesen als 2024. Prozentual habe es 2025 aber keine Zunahme bei der Zustimmung zur Gewebespende gegeben. Die Zustimmungsquote der An- und Zugehörigen von Verstorbenen betrug 37,9 Prozent – ein minimaler Rückgang um 0,2 Prozent.
Herzklappenspende: Nachfrage größer als das Angebot
Besonders kritisch bleibt die Situation bei der Herzklappenspende: „Diese wurden zu 84,4 Prozent im Rahmen einer Organspende entnommen, wenn das gesamte Herz für eine Organtransplantation medizinisch nicht infrage kam“, so die DGFG.
Obwohl auch bei der Herzklappenspende die Spenderzahlen stiegen, konnte die Organisation weniger als die Hälfte der Anfragen erfüllen. Eine höhere Bereitschaft zur Gewebespende könnte helfen, Engpässe bei der Herzklappenspende zu verringern.
Organspender*in werden:
Organspendeausweis: Entscheidung dokumentieren
„Im Gegensatz zur Organspende ist die Gewebespende der breiten Bevölkerung oft unbekannt“,
schreibt die DGFG. Der Wille der verstorbenen Person sei daher häufig nicht dokumentiert. Wer seine Entscheidung zu einer möglichen Gewebespende frühzeitig trifft, kann sie im Organspendeausweis oder im offiziellen Register festhalten.
Besonders hilfreich ist es, wenn das Thema zu Lebzeiten mit An- und Zugehörigen besprochen wird. Das erleichtert eine Entscheidung in einer ohnehin belastenden Situation – ob es nun um die Herzklappenspende oder eine Augenhornhauttransplantation geht.
Gewebespende im Klinikalltag etablieren
Der Zuwachs an Gewebespenden ist auch darauf zurĂĽckzufĂĽhren, dass immer mehr Kliniken potenzielle Spenderinnen und Spender melden. Die Gewebespende wird zunehmend in den Klinikalltag integriert.
DGFG-Geschäftsführer Martin Börgel betont: „Das ist in einer Zeit, in der die Kliniken und ihr Personal so stark belastet sind, keine Selbstverständlichkeit.“
Quelle: dpa












