Eine Frau steht im Garten an einem Tisch und setzt junge Pflanzen in größere Töpfe.© Mariia Skovpen/iStock/Getty Images Plus
Die Wahl der Erde entscheidet, ob die Pflanze die richtigen Nährstoffe bekommt – und wie lange Moore noch erhalten bleiben.

GrĂĽner Garten

TORFFREIE ERDE IM FOKUS: KLIMASCHONEND GÄRTNERN LEICHT GEMACHT

Torffreie Erde wird für immer mehr Hobbygärtner*innen zur ersten Wahl. Wer klimaschonend gärtnern möchte, sollte auf die richtige Blumenerde achten – und kann mit einfachen Tipps Umwelt und Pflanzen gleichermaßen schützen.

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Pflanzen brauchen Wasser und Erde, um zu wachsen? Nicht unbedingt. Manchen Exemplaren reicht auch nur Wasser. Dazu gehören etwa Zimmerpflanzen wie der Glücksbambus, Monstera, Ficus Benjamini und Philodendron sowie manche Kräuter. Wichtig ist, dass diese Pflanzen viel Feuchtigkeit vertragen und unempfindlich gegenüber Staunässe sind. Zudem mögen sogenannte Water Plants halbschattige Standorte mit indirektem Licht. Neben Wasser brauchen sie aber trotzdem Nährstoffe. Die bekommen sie statt aus dem Boden in Form von flüssigem Dünger.

Sobald es ums Anpflanzen im Garten oder auf dem Balkon geht, kommt torffreie Erde ins Spiel. Wer klimaschonend gärtnern möchte, sollte genau hinschauen: Die Entscheidung für torffreie Erde spielt nicht nur für Pflanzen eine wichtige Rolle, sondern auch für Umwelt und Klima.

Vorteile von Komposterde nutzen: Welche Pflanzen welchen Boden brauchen

Bei Erde gibt es groĂźe Unterschiede. Bestes Beispiel dafĂĽr ist die Kräuterspirale. „Oben wachsen wärmeliebende Arten, etwa Rosmarin, Lavendel oder Thymian. Hier kann der Boden mager sein, also mit hohem Sandanteil“, erklärt Corinna Hölzel vom Bund fĂĽr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Die Gartenerde wird hier etwa zur Hälfte mit Sand gemischt.

Unten nimmt der Sandanteil immer weiter ab und der Anteil an nährstoffreicher Komposterde steigt, um deren Vorteile zu nutzen. „Im mittleren Bereich mit höherem Humusanteil fühlen sich Melisse und Oregano wohl. Ganz unten, wo es feucht und nährstoffreich ist, kommen Minze, Schnittlauch und Petersilie gut zurecht“, rät Hölzel.

Das zeigt: Nicht jede Pflanze braucht die gleichen Nährstoffe und den gleichen Boden. Wer klimaschonend gärtnern möchte, kann den Boden gezielt anpassen und beispielsweise torffreie Erde mit Nährstoffen anreichern und etwa Kompost einarbeiten.

Wer keine Lust hat, selbst zu mischen, kann passende (torffreie) Erde für die jeweilige Pflanze kaufen – so gibt es spezielle Mischungen für Kräuter, Tomaten oder Rhododendren.

Blumenerde ohne Torf: Darauf sollten Sie achten

Wenn Gärtner*innen das Klima und die Umwelt am Herzen liegen, sollten sie beim Kauf darauf achten, dass die Erde torffrei ist. Corinna Hölzel warnt: „Torf stammt aus Mooren, die wertvolle Lebensräume für zahlreiche seltene Tiere und Pflanzen sind. Wird Torf abgebaut, wird dieser Lebensraum unwiederbringlich zerstört.“

Hinzu kommt, dass Torf gigantische Mengen an Kohlenstoff speichert. Beim Torfabbau allerdings werden die Moore trockengelegt. Dadurch gelangt der Kohlenstoff als klimaschädliches CO2 in die Atmosphäre und beschleunigt den Klimawandel.

Wer klimaschonend gärtnern will, sollte daher konsequent auf torffreie Erde beziehungsweise Blumenerde ohne Torf setzen.

Klimaschonend gärtnern: Nachhaltige Alternative nutzen

Im Handel gibt es bereits zahlreiche Anbieter für torffreie Erde. Zu finden sind Produkte in Gartencentern, Baumärkten oder über die Datenbank der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) auf deren Webseite.

Wichtig: Die Bezeichnungen „torffrei“ und „ohne Torf“ sind laut BUND-Expertin Hölzel verlässlich. In „Bio-Erde“ hingegen kann ein Torfanteil enthalten sein. Regionale Produkte helfen zusätzlich, klimaschonend zu gärtnern, da sie ohne lange Transportwege auskommen.

Eine besonders nachhaltige Lösung: Auf der Internetseite des Naturschutzbundes (NABU) findet man Anleitungen für eigene Mischungen. Häufig besteht torffreie Erde aus Rindenhumus, Holzfasern, Kokosfasern, Chinaschilffasern und Hanffasern. Weitere Zusätze wie Sand, Lavagranulat oder Tonminerale helfen, die Pflanzen optimal zu versorgen.

Als Alternative eignet sich auch Kompost. Einer der größten Vorteile von Komposterde: Kompost aus dem eigenen Garten oder aus kommunalen Anlagen ist oft nährstoffreicher als Torf. Dadurch werden zusätzliche DĂĽngemittel häufig ĂĽberflĂĽssig. Zudem ist Kompost preiswert und naturverträglich – ein klarer Pluspunkt fĂĽr alle, die klimaschonend gärtnern möchten.

Tipp: Anzuchterde ist für viele Pflanzen zu nährstoffreich. Corinna Hölzel rät, Gartenerde, Kompost und Sand zu gleichen Teilen zu mischen – ideal für torffreie Erde im Eigenbau.

Was muss man beim Gärtnern mit torffreier Erde beachten?

Je gröber die Struktur des Substrates ist, desto durchlässiger ist es – und desto weniger Wasser kann es speichern. „Bei Komposterde ist das kein Problem. Sie ist oft fein krümelig und kann Wasser gut speichern“, erklärt Hölzel den Vorteil. Bei Rindenhumus muss man jedoch häufiger gießen oder ihn mit torffreier Erde oder Komposterde und feineren Substraten mischen.

Am besten kontrolliert man, wie schnell die Erde austrocknet, und passt das Gießverhalten entsprechend an. Lieber öfter und in kleinen Mengen gießen.

„Zusätzliches Mulchen, also Bedecken des Bodens mit organischem Material, verhindert ein Austrocknen“, rät Corinna Hölzel.

Ihr Tipp: Informieren Sie sich vorab über den Bedarf Ihrer Pflanzen – und wählen Sie gezielt torffreie Erde. So gelingt klimaschonend gärtnern nachhaltig und effektiv.

Quelle: dpa

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