Gefäßprobleme
DURCHBLUTUNGSSTÖRUNGEN AN DEN BEINEN ERKENNEN: WARNZEICHEN RICHTIG DEUTEN
Seite 1/1 3 Minuten
Wer häufig unter kalten Füßen leidet, vermutet schnell eine schlechte Durchblutung. Doch kalte Füße können viele Auslöser haben. Wenn aber tatsächlich Durchblutungsstörungen der Beine der Grund sind, liegt das oft an einer Gefäßverkalkung – also an Ablagerungen, die die Arterien in den Beinen verengen.
Doch wie erkennt man die Warnsignale, bevor Schmerzen in den Beinen auf ernste Durchblutungsstörungen der Beine hinweisen?
Ständig kalte Füße? Woran man echte Gefäßprobleme erkennt
„Wer wissen möchte, ob seine Gefäße gefährdet sind, sollte prüfen, ob er zur Risikogruppe gehört“, erklärt Siamak Pourhassan von der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG).
Risikofaktoren für Durchblutungsstörungen der Beine sind Bluthochdruck, Übergewicht, erhöhter Cholesterinspiegel, familiäre Vorbelastung, Rauchen und das Alter.
Warnzeichen frühzeitig erkennen: kalte Füße und Hautveränderungen
Erste Symptome einer Gefäßverkalkung machen sich oft an den Füßen bemerkbar – etwa durch Nagelpilz, trockene Haut, Haarausfall an den Zehen und Risse in der Fußsohle.
Diese unscheinbaren Veränderungen können Hinweise auf Durchblutungsstörungen der Beine sein. Auch die Ursachen für kalte Füße sollten immer ärztlich abgeklärt werden, besonders wenn sie häufiger auftreten.
Ärztinnen und Ärzte tasten bei Verdacht die Fußpulse am Innenknöchel ab und nutzen den Knöchel-Arm-Index, um Durchblutungsstörungen der Beine sichtbar zu machen.
Bei auffälligen Befunden ist eine gefäßmedizinische Abklärung notwendig. „Wir untersuchen dann mit Ultraschall das venöse und arterielle Gefäßsystem, also beide Systeme“, so Pourhassan. Dabei sei eine ganzheitliche Betrachtung wichtig, denn:
„unsere Gefäße sind ein komplexes Netzwerk, das mit allen Organen und Geweben verbunden ist und von Hormonen und Nerven mitgesteuert wird.“
Mehr zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen:
Weitere Ursachen kalter Füße: mehr als nur Gefäße
Neben Durchblutungsstörungen der Beine können auch andere Erkrankungen zu kalten Füßen führen – etwa eine Schilddrüsenunterfunktion, niedriger Blutdruck, Blutarmut, Stress oder Nervenschäden durch Diabetes.
Eine differenzierte Abklärung ist deshalb entscheidend, um die genauen Ursachen für kalte Füße Ursachen zu identifizieren.
Wann kein Gefäßcheck nötig ist
Liegt kein erhöhtes Risiko vor, warnt Pourhassan vor vorschnellen Untersuchungen: „Ein Gefäßcheck ohne Indikation kann unnötig beunruhigen.“
Mini-Plaques, also kleine Ablagerungen ohne Krankheitswert, könnten fälschlich als bedrohlich wahrgenommen werden – was psychisch belastend sein kann.
Tanzen – ein Bewegungstipp für gesunde Gefäße
Wer zu Durchblutungsstörungen der Beine neigt, sollte aktiv werden. Geeignet sind Gehgruppen, Rehasport oder Tanzen. Besonders das Tanzen bringt gleich mehrere Vorteile für die Gesundheit.
Pourhassen erklärt:
„Es verbessert die Blutzirkulation, regt das Herz-Kreislauf-System an und steigert die Lebensfreude.“
Durch regelmäßige Bewegung lassen sich viele Symptome einer Gefäßverkalkung abmildern oder sogar vermeiden. „Tanzen ist ideal – nicht nur für die Gefäße, sondern auch für die geistige und soziale Gesundheit“, betont der DGG-Experte. Es ist also mehr als nur ein Hobby – es ist Prävention.
Quelle: dpa












