Hände einer ängstlichen Frau auf einem Sofa© PeopleImages / iStock / Getty Images Plus
Viele Menschen haben Angst vor Krebs.

Forsa-Umfrage

ANGST VOR KREBS: WAS BETROFFENE TUN KÖNNEN

Angst vor Krebs ist die Sorge, die Menschen in Deutschland am meisten umtreibt. Doch ausgewogene Informationen und eine gezielte Krebsfrüherkennung helfen, das Risiko zu senken und die Angst vor Krebs zu bewältigen. Was Betroffene tun können, wenn die ständige Angst vor Krebs den Alltag belastet.

Seite 1/1 3 Minuten

Seite 1/1 3 Minuten

Die Angst vor Krebs ist jene gesundheitliche Furcht, vor der sich die Menschen in Deutschland am meisten fürchten. Das zeigt eine aktuelle, repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit, für die seit 2010 jährlich 1000 Menschen ab 14 Jahren befragt werden. Rund 69 Prozent der Teilnehmenden gaben an, dass eine Krebserkrankung ihre größte Sorge ist, was die weit verbreitete Angst vor Krebs unterstreicht. Auf Krebs folgen Alzheimer und Demenz.

Ausgewogene Informationen über Krebs können helfen, mit der Angst umzugehen. Dazu gehört auch das Wissen darüber, wie sich das persönliche Risiko aktiv senken lässt. Bei manchen Menschen wird die ständige Angst vor Krebs allerdings zu einer enormen Belastung. Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums erklärt, was dann helfen kann.

Diagnostik und Therapie stark verbessert

Dass die Angst vor Krebs so präsent ist, ist verständlich: Kaum eine andere Krankheit wird so stark mit großem Leid und einem tödlichen Ausgang verbunden. Viele Menschen haben zudem prägende Erfahrungen gemacht, etwa weil Familienmitglieder oder Freund*innen erkrankt sind. Auch die Medienberichterstattung kann dazu beitragen, dass diese Angst vor Krebs als besonders bedrohlich wahrgenommen wird.

Gleichzeitig ist wichtig zu wissen, dass sich Diagnostik und Behandlung in den vergangenen Jahren enorm weiterentwickelt haben. „Viele Krebserkrankungen können heute früh erkannt und erfolgreich behandelt werden“, sagt Dr. med. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes am Deutschen Krebsforschungszentrum. „Und selbst wenn eine Krebserkrankung nicht vollständig geheilt werden kann – mit entsprechender Behandlung können viele Betroffene noch über lange Zeit ein aktives Leben führen.“

Mit Krebsfrüherkennung und Prävention Risiko senken

Ein gesunder Lebensstil kann dazu beitragen, das Risiko zu verringern und so auch die Angst vor Krebs zu lindern. Menschen, die sich an den Empfehlungen des Europäischen Kodex zur Krebsbekämpfung orientieren, erkranken statistisch gesehen seltener. Wer beispielsweise nicht raucht, sich regelmäßig bewegt sowie gesund und ausgewogen ernährt, profitiert enorm. Zudem bietet das gesetzliche Programm zur Krebsfrüherkennung regelmäßige Untersuchungen für verschiedene Tumorarten an.

Ziel des gesetzlichen Programms zur Krebsfrüherkennung ist es, Vorstufen oder Tumore in einem frühen Stadium zu erkennen. Fragen zu Prävention, Krebsfrüherkennung oder Risikofaktoren beantwortet der Krebsinformationsdienst. Ärzt*innen sind telefonisch unter 0800 420 30 40 sowie per E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.de erreichbar und informieren verständlich auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft zur Krebsfrüherkennung. Weitere Informationen gibt es unter www.krebsinformationsdienst.de.

Wenn die Angst den Alltag stark belastet

Eine gewisse Angst vor Krebs kennen die meisten Menschen. Sie kann auch dazu führen, dass man sich im positiven Sinn mehr um die eigene Gesundheit und die Krebsfrüherkennung kümmert. Manchmal entwickelt die Angst vor Krebs jedoch ein Eigenleben und wird zu einem hartnäckigen Begleiter. Dann kann sie viel Zeit und Energie beanspruchen und den Alltag stark belasten.

Mögliche Warnzeichen auf einen Blick:

  • ständiges Grübeln über eine mögliche Erkrankung
  • häufiges Kontrollieren und Abtasten des eigenen Körpers
  • wiederholte ärztliche Untersuchungen, die nicht beruhigen
  • oder umgekehrt das Vermeiden von Untersuchungen aus Angst vor einer Diagnose
  • intensive Recherchen im Internet zu Symptomen oder Risiken
  • Schlafstörungen, starke Anspannung oder sozialer Rückzug

Bei Bedarf professionelle Hilfe suchen

Wenn die Angst vor Krebs oder anderen schweren Erkrankungen zu viel Raum einnimmt und den Alltag bestimmt, müssen Betroffene sich damit nicht abfinden. Es gibt Möglichkeiten, den Umgang mit Sorgen und Ängsten zu lernen, sodass sie das Leben weniger beeinträchtigen. Dabei können erfahrene Fachleute unterstützen, zum Beispiel im Rahmen einer kognitiven Verhaltenstherapie.

Auch der Austausch mit anderen Menschen, denen es ähnlich geht, kann hilfreich sein. Der Krebsinformationsdienst hilft bei Bedarf zudem dabei, Adressen von Psychotherapeut*innen und weiteren Ansprechpartner*innen zu finden.

Quelle: „Angst vor Krebs – was kann ich tun?“, Pressemitteilung von Deutsches Krebsforschungszentrum in der Helmholtz-Gemeinschaft, 27. Juli 2026.

 

×