Eine Schülerin sitzt allein im Flur der Schule, Beine angezogen, Gesicht in den Händen verborgen.© Rafa Jodar/iStock/Getty Images Plus
Wie stark die Regelbeschwerden von Teenagern werden, könnten bestimmte Symptome schon vor der Pubertät vorhersagen, meinen Forschende.

Risikofaktoren gefunden

REGELSCHMERZEN BEI TEENAGERN: VOR DER PUBERTÄT ERKENNBAR?

Regelschmerzen belasten Mädchen im Teenageralter oft stark im Alltag. Forschende der University of Michigan in den USA haben jetzt einen Zusammenhang zwischen harmlosen Beschwerden vor der Pubertät und späteren Regelschmerzen bei Teenagern erkannt.

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Regelschmerzen gelten im Allgemeinverständnis, nicht nur bei Teenagern, als normal und unvermeidbar – auch, wenn sie das gar nicht sind. Oft bleiben sie deshalb unbehandelt oder werden als notwendiges Übel abgetan und mit Schmerzmitteln durchgestanden. Und das, obwohl die betreffenden Personen stark unter den Regelschmerzen leiden.

Teenager verpassen so die Schule oder fehlen in der Ausbildung, während ihre Beschwerden auch von ärztlicher Seite oft unterschätzt werden. Schamgefühl und mangelndes Verständnis treffen in diesem Bereich auf einen Mangel an Forschung, monieren Forschende aus den USA. Ein Team aus Schmerzforschenden und Psycholog*innen hofft, zukünftige Risikofaktoren früher erkennen und so möglicherweise der Entstehung von Regelschmerzen bei Teenagern vorbeugen zu helfen.

Regelschmerzen bei Teenagern: Alarmzeichen als Kinder

Ob Regelschmerzen bei Teenagern auftreten oder nicht, ist sehr unterschiedlich. Das Team um Dr. Melissa E. Lenert wertete Daten von über 2000 Jugendlichen aus und fand dabei Zusammenhänge zwischen harmlosen Beschwerden vor der Pubertät und späteren Regelschmerzen. Die Teenager, die als Kinder nicht schmerzhafte, unspezifische Symptome beschrieben, litten später öfter an starken Periodenschmerzen.

Zu den Symptomen zählen

  • MĂĽdigkeit,
  • Schwindel,
  • Magen-Darm-Beschwerden,
  • Albträume
  • sowie veränderte Sinneswahrnehmungen.

Auch ein fortgeschrittener Pubertätsstatus im Alter von neun bis zehn Jahren stand mit einem höheren Risiko für Regelschmerzen als Teenager in Verbindung.

Schlafprobleme und Regelbeschwerden

Außerdem entdeckte das Team einen weiteren Zusammenhang: Schlafprobleme hängen eng zusammen mit der Beeinträchtigung durch die Regelschmerzen im Alltag der Teenager. Diese Belastung lässt sich nach Ansicht der Forschenden möglicherweise verringern, wenn auftretende Schlafprobleme bereits vor dem Eintritt der ersten Menstruation behandelt werden.

Hier zeigt zum Beispiel die kognitive Verhaltenstherapie gute Wirksamkeit, weil sie sowohl die Schlafschwierigkeiten als auch die empfundene Beeinträchtigung durch die Regelschmerzen bei den Teenagern angehen.

Kann man Regelschmerzen vorbeugen?

Um einer starken Belastung durch Regelschmerzen möglicherweise vorbeugen zu können, setzen die Forschenden aus Michigan auf die Identifizierung möglicher Risikofaktoren. Regelschmerzen betreffen etwa 70 Prozent der Teenager, 20 Prozent fühlen sich im Alltag deutlich eingeschränkt. Die generelle Wahrnehmung von Menstruationsbeschwerden als harmlos und unvermeidbar führt dazu, dass Betroffene oft nicht ernst genommen werden oder sich schämen, Hilfe zu suchen.

Zu möglichen Risikofaktoren für Periodenschmerzen fehlt es zudem an Forschung. Das will das Team ändern, um Regelschmerzen vorbeugen zu können oder sie frühzeitig umfassender zu behandeln. Die vorliegende Untersuchung gibt erste Hinweise, welche Mädchen später von Regelschmerzen betroffene Teenager sein könnten.

Periodenschmerzen: Diese Medikamente können Jugendlichen helfen

Bei Periodenschmerzen kommen in erster Linie schmerzstillende Medikamente bei zum Einsatz. Bei Jugendlichen an erster Stelle stehen Ibuprofen oder Naproxen, gefolgt von Paracetamol. Reicht das nicht aus, kann das krampflösende Butylscopolamin helfen. Wärme unterstützt bei Periodenschmerzen die Wirkung der Medikamente, nicht nur Jugendliche profitieren davon. In einzelnen Studien zeigt auch Mönchspfefferextrakt Wirkung. Hierfür braucht es aber ärztliche Rücksprache. Diese sollte bei starken Regelschmerzen, die für die Teenager zur Belastung werden, nämlich ebenfalls erfolgen.

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