Bei Adipositas
LIRAGLUTID WIRKT ALS MIGRĂNEPROPHYLAXE
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MigrĂ€ne bedeutet nicht nur Kopfschmerzen. Ein Anfall kann auch Ăbelkeit, Lichtempfindlichkeit und weitere Beschwerden bedeuten, die teils mehrere Tage anhalten und Betroffene stark belasten. Die Behandlung von MigrĂ€ne kann akut erfolgen, aber das reicht oft nicht, wenn die Attacken öfter auftreten. Dann braucht es eine MigrĂ€neprophylaxe.
Die bisher eingesetzten Wirkstoffe brauchen oft lange, bis sie wirken â wenn ĂŒberhaupt. Sie sind fĂŒr manche Personengruppen nicht geeignet oder es sind sehr teure Biologicals. Liraglutid zeigt jetzt in einer italienischen Studie, dass es als MigrĂ€neprophylaxe wirken kann.
MigrĂ€neprophylaxe ĂŒber den Hirndruck
Liraglutid zur MigrÀneprophylaxe? Ist das nicht ein GLP1-Agonist gegen Diabetes und Adipositas? Richtig. Aber die Substanz könnte möglicherweise auch zur Behandlung von MigrÀne dienen. Ein Team um Dr. Simone Braca von der UniversitÀt in Neapel hat 31 Menschen mit Adipositas, die unter MigrÀne litten, damit behandelt und Erstaunliches herausgefunden.
Voraussetzung fĂŒr die Teilnahme an der Studie war ein Body-Mass-Index von ĂŒber 30 kg/mÂČ. AuĂerdem wurden nur Menschen eingeschlossen, bei denen zwei verschiedene Wirkstoffe zur MigrĂ€neprophylaxe versagt hatten. Alle Probanden litten entweder an hochfrequenter episodischer MigrĂ€ne, was mindestens acht Tage pro Monat bedeutet, oder an chronischer MigrĂ€ne, die mindestens drei Monate lang mindestens 15 Tage pro Monat auftritt.
Liraglutid, tĂ€glich ĂŒber zwölf Wochen verabreicht, senkte die Zahl der monatlichen Kopfschmerztage bei den untersuchten Probanden von durchschnittlich 19,8 auf 10,7. Es wirkte somit als MigrĂ€neprophylaxe.
Was hilft bei MigrÀne:
GLP-1-Agonisten und der Hirndruck
Warum Liraglutid als MigrĂ€neprophylaxe wirkt, wissen die Forschenden nicht genau. Sie vermuten aber, dass ein erhöhter Hirndruck (ICP, kurz fĂŒr increased cranial pressure) bei der Entstehung von MigrĂ€ne eine Rolle spielt. Studien deuten zumindest darauf hin. Besonders erhöhter Druck in den Hirnvenen, die unter der harten Hirnhaut liegen, scheint fĂŒr das Schmerzgeschehen bei MigrĂ€ne eine Rolle zu spielen.
GLP1-Agonisten wie Liraglutid, aber auch Semaglutid und weitere, haben in frĂŒheren Studien gezeigt, dass sie den Hirndruck senken können. Sie könnten also als MigrĂ€neprophylaxe eingesetzt werden.
Behandlung von MigrÀne bleibt kompliziert
Die Behandlung von MigrĂ€ne mit Liraglutid kommt allerdings nur fĂŒr Adipositas-Betroffene infrage. Bei ihnen ist das Risiko fĂŒr MigrĂ€ne allgemein erhöht.
Ob der Wirkstoff in Zukunft als MigrĂ€neprophylaxe zum Einsatz kommt, muss sich auĂerdem noch zeigen. SchwĂ€chen der aktuellen Untersuchung sind die kleine Probandenzahl, das monozentrische Design und die Tatsache, dass die Forschenden den Hirndruck nicht gemessen haben. Sie weisen selbst darauf hin, dass weitere Studien nötig sind. Erst nach gröĂeren, randomisierten und placebokontrollierten Untersuchungen wird sich zeigen, ob Liraglutid bei der Behandlung von MigrĂ€ne eine Option sein könnte.
Generell ist die Behandlung vor allem von chronischer MigrĂ€ne schwierig, denn die Prozesse dahinter sind noch nicht genau verstanden. Eine wirksame MigrĂ€neprophylaxe nimmt Betroffenen eine groĂe Last, denn die Beschwerden schrĂ€nken die LebensqualitĂ€t mitunter stark ein.
Quellen:
https://www.pharmazeutische-zeitung.de/liraglutid-als-potenzielle-migraeneprophylaxe-156980/
Simone Braca, Cinzia Valeria Russo, Antonio Stornaiuolo, Gennaro Cretella, Angelo Miele, Caterina Giannini, Roberto De Simone: âEffectiveness and tolerability of liraglutide as add-on treatment in patients with obesity and high-frequency or chronic migraine: A prospective pilot studyâ, Headache. The Journal of Head and Face Pain, 17. Juni 2025. https://doi.org/10.1111/head.14991












