Älterer Mann hat beide Arme zur Faust gehoben und Krankenschwester beurteilt die Armkraft© Highwaystarz-Photography / iStock / Getty Images Plus
Nach einem Schlaganfall verhÀlt sich der eigene Körper oft nicht mehr so, wie man es vorher kannte. Eine hÀufige Folge sind spastische Bewegungsstörungen, beispielsweise in der Hand.

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SPASTIK NACH SCHLAGANFALL: SO ERKENNEN UND BEHANDELN SIE DIE SYMPTOME

Viele Betroffene entwickeln nach einem Schlaganfall schmerzhafte Spastiken. Wie eine Spastik nach Schlaganfall entsteht, was sie fĂŒr den Alltag bedeutet und welche Behandlungen sowie Hilfsmittel bei einer Spastik helfen können – ein Überblick fĂŒr Betroffene und Angehörige.

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Nach einem Schlaganfall verhĂ€lt sich der eigene Körper oft nicht mehr so, wie man es vorher kannte. Eine hĂ€ufige Folge sind spastische Bewegungsstörungen â€“ eine typische Spastik nach einem Schlaganfall.

Das heißt: Die Muskeln verkrampfen oder versteifen sich plötzlich, sie stehen unter starker Spannung und schmerzen. Welche Muskeln betroffen sind und wie genau sie sich verhalten – das kann von Patient zu Patient ganz unterschiedlich sein.

Das Problem: So eine Spastik nach einem Schlaganfall entwickelt sich schleichend, stellt sich erst Wochen oder gar Monate nach dem Ereignis ein. „Betroffene und Angehörige sind oft auf sich allein gestellt, Hilfe kommt gar nicht oder zu spĂ€t“, so Liz Mohn, PrĂ€sidentin der Deutschen Schlaganfall-Hilfe in einem Patienten-Ratgeber der Stiftung. Welche Anzeichen man kennen sollte – und wie es dann weitergeht:

Bewegungsstörungen nach Schlaganfall erkennen

Ein Schlaganfall kann SchĂ€den im zentralen Nervensystem auslösen, die sich auf die Muskeln und ihre Beweglichkeit auswirken. Wer also das GefĂŒhl hat, immer wieder Steifheit, Schmerzen oder BewegungseinschrĂ€nkungen in Armen und Beinen zu erleben, sollte das Ă€rztlich abklĂ€ren lassen. Dahinter kann eine Spastik nach einem Schlaganfall stecken. Dazu rĂ€t die Deutsche Schlaganfall-Hilfe.

Am besten holt man nicht nur die Hausarztpraxis ins Boot, sondern sucht auch eine Facharztpraxis fĂŒr Neurologie auf. Anlaufstelle kann auch eine Ambulanz fĂŒr Bewegungsstörungen nach einem Schlaganfall an einem Klinikum sein, sofern es in der NĂ€he eine solche gibt.

Abwarten, ob es von allein besser wird, ist jedenfalls keine gute Idee. Wird eine Spastik nach einem Schlaganfall nicht behandelt, können sich auf Dauer die Muskeln verkĂŒrzen, so die Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Und das bedeutet: noch weniger Bewegungsspielraum und noch mehr Schmerzen.

Herausforderungen im Alltag durch Spastik nach Schlaganfall

HĂ€nde waschen, spazieren gehen, eine Hose anziehen – viele AlltagstĂ€tigkeiten fallen mit einer Spastik nach einem Schlaganfall schwer. Dazu kommt, dass die Schmerzen auf die LebensqualitĂ€t schlagen.

Und oft leidet auch die Psyche: Dass die eigenen Muskeln nicht mehr wie gewohnt funktionieren, sorgt bei Betroffenen oft fĂŒr Frust und fĂŒr ein vermindertes Selbstbewusstsein. Die Folge können depressive Symptome sein.

Therapie bei Spastik: Was wirklich hilft

Heilbar ist eine Spastik nach einem Schlaganfall zwar nicht, aber sie ist der Deutschen Schlaganfall-Hilfe zufolge gut behandelbar. FĂŒr Erleichterung kann insbesondere eine Kombination aus diesen drei Dingen sorgen:

  • Behandlung mit Medikamenten: Zum Einsatz kommen Wirkstoffe, die die Muskelspannung verringern, zum Beispiel Baclofen, Tizanidin oder Dantrolen. Die Therapie bei Spastik sollte eng durch Arzt oder Ärztin begleitet werden, da die Medikamente Nebenwirkungen wie Schwindel oder starke MĂŒdigkeit mit sich bringen können.
  • Physio- und Ergotherapie: Im Zuge der Physiotherapie werden betroffene Muskeln gekrĂ€ftigt, gedehnt und mobilisiert. Bei der Ergotherapie lernen Betroffene, wie sie Alltagsaufgaben wie Anziehen, Essen oder Schreiben besser bewĂ€ltigen können. Die Therapie bei Spastik hilft so, mehr SelbststĂ€ndigkeit zurĂŒckzugewinnen.
  • Individuell angepasste Hilfsmittel: Ein Beispiel dafĂŒr sind Orthesen, die bestimmte Körperteile umschließen – und etwa das Handgelenk in eine Position bringen, die das Greifen erleichtert. Weiteres Beispiel: Einlagen oder Spezialschuhe, die die Stolpergefahr verringern und mehr Sicherheit beim Gehen bieten. Solche Hilfsmittel bei einer Spastik können den Alltag deutlich erleichtern.

Hilfsmittel bei Spastik sinnvoll einsetzen

Nicht jede Lösung funktioniert fĂŒr alle gleichermaßen. Deshalb sollte die Auswahl der Hilfsmittel bei einer Spastik individuell mit Fachpersonen abgestimmt werden – auch im Hinblick auf mögliche Kombinationen mit Physiotherapie oder medikamentöser Behandlung.

FĂŒr viele Betroffene sind speziell angepasste Gehhilfen, Lagerungsschienen oder Alltagshilfen wie Greifzangen ein großer Gewinn an LebensqualitĂ€t.

Quelle: dpa

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