Arzt zeigt mit Stift auf ein anatomisches Modell der männlichen Fortpflanzungsorgane bei einer urologischen Beratung.© peakSTOCK / iStock / Getty Images Plus
Erektionsstörungen haben meist eine Kombination aus körperlichen und psychischen Ursachen. In rund 70 bis 80 Prozent der Fälle, besonders bei Männern über 50, spielen Durchblutungs- oder Nervenstörungen die Hauptrolle. Jüngere Männer sind hingegen häufiger psychisch belastet.

Männergesundheit

URSACHEN VON EREKTIONSSTÖRUNGEN: WAS TUN BEI PANNEN IM BETT?

Was tun, wenn „er“ nicht zuverlässig steht? Wenn Männer nach den Ursachen einer Erektionsstörung suchen, stellen sie oft fest: Sie sind nicht allein. Das ist vollkommen normal, kann aber sehr stressig sein. Wie Betroffene damit umgehen können und welche Erektionsstörung Ursachen dahinterstecken.

Seite 1/1 3 Minuten

Seite 1/1 3 Minuten

Den meisten Männern ist es schon passiert – auch mehrfach: Es geht heiß her, aber der Penis will nicht richtig steif werden. So normal das ist, so stressig kann es für Betroffene in dem Moment und grundsätzlich sein. Sie fragen sich: Was sind die Ursachen meiner Erektionsstörung und was ist los mit mir?

„Die Gründe können vielfältig sein“, sagt Professor Jann-Frederik Cremers von der Klinik für Andrologie am Universitätsklinikum Münster. „So einfach das Ergebnis ist, so komplex kann der Hintergrund sein. Wenn ein Auto nicht fährt, kann das Gründe von Kolbenfresser bis zur Motorsteuerung haben.“

Erektionsprobleme: Körperliche und psychische Hintergründe

In vielen Fällen sind die Erektionsprobleme körperlich bedingt. Vor allem Vorerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck oder bestimmte Medikamente zählen zu den häufigsten Ursachen und können die Standhaftigkeit beeinträchtigen.

„In vielen Fällen gibt es eine organische Ursache, wie etwa Diabetes oder eine Veränderung der Gefäße. Da hat es mal angefangen“, sagt Cremers.

Zu den weiteren Ursachen von Erektionsstörungen gehört, dass dies in der Folge zu Stress und Performance-Angst führen kann – dann spielt auch die Psyche mit und verschärft die Erektionsprobleme.

„Stress ist der größte Feind der Erektion.“

Potenzmittel, offene Gespräche und medizinische Hilfe

Auch wenn es Überwindung kostet: weg mit der Scham! Was kann man(n) also tun, um den Teufelskreis zu durchbrechen? Wer sich beim Sex selbst unter Druck setzt, kann sich ein vertrauensvolles Gespräch mit dem/der Partner*in vornehmen. Denn wer die Erektionsstörung und ihre Ursachen anspricht, hat schon einen großen Schritt getan, um Stress und Scham abzubauen – und sich künftig besser hingeben zu können.

Sinnvoll ist auch, bei Erektionsproblemen das Gespräch mit Urolog_innen oder Hausärzt_innen zu suchen. Auch, um den genauen Ursachen für die Erektionsstörung auf den Grund zu gehen.
Plus: Sie haben die Möglichkeit, Potenzmittel zu verschreiben. Solche Potenzmittel, etwa mit den Wirkstoffen Sildenafil oder Tadalafil, können sehr effektiv sein.

Neben einem Potenzmittel können Ärzt*innen auch andere Therapien verordnen.

Sildenafil und Tadalafil bei Erektionsproblemen

Sildenafil und Tadalafil sind PDE-5-Hemmer. Sie verbessern die Durchblutung im Schwellkörper, indem sie das Enzym Phosphodiesterase-5 blockieren. Sexuelle Erregung bleibt dabei die Voraussetzung – ohne sie wirken die Mittel nicht.

Der zentrale Unterschied: Sildenafil wirkt vier bis fünf Stunden und wird etwa eine Stunde vorher eingenommen. Die Wirkung von Tadalafil hält einen bis drei Tage an und es eignet sich in niedriger Dosierung auch als tägliche Dauertherapie. Fettreiche Mahlzeiten können den Wirkeintritt von Sildenafil verzögern, bei Tadalafil kaum.

Für die Apothekenberatung gilt: Beide Wirkstoffe dürfen nie zusammen mit Nitraten oder NO-Donatoren angewendet werden – es droht ein gefährlicher Blutdruckabfall. Häufige Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Flush und verstopfte Nase, bei Tadalafil zusätzlich Rücken- und Muskelschmerzen.

Erektion verbessern: Ein gesunder Lebensstil hilft

Auch ein gesunder Lebensstil – ausgewogene Ernährung, viel Bewegung, kein Alkohol und Nikotin – kann die Erektion verbessern. Wer seine Erektion verbessern möchte, sollte auf ausreichend Aktivität achten.

Durch regelmäßigen Sport etwa verbessert sich dem Helios Klinikum zufolge die Durchblutung der Muskulatur und der inneren Organe – auch die von Hoden, Prostata, Schwellkörper und Beckenbodenmuskulatur. So lässt sich auf natürliche Weise die Erektion verbessern.

Quellen:
dpa
https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/pharmazie/tadalafil-potenzpille-im-dauereinsatz-cialis-konstanztherapie-patentfrei-pde-5-hemmer/
https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Sildenafil_27420
https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Tadalafil_47299

×