verschiedene Reagenzgläser mit Blutproben für das Ebola-Virus und eine Ärztehand hat eine Blutprobe in der Hand.© jarun011 / iStock / Getty Images Plus
Im Kongo ist die Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus ausgebrochen, gegen die es keinen Impfstoff gibt.

Internationaler Gesundheitsnotstand

EBOLA AUSBRUCH: WARUM DIE WHO JETZT ALARM SCHLÄGT

Der aktuelle Ebola Ausbruch im Kongo sorgt international für Besorgnis. Da für die seltene Virusvariante kein zugelassener Ebola Impfstoff existiert, warnt die WHO vor einer möglichen Ausbreitung in der Region – das Risiko für Deutschland gilt jedoch als sehr gering.

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Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen des Ebola Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Verantwortlich ist eine seltene Virusvariante, für die es keinen zugelassenen Ebola Impfstoff gibt. Die Ausbreitungsgefahr für die gesamte Region gilt als hoch.

Ebola Kongo: Wie ungewöhnlich und kritisch ist der Ausbruch?

In den letzten 50 Jahren ist es in der Demokratischen Republik Kongo zu 17 Ebola-Ausbrüchen gekommen. Dabei handelte es sich laut der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC hauptsächlich um den am häufigsten vorkommenden Zaire-Ebolavirus, für den ein Ebola Impfstoff entwickelt wurde. Erst zum dritten Mal ist laut Africa CDC nun die seltene Bundibugyo-Variante ausgebrochen.

Der aktuelle Ebola Ausbruch sorgt deshalb international für Aufmerksamkeit. Zuvor war der Bundibugyo-Stamm 2007 erstmals in Uganda aufgetreten, dann 2012 im Kongo.

Aufgrund seiner Seltenheit gibt es laut der WHO für diese Variante keinen zugelassenen Ebola Impfstoff und keine Therapie.

„In den letzten 50 Jahren ist es in der Demokratischen Republik Kongo zu 17 Ebola-Ausbrüchen gekommen“

Allerdings hat die Bundibugyo-Variante nach Angaben des US-amerikanischen Gesundheitsinstitutes NIH eine niedrigere Sterblichkeitsrate von etwa 37 Prozent. Beim Zaire-Stamm liege diese bei bis zu 90 Prozent. Zu den typischen Ebola Symptomen zählen
- Fieber,
- Schwäche,
- Muskelschmerzen und
- Blutungen.

Ebola Symptome: Warum die Lage vor Ort kritisch ist

Maximilian Gertler von der Berliner Charité sprach Anfang der Woche im Deutschlandfunk von einer „Armutserkrankung“. Ursache dieser Epidemie seien die „erbärmlichen Lebensumstände der Menschen, die da leben“. Mehrere Faktoren spielten eine Rolle:

„Das ist die Angst vor der Gewalt in der Region, das ist die Armut, das ist die Abwesenheit einer effektiven Gesundheitsversorgung, die man auch noch selbst bezahlen muss“,

sagte der Facharzt für Innere Medizin, Notfallmedizin, Tropenmedizin und Epidemiologie. Auch mangele es an sauberem Trinkwasser und Vertrauen in Behörden, die über das Virus aufklärten. Der Ebola Ausbruch in der Region könnte sich dadurch schneller verbreiten.

Besonders problematisch sei, dass frühe Ebola Symptome oft unspezifisch seien und zunächst anderen Infektionen ähnelten. Dadurch könne die Isolation infizierter Menschen verzögert werden.

Ebola Impfstoff: Was der Gesundheitsnotstand bedeutet

Die hohe Alarmstufe löst für derartige Fälle gedachte Mechanismen wie eine weltweite Koordination von Gegenmaßnahmen und internationale Ressourcenmobilisierung aus. Die WHO stellt unter anderem rund 430000 Euro für Sofortmaßnahmen bereit. Sie beschreibt den Ebola Ausbruch als „außergewöhnliches Ereignis“ und warnt, er könnte größer sein als bisher bekannt.

Zehn Nachbarländer des Kongo wurden bislang offiziell gewarnt. Dazu gehören Uganda und Südsudan, die direkt an die kongolesische Provinz Ituri angrenzen, von der der Ebola-Ausbruch im Kongo ausgeht. Es handle sich jedoch um keinen Pandemie-Alarm, stellte die WHO klar. „Der Ausbruch erfüllt nicht die Kriterien für einen Pandemie-Notfall, aber die Nachbarländer tragen ein hohes Risiko der weiteren Ausbreitung“, erklärte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Dass derzeit kein wirksamer Ebola Impfstoff gegen die Bundibugyo-Variante verfügbar ist, erschwert die Eindämmung zusätzlich.

Müssen wir uns in Deutschland wegen des Ebola Ausbruchs Sorgen machen?

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken sieht in Sachen Ebola derzeit keinen Handlungsbedarf in Deutschland. In der Bundesrepublik ist das Risiko „als äußerst gering einzuschätzen“, sagte die CDU-Politikerin im ARD-„Bericht aus Berlin“. „Im Land braucht es derzeit keine Vorkehrungen.“ Eine weltweite Ebola-Pandemie halte sie für „nahezu ausgeschlossen“.

Ebola überträgt sich ausschließlich durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten erkrankter Personen – eine unbemerkte Ausbreitung in Europa wie bei Atemwegserkrankungen ist daher unwahrscheinlich. Typische Ebola Symptome treten zudem meist deutlich sichtbar auf.

„In Deutschland ist das aktuelle Risiko als gering einzustufen“

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigte der bislang größte Ebolafieber-Ausbruch in Westafrika 2014/2015, dass das Risiko einer Ausbreitung nach Deutschland selbst dann sehr gering sei, wenn afrikanische Großstädte mit internationalen Flugverbindungen von einem Ebola Ausbruch betroffen sind. Nur vereinzelt hätten damals Infizierte die betroffenen Länder mit einem Flugzeug verlassen.

Eine weitere Verbreitung in Deutschland wäre auch deshalb unwahrscheinlich, da Infektionsketten in Deutschland schneller unterbrochen und Betroffene sicher versorgt werden könnten, wie das RKI auf seiner Internetseite schreibt (Stand März 2025).

Trotzdem gibt es Faktoren, die genau beobachtet werden müssen. Ohne verfügbaren Ebola Impfstoff ist die Eindämmung der Bundibugyo-Variante erschwert. Ein in Ugandas Hauptstadt Kampala verstorbener Patient war laut Africa CDC mit öffentlichen Verkehrsmitteln aus dem Kongo eingereist. „Der Fall zeigt, wie schnell das Virus Grenzen überqueren kann“, warnte Africa CDC-Direktor Jean Kaseya.

„Ohne verfügbaren Ebola Impfstoff ist die Eindämmung der Bundibugyo-Variante erschwert“

Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in die betroffene Provinz Ituri und umliegende Regionen. Von nicht notwendigen Reisen in die übrigen Landesteile des Kongo einschließlich der Hauptstadt Kinshasa rät es ab.

Quelle: dpa

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