Eine Frau bläst aus dem Mund Zigarettenrauch aus, nach oben, an den Augen vorbei.© Leon Harris/iStock/Getty Images Plus
Zigarettenrauch beißt in den Augen – aber das ist nicht das einzige Problem.

Sehkraft gefährdet

RAUCHEN UND DIE AUGENGESUNDHEIT: WIE ZIGARETTEN DEN AUGEN SCHADEN

Der Zusammenhang zwischen Rauchen und der Augengesundheit ist vielen nicht bewusst. Dabei kann Rauchen das Risiko für schwere Augenerkrankungen deutlich erhöhen und sogar die Sehkraft gefährden.

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Wussten Sie, dass Rauchen die Augengesundheit massiv beeinträchtigen kann? Verfärbte Zähne, hartnäckiger Husten, erhöhtes Risiko für Herz- und Lungenerkrankungen: Diese Auswirkungen des Rauchens haben viele auf dem Schirm. Anders sieht es mit den Folgen für die Augen aus – dabei sind die Schäden durch das Rauchen auch hier erheblich und werden oft unterschätzt.

Die Zusammenhänge zwischen dem Rauchen und der Augengesundheit rückt erst langsam stärker in den Fokus. Denn Rauchen gehört zu den größten vermeidbaren Gefahren für die Augengesundheit, sagt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG). Viele der bekannten Schäden durch das Rauchen betreffen somit auch das Sehvermögen. Aufzuhören lohnt sich – für Geldbeutel, Geschmackssinn und natürlich vor allem für die Gesundheit.

Was Rauchen mit der Augengesundheit zu tun hat

Die zahlreichen giftigen Substanzen des Tabakrauchs beeinträchtigen die Durchblutung in den feinen Gefäßen des Auges. Zudem fördern sie Entzündungen und schädigen Nervenzellen. Laut der DOG kann es schon Schäden verursachen, wenige Zigaretten am Tag zu rauchen.

Schäden durchs Rauchen beschleunigen Augenerkrankungen

Viele Augenerkrankungen sind nicht von heute auf morgen da, sondern entwickeln sich schleichend.

Rauchen beschleunigen diese Prozesse deutlich. Schäden der Augengesundheit zeigen sich oft erst nach Jahren.

Drei Beispiele für Augenerkrankungen, die im Zusammenhang mit Rauchen stehen, sind die Altersbedingte Makuladegeneration, Grüner Star und trockene Augen.

Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)

Rauchen verdoppelt bis verdreifacht nach Angaben der DOG das Risiko für die Netzhauterkrankung, bei der die Sehkraft im Bereich des schärfsten Sehens verloren geht. Plus: Erste Krankheitsanzeichen treten mitunter Jahre vor den bemerkbaren Schäden an der Augengesundheit auf.

„Einer der wenigen Faktoren, die man bei der AMD im Gegensatz zur Genetik neben der Ernährung selbst beeinflussen kann, ist das Rauchen. Wer ein erbliches Risiko trägt, sollte unbedingt damit aufhören“,

rät Professorin Teresa Barth von der Universitäts-Augenklinik Regensburg.

Grüner Star

Rauchen verdoppelt der DOG zufolge außerdem das Risiko, einen Grünen Star zu entwickeln. Denn die giftigen Substanzen schaden dem Sehnerv und auch den Strukturen, die den Augendruck regulieren.

Die Schäden durch das Rauchen gefährden die Augengesundheit langfristig: Unbehandelt führt ein Grüner Star zur Erblindung.

Trockene Augen durchs Rauchen

Trockene Augen sind ein unterschätztes Problem. Rauchen kann trockene Augen begünstigen, die sich unter anderem durch Brennen und Jucken bemerkbar machen.

Der Grund: „Rauch reizt die Augenoberfläche und fördert Entzündungsprozesse“, erklärt Professorin Barth. Damit gehören trockene Augen zu den typischen, aber oft wenig beachteten Schäden durch das Rauchen, die die Augengesundheit beeinträchtigen.

Nicht nur für die Augengesundheit: Hilfe beim Mit-dem-Rauchen-Aufhören

Auch wenn man die Vorteile für die Augengesundheit klar vor Augen hat: Mit dem Rauchen aufzuhören ist alles andere als leicht. Unterstützung bietet zum Beispiel die Telefonberatung zur Rauchentwöhnung des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Es ist kostenlos unter der Telefonnummer 0800 8 31 31 31 erreichbar.

Sie können zudem Ihre Kund*innen eine Nicotin-Ersatztherapie empfehlen. Sprays, Kaugummis oder Pflaster lindern die körperlichen Entzugserscheinungen.

Ärzt*innen können außerdem Bupropion, Vareniclin oder Cytisin verordnen, wobei die Erfolgsaussichten mit Vareniclin und Cytisin noch besser steigen als mit Bupropion.

Quelle: dpa

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