Pharmaindustrie
ALZEY WIRD ZUM ELI LILLY STANDORT: PRODUKTION, JOBS UND POLITISCHER RĂCKENWIND
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Die neue ProduktionsstĂ€tte fĂŒr Medikamente des US-Pharmakonzerns Eli Lilly in Alzey soll Ende 2027 in Betrieb genommen werden. Der Pharmariese investiert an dem Standort in Rheinland-Pfalz rund 2,3 Milliarden Euro. Etwa 1000 ArbeitsplĂ€tze sollen in Alzey entstehen.
Welche Ziele stecken hinter der Milliardeninvestition? Warum engagiert sich ein riesiger US-Konzern in Rheinland-Pfalz? Hier erfahren Sie, was in Alzey hergestellt werden soll, warum sich das fĂŒr das Pharmaunternehmen lohnt und was die Politik dazu sagt.
Was ist am neuen Standort von Eli Lilly geplant?
In Alzey wird kein eigener Wirkstoff des Pharmakonzerns hergestellt. Der Wirkstoff soll stattdessen aus einem anderen Eli-Lilly-Standort in Pulverform angeliefert und mit Hilfsstoffen zum Medikament aufbereitet werden. Die fertige Lösung wird im Anschluss in kleine Kartuschen gefĂŒllt â diese werden dann in Injektionspens eingesetzt. Die Pens genannt â werden schlieĂlich etikettiert und fĂŒr verschiedene ZiellĂ€nder verpackt.
In welche Medikamente flieĂen die Wirkstoffe?
Produziert wird in Alzey nach Angaben des Managements unter anderem auch das Diabetes- und Adipositasmittel Mounjaro mit dem Wirkstoff Tirzepatid. Der gleiche Wirkstoff steckt im Eli-Lilly-Abnehmmittel Zepbound. Damit ist der Eli Lilly Standort Teil der hochmodernen Medikamentenfertigung â und schafft so zahlreiche neue Jobs in der Pharmaindustrie.
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Jobs fĂŒr PTA auĂerhalb der Apotheke?
Mit der neuen ProduktionsstĂ€tte werden voraussichtlich rund 1000 ArbeitsplĂ€tze fĂŒr qualifizierte FachkrĂ€fte in der Region geschaffen. Jobs entstehen in den Bereichen Technik, AbfĂŒllung, Fertigung, Verpackung, QualitĂ€tssicherung, Logistik und Verwaltung. FĂŒr PTA eröffnen sich hier neue Möglichkeiten, falls sie einen Job auĂerhalb der Apotheke suchen. FĂŒr die Produktion sollen auch Robotik, fahrerlose Transportsysteme, automatisierte Lagerhaltung und hochautomatisierte Anlagen eingesetzt werden.
Warum hat sich der US-Konzern fĂŒr Rheinland-Pfalz entschieden?
In Rheinland-Pfalz entsteht ein Biotechnologie-Cluster. Wichtige Player sind dabei unter anderem der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim, der Corona-Impfstoffhersteller BioNTech und der Chemieriese BASF. Hochqualifizierte ArbeitsplĂ€tze könnten daher gut angesiedelt werden, hebt der deutsche Lilly-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Alexander Horn hervor
Hinzu kommen die gute Anbindung an den Frankfurter Flughafen, die Deutschland-Zentrale in Bad Homburg sowie der französische Eli-Lilly-Standort Fegersheim. Neue ArbeitsplÀtze und Jobs in der Pharmaindustrie können daher gut angesiedelt werden
Wie laufen die Bauarbeiten?
Nach der AnkĂŒndigung der Milliardeninvestition im November 2023 erfolgte im April 2024 der symbolische Spatenstich, an dem auch der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz sowie der zu der Zeit amtierende Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach teilnahmen. Im Juli 2024 starteten die Erdarbeiten, im Dezember der Rohbau. Die nĂ€chsten Schritte sind der Innenausbau und TestlĂ€ufe.
Was ist bislang zu sehen?
Etliche KrĂ€ne, Lastwagen und Bagger sind auf dem rund 42 FuĂballfelder groĂen GrundstĂŒck im Einsatz. GebĂ€ude sind im Rohbau. In der Spitze werden im Sommer des laufenden Jahres rund 3000 BeschĂ€ftigte auf der Baustelle im Einsatz sein, berichtet Projektleiter Sebastian Wegener.
Wie ordnet das Management die Investition ein?
Die Investitionen zeigten das groĂe Vertrauen von Eli Lilly in den Standort Deutschland, betont GeschĂ€ftsfĂŒhrer Horn. Allerdings sei das auch ein Vertrauensvorschuss. Deswegen begrĂŒĂe das Unternehmen die AnkĂŒndigung der neuen Bundesregierung, dass die Pharmaindustrie als Leit- und SchlĂŒsselindustrie weiterentwickelt werden soll. Die Pharmabranche sei hochinnovativ, sehr produktiv â und könne deswegen auch maĂgeblich zur Bruttowertschöpfung in Deutschland beitragen. Gleichzeitig schafft sie zahlreiche Jobs.
Wie ist der US-Pharmakonzern aufgestellt?
1876 wurde Eli Lilly and Company gegrĂŒndet. 45 Milliarden US-Dollar hat das Unternehmen im Jahr 2024 weltweit umgesetzt. Ein Viertel des Umsatzes flieĂt nach eigenen Angaben Jahr fĂŒr Jahr in Forschung und Entwicklung. Rund 47000 Mitarbeitende arbeiten aktuell weltweit bei Lilly â davon etwa 11000 in Forschung und Entwicklung sowie rund 15000 in der Produktion.
Was sagt die Landesregierung?
âDie Ansiedlung ist ein enormer Gewinn und eine groĂe Chanceâ, hebt der Rheinland-PfĂ€lzische MinisterprĂ€sident Alexander Schweitzer hervor. Die Milliardeninvestitionen seien ein enormer Gewinn und eine groĂe Chance fĂŒr den Biotechnologie-Standort Rheinland-Pfalz. Investitionen wie die von Lilly stĂ€rkten die regionale Wirtschaftskraft und setzten wichtige Impulse fĂŒr Innovationen im gesamtdeutschen Gesundheitssektor, ergĂ€nzt Landeswirtschaftsministerin Daniela Schmitt.
Quelle: dpa












