Mutationen entscheidend?
ABNEHMSPRITZE: GENE BEEINFLUSSEN WIRKUNG UND NEBENWIRKUNGEN
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Forschende aus Kalifornien fanden einen Zusammenhang zwischen Mutationen in zwei Genen und der Wirkung beziehungsweise den Nebenwirkungen der Abnehmspritze. Gerade in Bezug auf die Nebenwirkung Übelkeit und Erbrechen bei Tirzepatid konnten die Untersuchungen frühere Erkenntnisse bestätigen.
Bisher weiĂź man noch nicht, welche Folgen die Erkenntnisse haben werden, aber sie sind ein Anfang. Was wir bislang wissen.
Abnehmspritze: Gewichtsverlust durch Mutation?
Dass manche Menschen unter der Abnehmspritze besser Gewicht verlieren als andere, ist bekannt. Auch die Häufigkeit von Übelkeit und Erbrechen schwankt stark. Forschende um Qiaojuan Su vom 23andMe Research Institute in Kalifornien wollten der Sache auf den Grund gehen.
Sie führten eine genomweite Assoziationsstudie mit 27885 Freiwilligen durch. Dabei stießen sie auf zwei Genvarianten, die die Wirkung der Abnehmspritze beeinflussen könnten, aber auch die Häufigkeit von Nebenwirkungen.
Die eine Mutation betrifft den GLP1-Rezeptor. Dort fand sich bei einigen Menschen statt einer Cytosin- eine Thyminbase im entsprechenden Gen. Trat die Variante bei nur einer Genkopie auf, nahmen die Personen unter der Abnehmspritze Semaglutid oder Tirzepatid im Schnitt 0,76 Kilogramm mehr ab, bei Vorliegen beider mutierter Gene waren es sogar 1,52 Kilogramm mehr als bei Personen ohne die Variante. Die Kehrseite der Medaille: Die Häufigkeit für Übelkeit und Erbrechen stieg ebenfalls.
„Gutes“ Gen: Abnehmspritze hat weniger Nebenwirkungen
Die Wirkstoffe der beiden untersuchten Abnehmspritzen, Semaglutid und Tirzepatid, unterscheiden sich in ihren Eigenschaften und Nebenwirkungen deutlich. Während Semaglutid lediglich am GLP1-Rezeptor bindet und so Blutzucker und Sättigung beeinflusst, wirkt Tirzepatid auch am Gastrischen Inhibitor-Polypeptid-Rezeptor (GIPPR). Dessen Aktivierung senkt das Risiko, dass die Abnehmspritze Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen auslöst.
Su und ihr Team konnten zeigen: Eine Mutation, die den GIPPR beeinträchtigt, verschlechtert die Verträglichkeit von Tirzepatid. Bei der Abnehmspritze treten dann die Nebenwirkungen Übelkeit und Erbrechen häufiger auf.
Die Gene sind fĂĽr den Effekt der Abnehmspritzen nicht alles
Experten meinen, dass die beiden Genvarianten maximal ein Viertel der Wirkunterschiede bei den Abnehmspritzen erklären könnten. Viele nicht-genetische Faktoren spielen für Nebenwirkungen und den Gewichtsverlust ebenfalls eine Rolle.
Frauen, jüngere Menschen und Personen ohne Typ 2-Diabetes nehmen mit der Abnehmspritze besser ab, bei ihnen sind aber auch Nebenwirkungen häufiger. Außerdem weiß man aus früheren Studien, dass die beiden Genvarianten auch das Essverhalten beeinflussen könnten. Welche Abnehmspritze bei wem also am besten wirkt, wird man so bald nicht mit einem Gentest entscheiden.
Quellen:
https://wissenschaft.de/artikel/genetik-beeinflusst-wirkung-der-abnehmspritzen
Su, Q.J., Ashenhurst, J.R., Xu, W. et al.: „Genetic predictors of GLP1 receptor agonist weight loss and side effects”, Natur, 8. April 2026. https://doi.org/10.1038/s41586-026-10330-z












