Medikamente prĂŒfen
HITZE: AUSWIRKUNGEN AUF DIE PSYCHE NACHGEWIESEN
Seite 1/1 2 Minuten
Die Bundespsychotherapeutenkammer warnt: Hitze hat starke Auswirkungen auf die Psyche und verstĂ€rkt bestehende Probleme. Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Psychiatrie, Psychologie, Psychosomatik und Nervenheilkunde DGPPN berichtet ĂŒber erhöhte Suizidraten bei steigender Temperaturbelastung. Menschen mit psychischen Erkrankungen sind besonders anfĂ€llig fĂŒr hitzebedingte Gesundheitsprobleme.
Ursachen dafĂŒr sind zum einen die Erkrankung, zum anderen die eingesetzten Medikamente. In der Apotheke können PTA bei Hitze wertvolle Tipps geben, damit die Psyche nicht zu sehr leidet.
Hitze: Vielfache Auswirkungen auf die Psyche
Dass Hitze Auswirkungen auf den Alltag und auch die Psyche hat, ist nicht verwunderlich. Die Zahl aggressiver ZwischenfĂ€lle steigt mit den Temperaturen und ebenso die der Notaufnahmen in Akutpsychiatrien. Andrea Beneke, PrĂ€sidentin der Bundespsychotherapeutenkammer, weiĂ: Hitze ist nicht nur eine körperliche Belastung, auch die Psyche leidet. Schwere psychische Erkrankungen zĂ€hlen zu den Hauptrisikofaktoren fĂŒr hitzebedingte TodesfĂ€lle.
FĂŒr gesunde Menschen ist es schon mitunter nicht einfach, sich effektiv vor der Hitze zu schĂŒtzen. Kommt dann noch eine depressionsbedingte Antriebsstörung dazu, fĂ€llt selbstfĂŒrsorgliches Verhalten umso schwerer. Dazu zĂ€hlt zum Beispiel, mehr zu trinken oder sich an einen kĂŒhleren Ort zu begeben. Manische ZustĂ€nde dagegen fördern risikoreiches Verhalten, was bei Hitze schnell gefĂ€hrlich werden kann.
Die Psyche leidet auch unter Schlafmangel, wenn es nachts nicht richtig abkĂŒhlt. Selbst bei gesunden Menschen sind Exekutivfunktionen, Konzentrationsvermögen und Impulskontrolle bei Hitze herabgesetzt. Bei angeschlagener Psyche verstĂ€rken sich diese Probleme zusĂ€tzlich. Demenzkranke Menschen und Personen mit bekannten psychischen Erkrankungen sollten besonders unterstĂŒtzt werden.
Mehr ĂŒber Hitze und Gesundheit:
Medikamente können bei Hitze Probleme machen
Viele Medikamente können bei Hitze zusĂ€tzlich belasten. Neuroleptika beispielsweise beeinflussen mitunter die Thermoregulation oder SchweiĂsekretion. Zudem unterdrĂŒcken die Medikamente das DurstgefĂŒhl, was bei Hitze zusĂ€tzlich gefĂ€hrlich werden kann. Hat die Psyche ein Problem, kann das die Sterblichkeit bei Hitze erhöhen. Am deutlichsten ist dieser Effekt bei Schizophrenie.
Aber auch bei Suchterkrankungen wird Hitze schnell gefĂ€hrlich. So können Amphetamine SelbstĂŒberschĂ€tzung und riskantes Verhalten fördern und sedierende Medikamente wie Opiate dazu fĂŒhren, dass auch bei gröĂter Hitze kein Schatten aufgesucht wird. Alkohol dehydriert zusĂ€tzlich.
Treten folgende Beschwerden ein, handelt es sich um einen Hitzenotfall:
- BewusstseinstrĂŒbung
- Plötzliche Verwirrtheit
- Starke Kopfschmerzen
- Schnell steigendes Fieber ĂŒber 39 Grad Celsius
- KrampfanfÀlle
- Wiederholtes Erbrechen
- Steifer Nacken
Hier wÀhlt man sofort den Notruf. Generell sollten bei Hitze Personen, die bekannte Erkrankungen der Psyche haben, besonders vorsichtig sein. Am besten besprechen sie vorab, ob bei Hitze die Dosierung ihrer Medikamente angepasst werden muss. Auch wohin sie sich bei einem psychischen Notfall wenden, lÀsst sich im Voraus klÀren.
In der Apotheke können PTA bei der Abgabe von Medikamenten fĂŒr die Psyche auf die Gefahren bei Hitze hinweisen.
Quellen:
https://www.pharmazeutische-zeitung.de/hitze-als-gefahr-fuer-die-psyche-156514
https://api.bptk.de/uploads/B_Pt_K_Hitzeschutzflyer_Psychotherapeut_Innen_1022524d57.pdf












