Körperpflege
OHRENSCHMALZ ENTFERNEN: WIE VIEL OHRENPFLEGE MUSS SEIN?
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Igitt! Viele schütteln sich bereits beim bloßen Gedanken daran, dass sie ihr Ohrenschmalz entfernen müssen. Dabei ist die gelblich-bräunliche Masse viel besser als ihr Ruf. Zwei HNO-Fachärzt*innen geben Antworten auf die wichtigsten Fragen, wenn Kund*innen in der Apotheke ihre Ohren reinigen möchten.
Cerumen, wie Mediziner*innen Ohrenschmalz nennen, ist meist eine Mischung aus dem Sekret der Ceruminaldrüsen und Hautschuppen. Wie auf einem Fließband wird es von innen nach außen transportiert, wenn die Haut wächst. Im Grunde ist Ohrenschmalz wie eine pflegende Salbe, die der Körper selbst produziert. Zudem hat das Schmalz auch eine antibakterielle Wirkung und ist keineswegs schmutzig, weshalb man nicht zwingend das Ohrenschmalz entfernen muss.
Ohren reinigen: Sind Wattestäbchen im Ohr wirklich tabu?
Wenn sich Schmalz anhäuft, kann es zu einer vermehrten Ansiedlung von Bakterien kommen. Viele Menschen haben dann das Bedürfnis, das Ohrenschmalz zu entfernen. Wer allerdings zum Wattestäbchen greift, um die Ohren zu reinigen, erreicht möglicherweise das Gegenteil und schiebt das Schmalz tiefer ins Ohr.
Schlimmstenfalls bildet sich mit der Zeit ein Pfropfen, der irgendwann den Gehörgang verschließt.
Viele HNO-Ärzt*innen raten daher pauschal von Wattestäbchen ab, wenn Leute ihr Ohrenschmalz entfernen wollen, doch bei vorsichtiger Anwendung am Eingang des Gehörganges kann es in Ordnung sein. Wichtig ist beim Ohren reinigen, nicht tief ins Ohr zu drücken, sondern das Stäbchen leicht zu drehen. So wischt man das Ohrenschmalz aus dem Eingang heraus, statt es nach hinten zu schieben.
Wann Wattestäbchen beim Ohrenschmalz entfernen zu Problemen führen
In zwei Fällen raten HNO-Ärzt*innen klar von Wattestäbchen ab: bei einem verschlossenen Ohr nach dem Baden und zur Reinigung von Kinderohren.
- Bei einem verschlossenem Ohr nach dem Baden
Ist das Ohr nach dem Schwimmen verstopft, schiebt man mit dem Stäbchen alles nur wie mit einem Pfeifenstopfer nach hinten. Um Wasser im Ohr loszuwerden, sollte man lieber auf einem Bein hüpfen oder den Kopf schütteln. - Zur Reinigung von Kinderohren
Kinder- und Babywattestäbchen haben oft eine Verdickung, die das Ohr Schicht für Schicht immer weiter vollstopft. Gerade bei Kindern funktioniert der Selbstreinigungseffekt so gut, dass Ohrenputzen gar nicht notwendig ist.
Ausnahme: Manche Kinder neigen zu verstopften Ohren, wenn sie operiert wurden oder von Geburt an sehr enge Gehörgänge haben. Letzteres kann bei Kindern mit einem Down-Syndrom der Fall sein.
Sicher die Ohren reinigen und das Ohrenschmalz entfernen
Eigentlich muss man gar nichts machen, betonen die Experten. Wer dennoch das Bedürfnis hat und ein intaktes Trommelfell besitzt, kann beim Duschen warmes Wasser ins Ohr laufen lassen, um sanft die Ohren zu reinigen. Der Duschkopf sollte dabei wie ein Telefonhörer gehalten werden und nicht mit vollem Druck spülen, wenn man das Ohrenschmalz entfernen will. Danach muss das Wasser durch Hüpfen oder Kopfschütteln wieder herausbefördert werden.
Von Sprays oder Ohrenkerzen raten Fachleute ab.
Sprays weichen das Ohrenschmalz lediglich auf, was meist überflüssig ist. Ohrenkerzen haben eine zweifelhafte Wirkung und bergen die große Gefahr, dass heißes Wachs in den Gehörgang gelangt.
Wann der Gang in die HNO-Praxis ansteht
Schmerzen, Juckreiz, Austritt von Flüssigkeit, Hörstörungen oder Schwindel sollten einen direkt in die HNO-Praxis führen, anstatt selbst das Ohrenschmalz zu entfernen. Die Faustregel der Profis lautet: Wenn es juckt, läuft oder stinkt, muss ein Arzt oder eine Ärztin ran. Auch wenn das Ohr verstopft ist und das Wasser nach dem Schwimmen nicht mehr abläuft, ist ärztlicher Rat gefragt.
Schwimm-Ohrstöpsel sind sinnvoll, wenn man ein empfindliches Trommelfell hat oder zu Gehörgangsentzündungen neigt. Zur Vorbeugung kann man das Ohr nach dem Baden mit dem gerollten Ende eines Papiertaschentuches vorsichtig trocken tupfen. Und wer sich an sprießenden Ohrhaaren stört, kann diese einfach herauszupfen, da sie keine Schutzfunktion beim Ohrenschmalz entfernen haben.
Quelle: dpa












