Frau steht auf einer Waage. In der linken Hand hÀlt sie einen Teller mit einem Burger und in der rechten einen Salat© AndreyPopov / iStock / Getty Images Plus
Eine neue Studie zeigt, dass ein klarer Zusammenhang zwischen Übergewicht und Kalorienaufnahme besteht.

Hochverarbeitete Lebensmittel

KALORIENAUFNAHME UND ÜBERGEWICHT: STUDIE WARNT VOR VERSTECKTER HAUPTURSACHE

Eine neue Studie bringt es auf den Punkt: Zwischen Kalorienaufnahme und Übergewicht besteht ein klarer Zusammenhang – Bewegung spielt nur eine Nebenrolle. Besonders hochverarbeitete Lebensmittel geraten ins Visier der Wissenschaft.

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Viele IndustrielĂ€nder haben ein Problem mit Übergewicht – und das könnte einer Studie zufolge vor allem mit einer zu hohen Kalorienaufnahme vieler Menschen zu tun haben. Zu diesem Schluss kommt ein Team der Duke University im US-amerikanischen Durham mit einer Überblicksstudie, die im Fachblatt „Proceedings of the National Academy of Sciences“ veröffentlicht worden ist.

Es sei klar, dass Menschen ĂŒbergewichtig wĂŒrden, wenn sie mehr Kalorien aufnĂ€hmen als sie verbrauchten, schreiben die Autoren. Bislang sei jedoch unklar gewesen, ob so viele Menschen ĂŒbergewichtig seien, weil sie zu viele Kalorien zu sich nehmen oder zu wenig Energie umsetzen – also sich nicht genug bewegen.

Die Studie kommt zu einem eindeutigen Ergebnis:

Eine erhöhte Kalorienaufnahme spiele fĂŒr die Übergewichtskrise eine etwa zehnmal so wichtige Rolle wie der Energieverbrauch.

Adipositas in IndustrielÀndern: BMI steigt trotz Bewegung

Zu diesem Schluss kamen die Forschenden, indem sie Daten zum Body-Mass-Index (BMI) sowie Körperfettanteil und Energieverbrauch von 4213 Menschen aus 34 Bevölkerungsgruppen von sechs Kontinenten auswerteten. Dabei schloss das Team ganz verschiedene Gruppen mit sehr unterschiedlichen Lebensstilen ein – darunter JĂ€ger und Sammler, Landwirte sowie Menschen aus IndustrielĂ€ndern.

Wenig ĂŒberraschend zeigte sich ein Zusammenhang zwischen dem Leben in wirtschaftlich hoch entwickelten LĂ€ndern und einem höheren BMI sowie Körperfettanteil – allerdings war auch der Energieverbrauch in diesen Gruppen höher. Damit zeigt sich, dass die weit verbreitete Adipositas in IndustrielĂ€ndern nicht allein dadurch erklĂ€rt werden kann, dass sich die Menschen dort zu wenig bewegen.

Hochverarbeitete Lebensmittel unter Verdacht

Im Verdacht hat das Forschungsteam viel mehr hochverarbeitete Lebensmittel, die in IndustrielĂ€ndern besonders verbreitet sind. Dazu zĂ€hlen etwa Wurst, SĂŒĂŸigkeiten oder Fertiggerichte. Wo solche hochverarbeiteten Lebensmittel verbreitet sind, zeigte sich der Studie zufolge ein höherer Körperfettanteil. Dies könne daran liegen, dass die breite VerfĂŒgbarkeit und die niedrigen Kosten dieser Lebensmittel zu ĂŒbermĂ€ĂŸigem Konsum anregten.

Die Autoren hatten zwar keine detaillierten Informationen ĂŒber die ErnĂ€hrungsgewohnheiten der untersuchten Gruppen, legen aber dennoch nahe, dass die ErnĂ€hrung in IndustrielĂ€ndern eine wichtige Rolle zu spielen scheint. Die Erkenntnisse seien eine wichtige Informationsgrundlage, um entsprechende Ableitungen daraus zu treffen – etwa mit Blick auf Gesundheitspolitik.

Ursachen von Übergewicht: ErnĂ€hrung entscheidender als Bewegung

Viele westliche LĂ€nder kĂ€mpfen mit Adipositas in IndustrielĂ€ndern als Volkskrankheit: In Deutschland sind nach Angaben der Deutschen Adipositas Gesellschaft rund zwei Drittel der MĂ€nner und gut die HĂ€lfte der Frauen ĂŒbergewichtig. Die Ursachen von Übergewicht sind dabei komplex – doch die neue Studie betont vor allem die Rolle der Kalorienaufnahme.

Das Problem hat sich in den vergangenen Jahrzehnten global deutlich verschĂ€rft – auch bei Kindern und Jugendlichen.

Damit geht ein höheres Risiko fĂŒr Krankheiten und gesundheitliche Probleme einher. Die Auseinandersetzung mit den Ursachen von Übergewicht ist daher fĂŒr PrĂ€vention und AufklĂ€rung zentral.

Quelle: dpa

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