Verzehrhinweise
BLAUSĂURE IN LEINSAMEN: WIE VIEL IST UNBEDENKLICH?
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Ob im Porridge, im FrĂŒhstĂŒcksjoghurt oder als Topping im Salat: Leinsamen sind vielen als gesunde NĂ€hrstoffquelle und Verdauungshelfer bekannt. Doch fĂŒr die kleinen Samen gelten auch besondere Verzehrhinweise. Denn Leinsamen enthalten Verbindungen, die beim Kauen, Schroten oder Mahlen BlausĂ€ure freisetzen können, wie die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen erklĂ€rt. Damit rĂŒckt die Frage in den Fokus, wie viel BlausĂ€ure in Leinsamen ĂŒberhaupt unbedenklich ist.
Wer gröĂere Mengen BlausĂ€ure zu sich nimmt, kann Vergiftungserscheinungen wie Atemnot erleiden. Laut Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung (BfR) sind bei ĂŒbermĂ€Ăigem Verzehr auch Schwindel, Kopfschmerzen und Ăbelkeit möglich. Entscheidend ist deshalb die PortionsgröĂe: Wer nicht zu viel isst, muss die BlausĂ€ure in Leinsamen nicht fĂŒrchten.
Geschrotete Leinsamen setzen BlausÀure frei
Geschrotete Leinsamen stehen dabei besonders im Fokus. Denn erst beim Kauen, Schroten oder Mahlen setzen die enthaltenen Verbindungen BlausÀure frei, wie die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen erklÀrt. Rohe, geschrotete Leinsamen liefern den Stoff also direkt beim Verzehr. Die BlausÀure in Leinsamen wird demnach erst bei der Zerkleinerung frei.
Kinder reagieren empfindlicher auf die BlausĂ€ure in Leinsamen als Erwachsene. Rohe, geschrotete Leinsamen sind deshalb fĂŒr Kleinkinder unter vier Jahren dem BfR zufolge gar nicht geeignet. FĂŒr alle anderen gilt: Auf die PortionsgröĂe kommt es an.
Welche Menge Leinsamen pro Tag ist unbedenklich?
Wer Leinsamen isst, sollte die Menge pro Tag im Blick behalten. Das BfR gibt an, dass bei 15 bis 20 Gramm rohen, geschroteten Leinsamen pro Tag fĂŒr Erwachsene keine gesundheitlichen BeeintrĂ€chtigungen zu erwarten sind. Das entspricht etwa zwei bis drei gestrichenen Esslöffeln. GröĂere Mengen sollten aber nicht verzehrt werden, denn mit der Portion steigt auch die aufgenommene BlausĂ€ure.
FĂŒr Kinder gilt bei Leinsamen eine kleinere Menge pro Tag, weil sie empfindlicher reagieren. Kleinkinder unter vier Jahren sollten dem BfR zufolge gar keine rohen, geschroteten Leinsamen zu sich nehmen.
Ab vier Jahren sollten es nicht mehr als vier Gramm pro Tag sein â das entspricht etwa einem gestrichenen Teelöffel. So bleibt die aufgenommene BlausĂ€ure in Leinsamen auch bei Kindern im unbedenklichen Bereich.
Leinsamen roh verzehren: Darauf muss man achten
Ob sich Leinsamen roh verzehren lassen, verrĂ€t die Verpackung. In der EuropĂ€ischen Union gelten laut Verbraucherzentrale Höchstgehalte fĂŒr BlausĂ€ure in Leinsamen. Ab einem bestimmten BlausĂ€uregehalt mĂŒssen Packungen mit Leinsamen einen Warnhinweis tragen: âNur zum Kochen und Backen verwenden. Nicht roh verzehren!â Wer die Samen in MĂŒsli, Joghurt oder Porridge geben möchte, sollte deshalb prĂŒfen, ob das Produkt fĂŒr den Rohverzehr geeignet ist.
AuĂerdem sollten Verbraucher*innen die empfohlene Menge nicht ĂŒberschreiten. Wer Leinsamen roh verzehren möchte, achtet also auf zwei Punkte: die Kennzeichnung auf der Packung und die tĂ€gliche Portion.
Geschrotete Leinsamen anrösten und die BlausÀure entweicht
Geschrotete Leinsamen können kurz angeröstet werden. âDadurch verflĂŒchtigt sich die BlausĂ€ureâ, sagt June Dilger, ErnĂ€hrungswissenschaftlerin bei der Verbraucherzentrale NRW. Kurz erhitzte Samen sind damit eine Option, wenn ein Produkt nur zum Kochen und Backen bestimmt ist.
Auf diese Weise lÀsst sich die BlausÀure in Leinsamen verringern, ohne auf die NÀhrstoffquelle zu verzichten.
Quelle: dpa












