Berlin & Brandenburg
SAFE SPACE APOTHEKEN: SO UNTERSTĂTZEN APOTHEKEN JUGENDLICHE MIT PROBLEMEN
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âBist du lost?â, âWird dir alles zu viel?â, âLĂ€hmt dich ein Streit?â: Mit dieser Art von Fragen wollen Safe Space Apotheken in Berlin und Brandenburg Jugendliche ansprechen â und ihnen bei Problemen einen sicheren Ort bieten, an dem sie reden können. Die Safe Space Apotheken haben meist einen separaten Raum dafĂŒr und einen Ăberblick ĂŒber Hilfsstellen in der Umgebung, wie Jana Noatzke erklĂ€rt. Sie arbeitet in der Rosen-Apotheke in Forst in der Lausitz, die seit Kurzem ebenfalls an dem Hilfsprojekt teilnimmt.
Die Idee: Kinder und Jugendliche wissen oft nicht, an wen sie sich wenden sollen, wenn sie Sorgen und Nöte haben. Therapeut*innen-Termine sind Mangelware. Safe Space Apotheken sind zuverlĂ€ssige Anlaufstellen und oft mitten in den StĂ€dten verankert. âDie Jugendlichen sollen wissen, es gibt Hilfeâ, erklĂ€rt Apothekerin Noatzke. âSie sollen nicht wild im Internet etwas googeln, sondern an seriöse Ansprechpartner geraten.â
Jugendliche Probleme Apotheke: Niedrigschwellige Hilfe vor Ort
Vier Safe Space Apotheken haben sich bereits in Brandenburg registriert â neben Forst auĂerdem in Cottbus, Fredersdorf-Vogelsdorf und Petershagen. In Berlin gibt es drei Standorte in Lichtenberg, Steglitz und Hellersdorf. FĂŒr viele Familien kann das Angebot der Apotheken fĂŒr Jugendliche eine leicht erreichbare erste Anlaufstelle bei Problemen sein.
Mental Health Jugendliche: Wie das Projekt entstanden ist
Lara Laurenz ist MitgrĂŒnderin der Jugendinitiative und Online-Community âOurGenerationZâ: Hier wird Kindern und Jugendlichen geholfen â in einem digitalen #safespace, zum Beispiel auf Instagram. Gefördert wird das unter anderem vom Bundesfamilienministerium.
Das haben Laurenz zufolge bereits viele Kinder und Jugendliche angenommen. Oft gehe es um weniger akute Themen wie eine dauerhafte Druckbelastung oder Stress zu Hause. Gerade beim Thema Mental Health zeige sich, wie groĂ der Bedarf der Jugendlichen an niedrigschwelligen Angeboten sei. âWir haben aber gemerkt, dass es auch wichtig ist, in der analogen Welt Ansprechpersonen zu habenâ, sagt Laurenz. Denn einige Fragestellungen brauchten ausgebildete Therapeut*innen.
âDie Apotheken haben dann eine Lotsenfunktionâ, so Laurenz. Generell sei die psychische Belastung unter Jugendlichen sehr hoch und das System ĂŒberlastet. âMit âOurGenerationZâ geht es uns auch um eine Entstigmatisierung â niemand sollte Angst haben, sich Hilfe zu holen.â Ein Instagram-Account könne Hilfestellung anbieten, aber vor Ort, etwa in Safe Space Apotheken, kennen sich Menschen viel besser aus.
Warum Apotheken fĂŒr Jugendlichen erste Anlaufstellen bei Problemen sind
âWir sind meist barrierefrei, haben lange geöffnet und ein wichtiger Punkt ist auch unsere Schweigepflichtâ, erklĂ€rt Apothekerin Noatzke. âAlle können immer zu uns kommen und mĂŒssen nicht mal den Namen sagen. Zum Beispiel: Ich habe ein Drogenproblem.â Die Safe Space Apotheken können dann ein erster Ort der Offenbarung sein â und bereits Impulse geben.
Aus der Lausitz berichtet sie, dass Schulstress fĂŒr viele Jugendliche ein wichtiger Punkt sei. Auch Gewalterfahrungen seien wie an vielen anderen Orten ein Thema. âInteressant ist auch der Gesundheitsstress, den sich viele machen: Ihre Uhren sagen ihnen: Ich habe nicht gut geschlafen. Also holen sie sich in der Apotheke Schlaftablettenâ, berichtet Noatzke.
Letztlich sind Safe Space Apotheken oft die erste Anlaufstelle. Das Angebot der Apotheken fĂŒr Jugendliche mit Problemen soll Betroffene frĂŒh erreichen und an passende Beratungsstellen vermitteln.
Quelle: dpa












