Elefant taucht aus Wasser auf© Sean Nel / 123rf.com
Ein Paukenerguss führt oft zu einem tauben Gefühl und Schmerzen – besonders bei Kindern ist bei Wasser im Ohr ärztliche Abklärung ratsam.

Kinderkrankheiten

PAUKENERGUSS: WASSER IM OHR

Im Verlauf einer Atemwegsinfektion entwickelt sich oft ein taubes Gefühl auf den Ohren. Besteht die Hörschwäche bei Kindern länger als wenige Tage, kann Wasser im Ohr dahinterstecken. Ein rechtzeitiger Arztbesuch verhindert dann Spätfolgen durch einen Paukenerguss.

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Es liegt nicht unbedingt an seinem Ungehorsam, wenn der Sprössling schlecht hört, denn auch bei einem Paukenerguss kann das Hörvermögen eingeschränkt sein. Meist tritt das Wasser im Ohr als akute Begleiterscheinung eines Infektes auf, kann sich unter Umständen jedoch chronifizieren. Bei einem Paukenerguss handelt es sich um eine Störung der Ohrtrompete.

Diese gewährleistet normalerweise die Belüftung des Mittelohrs und stellt die Verbindung zwischen Nasen-Rachen-Raum und Auris media dar. Schwillt die Röhre aufgrund von Erkrankungen wie akuten Infekten, Allergien oder Polypen an, ist ihre Funktion beeinträchtigt. Folglich kann sich die Paukenhöhle mit Flüssigkeit füllen. Das Trommelfell zieht sich durch das Wasser im Ohr nach innen, was zu einer Hörminderung sowie Schmerzen und Druckgefühlen führt.

Wasseransammlung durch grĂĽndliche Untersuchung feststellen

Nach der Anamnese führt der/die Hals-Nasen-Ohren-Ärzt*in eine gründliche Untersuchung durch. Mithilfe einer Otoskopie lässt sich das Wasser im Ohr leicht diagnostizieren. Die Wölbung des Trommelfells gibt Aufschluss über die bestehenden Druckverhältnisse.

Auch die Wasseransammlung ist auf diese Weise meist gut sichtbar.

Eine weitere Methode zur Diagnose bei einem Paukenerguss ist die sogenannte Tympanometrie, bei der die Beweglichkeit des Trommelfells und Druckverhältnisse gemessen werden. Mit einem Hörtest kann man schließlich überprüfen, ob durch die Wasseransammlung eine Schallleitungsschwerhörigkeit vorliegt. Besonders bei Kindern ist das Wiederherstellen der Hörfunktion bei Wasser im Ohr von großer Bedeutung. Diese ist extrem wichtig für eine ungestörte Entwicklung und den Spracherwerb.

Behandlungsmöglichkeiten für den Paukenerguss in der Apotheke

Auch wenn ein Paukenerguss oft ohne Behandlung von alleine wieder ausheilt, ist ein Arztbesuch bei Wasser im Ohr stets ratsam. Im akuten Fall der Wasseransammlung helfen abschwellende Nasensprays oder -tropfen, um die Belüftung des Mittelohrs wiederherzustellen. Im Beratungsgespräch sollten PTA darauf hinweisen, dass die Lösungen maximal eine Woche anzuwenden sind. Bei Bedarf kann gegen die Schmerzen durch das Wasser im Ohr auch der Einsatz von Schmerzmitteln in Erwägung gezogen werden.

Größere Kinder profitieren bei einem Paukenerguss oft von Nasenballons. Bei der Anwendung wird ein Nasenloch zugehalten, während das andere versucht, den Ballon aufzublasen. Der Druck im Nasen-Rachen-Raum steigt, sodass über die Tube Luft ins Mittelohr gelangt und die Wasseransammlung abfließen kann. Alternativ zur Ballontechnik können sich Erwachsene bei Wasser im Ohr die Nase zuhalten und gegen diesen Widerstand ausatmen.

Operative Eingriffe bei hartnäckiger Wasseransammlung

Der chronische Paukenerguss zeigt sich hartnäckig und die Wasseransammlung wird möglicherweise operativ entfernt. Durch einen kleinen Schnitt ins Trommelfell (Parazentese) gelingt es, das Wasser im Ohr durch Absaugen nach außen zu leiten. Daraufhin verbessert sich das Hören in der Regel schlagartig.

Die Parazentese bei einem Paukenerguss ist relativ risikoarm und wird bei Erwachsenen meist ambulant durchgefĂĽhrt.

Bei Kindern erfolgt der Eingriff gegen die Wasseransammlung unter Vollnarkose. Eventuell wird ein Paukenröhrchen eingesetzt, um die Belüftung des Mittelohres zu sichern. Nach einiger Zeit stoßen sich die Röhrchen von selber wieder ab, bis dahin sollte beim Baden kein neues Wasser im Ohr landen (kein Seifenwasser). Sind vergrößerte Polypen ursächlich für den Paukenerguss, führt man eine Adenotomie durch, bei der die Wucherungen beseitigt werden.

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