Eine Frau hat in ein Eis am Stiel gebissen und verzieht das Gesicht.© RyanKing999/iStock/Gety Images Plus
Bei empfindlichen Zähnen sind es oft die Zahnhälse, die besondere Zuwendung brauchen.

Sensible Zähne

EMPFINDLICHE ZÄHNE BERUHIGEN: DIESE TIPPS HELFEN

Empfindliche Zähne melden sich oft schon beim ersten Schluck Kaffee oder beim Biss ins Eis. Meist stecken freiliegende Zahnhälse dahinter. Ein Zahnarzt erklärt, welche Zahncreme für empfindliche Zähne hilft, warum Tee den Zahnschmelz schützen kann und welche Putztechnik Sie empfehlen sollten.

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Beim Biss ins Eis oder beim ersten Schluck Kaffee grüßen die Zähne – manchmal reicht schon das Einatmen von kühler Luft und es zieht fies. Empfindliche Zähne gehören damit zu den Beschwerden, die Ihnen im Beratungsgespräch regelmäßig begegnen. Das schmerzhafte Ziehen ist oft auf freiliegende Zahnhälse zurückzuführen, wie der Zahnarzt Jochen Schmidt vom Kölner Carree Dental erklärt. Mit zunehmendem Alter bildet sich das Zahnfleisch nämlich zurück und legt diese Bereiche frei.

So haben Temperaturreize es leicht, über die sogenannten Dentinkanälchen, die kleinen Poren im Zahnbein, an den Nerv zu gelangen. Doch nicht nur freiliegende Zahnhälse stecken hinter dem Problem: Auch Karies, undichte Füllungen und schlecht sitzende Kronen können die Zähne sensibler machen. Zudem kann ein zu dünner Zahnschmelz dafür sorgen, dass die Zähne schnell „aufschreien“. Wer den Zahnschmelz schützen will, sollte die Ursachen also kennen.

Freiliegende Zahnhälse in der Zahnarztpraxis abklären

Bei empfindlichen Zähnen ist es immer eine gute Idee, die Beschwerden in der Zahnarztpraxis abklären zu lassen. Raten Sie Ihren Kund*innen deshalb zu einem Termin, wenn es dauerhaft zieht. Dort gibt es auch Behandlungsmöglichkeiten: So lassen sich etwa die Dentinkanälchen mit speziellen Lacken versiegeln. Damit lassen sich die Schmerzen durch freiliegende Zahnhälse häufig deutlich reduzieren.

Doch auch Betroffene selbst können viel gegen empfindliche Zähne tun. Diese vier Tipps können Sie im Beratungsgespräch weitergeben.

Tipp 1:Zahncreme für empfindliche Zähne

Spezielle Zahncremes können Jochen Schmidt zufolge tatsächlich Linderung bringen. Eine Zahncreme für empfindliche Zähne setzt auf Salze wie Aminfluorid und Kaliumverbindungen, die durch verschiedene Wirkmechanismen den Zahn schützen. „Entweder bilden sie eine dauerhafte Schutzschicht auf dem Zahn oder sie dringen in die Dentinkanälchen des Zahns ein und verhindern so die Schmerzweiterleitung“, fasst der Experte zusammen.

Wichtig ist ein Hinweis zur Geduld: Effekte zeigen sich nicht sofort, sondern erst nach drei bis vier Wochen regelmäßiger Anwendung. Erklären Sie das beim Empfehlen einer Zahncreme für empfindliche Zähne am besten direkt mit – so bleiben Ihre Kund*innen bei empfindlichen Zähnen auch dann bei der Anwendung, wenn die Wirkung auf sich warten lässt.

Tipp 2:Zahnschmelz schützen: Tee als Fluoridquelle nutzen

Schwarzer und Grüner Tee zählen zu den wenigen Lebensmitteln mit beachtlichem Fluoridgehalt. Somit haben sie eine zahnschützende Wirkung. Fluorid härtet unter anderem den Zahnschmelz und fördert die Reparatur kleinerer Zahnschäden – willkommene Effekte bei empfindlichen Zähnen. Wer den Zahnschmelz schützen möchte, kann also regelmäßig zur Teetasse greifen.

Wie viel Tee sollte man dafür trinken? Laut der Informationsstelle sind pauschale Empfehlungen nicht möglich. Fachleute verweisen auf eine polnische Studie aus dem Jahr 2023, die den Fluoridgehalt von 28 Teeaufgüssen ermittelt und verglichen hat. Eine Erkenntnis: Je feiner der Tee und je länger die Ziehzeit, desto mehr Fluorid landet in der Teetasse. Teebeutel schneiden also besser ab als loser Tee.

Einen Nachteil für die Zähne gibt es aber: Teeblätter enthalten von Natur aus Gerb- und Farbstoffe, die die Zähne verfärben können. Diesen Punkt sollten Sie ansprechen, wenn Ihre Kund*innen bei empfindlichen Zähnen auf Tee setzen wollen.

Tipp 3: Sanft putzen statt schrubben um den Zahnschmelz zu schützen

Zu starkes Aufdrücken beim Zähneputzen haben empfindliche Zähne gar nicht gern. „Dadurch wird das Zahnfleisch verdrängt und das Zahnbein zusätzlich abgetragen, was wiederum offene Kanälchen zur Folge hat“, sagt Zahnarzt Schmidt. Bitte sanft, lautet also das Motto – auch weil sich so der Zahnschmelz schützen lässt.

Eine Zahnbürste mit weichen Borsten ist allerdings nicht ideal, warnt der Zahnarzt. „Weiche Borsten übermitteln weniger Druckrückmeldung an die Hand, wodurch die Benutzer teilweise noch fester drücken.“ Er rät zu mittelharten Borsten. Am besten nutzt man eine elektrische Zahnbürste, die eine Warnung von sich gibt, wenn man zu fest aufdrückt – ein Argument, das Sie bei der Empfehlung einer Zahnbürste für empfindliche Zähne nennen können.

Tipp 4: Bei empfindlichen Zähnen nicht den ganzen Tag naschen

Über den Nachmittag immer mal wieder in die Gummibärchentüte greifen? Das kann gerade empfindlichen Zähnen weiter zusetzen. Kontinuierliches Naschen sorgt dafür, dass der Speichel kaum Zeit hat, Säuren zu neutralisieren – das greift den Zahnschmelz an.

Wenn man sich etwas Süßes gönnen will, nascht man lieber nur einmal und verstaut die süße Verlockung dann wieder. Dieser einfache Tipp rundet Ihre Beratung zu empfindlichen Zähnen ab – gemeinsam mit einer passenden Zahncreme für empfindliche Zähne, der sanften Putztechnik und dem Blick auf freiliegende Zahnhälse.

Quelle: dpa

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