Schichtgitter-Antazidum
SODBRENNEN: MEHR ALS NEUTRALISATION
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Sodbrennen gehört zu den häufigsten Magen-Darm-Beschwerden. Ursache ist in der Regel der Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre. Begünstigt wird dies meist durch eine Schwäche des unteren Ösophagussphinkters, der den Magen normalerweise zur Speiseröhre hin abdichtet. Da die Schleimhaut der Speiseröhre nicht für den Kontakt mit der aggressiven Magensäure ausgelegt ist, wird sie durch den Säurekontakt gereizt.
Auf kontrollierte Säureneutralisation kommt es an
Zur Linderung von Sodbrennen gilt es vor allem, überschüssige Magensäure zu neutralisieren. Hierfür kommen oft Antazida zum Einsatz: Sie wirken lokal, sind gut verträglich und zeichnen sich durch einen schnellen Wirkeintritt aus.
Eine besondere Stellung nimmt dabei das Schichtgitterantazidum Hydrotalcit (Talcid®) ein. Der Wirkstoff neutralisiert überschüssige Magensäure schnell und kontrolliert. Seine spezielle Schichtgitterstruktur setzt säureneutralisierende Hydroxidionen abhängig vom pH-Wert frei.
Mit steigendem pH-Wert verlangsamt sich der Prozess und stoppt schließlich bei einem therapeutisch optimalen Wert von etwa 4,5. So wird eine Überalkalisierung vermieden und die physiologischen Funktionen der Magensäure erhalten.1 Ein weiterer Vorteil: Nicht verbrauchtes Hydrotalcit kann bei erneuter Säurebildung direkt wieder neutralisieren.
Hydrotalcit: Mehr als nur Säureneutralisation

Hydrotalcit bindet zudem zwei weitere Aggressoren, die bei Refluxbeschwerden eine Rolle spielen können: Gallensäuren und Pepsin. Gallensäuren können bei unzureichendem Verschluss des Magenausgangs in den Magen und von dort bis in die Speiseröhre gelangen. Hydrotalcit bindet diese und verhindert so eine mögliche Schädigung der Speiseröhre. Talcid® Liquid kleidet die Speiseröhre bereits während der Einnahme aus und beruhigt sie.
Pepsin, ein für die Eiweißverdauung wichtiges Enzym, wird im sauren Magen-Milieu aktiviert. Das Enzym kann allerdings auch – vor allem im Rahmen von Sodbrennen und säurebedingten Beschwerden – die Magenschleimhaut schädigen. Hydrotalcit bindet Pepsin und reduziert so die Reizung.1,2

Darüber hinaus aktiviert Hydrotalcit körpereigene Schutzmechanismen der Magen- und Speiseröhrenschleimhaut, unter anderem durch die Stimulation von Prostaglandin E2. Über PGE2 vermittelt wird die Magenschleimbildung verstärkt, die Bicarbonatsekretion stimuliert und die Durchblutung der Magenschleimhaut sowie die Zellregeneration gesteigert.1,2,3
Neben einer geeigneten Therapie können Allgemeinmaßnahmen zur Beschwerdelinderung beitragen, wie zum Beispiel:
- Gewichtsreduktion
- Rauchstopp
- kleinere Mahlzeiten
- eine erhöhte Lagerung des Oberkörpers oder Linksseitenlage bei nächtlichen Beschwerden
Talcid® ist als Kautablette und als Suspension erhältlich und kann bei Erwachsenen sowie Jugendlichen ab zwölf Jahren zur Behandlung säurebedingter Beschwerden eingesetzt werden. Talcid® Liquid kleidet die Speiseröhre schon während der Einnahme aus und beruhigt diese.
1 In-vitro-Untersuchung. Miederer SE et al. Chin J Dig Dis. 2003; 4: 140-146; Martinsen TC et al. Int J Mol Sci. 2019;20(23):6031.
2 In-vitro-Untersuchung: Tarnawski A et al. Curr Pharm Des. 2013;19:126–132
3 In-vitro-Untersuchung: Tarnawski A et al. Gastroenterology. 2012;142(5)Suppl 1:S-202
Pflichttext:
Talcid® Kautabletten, Talcid® Liquid. Wirkstoff: Hydrotalcit. Zusammensetzung: 1 Kautablette Talcid enthält: 500 mg Hydrotalcit. Sonstige Bestandteile: Mannitol, Maisstärke, Magnesiumstearat, Saccharin-Natrium, Pfefferminz-Aroma (enthält Menthol), Bananen-Aroma. 10 ml Talcid Liquid (1 Beutel Suspension) enthalten: 1000 mg Hydrotalcit. Sonstige Bestandteile: gereinigtes Wasser, Carmellose-Natrium, hochdisperses Siliciumdioxid, Aluminium-Magnesium-Silicat, Zimtöl, Saccharin-Natrium, Aromastoff. Anwendungsgebiete: Zur symptomatischen Behandlung von Erkrankungen, bei denen die Magensäure gebunden werden soll: Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre (Ulcus ventriculi und Ulcus duodeni); Sodbrennen und säurebedingte Magenbeschwerden. Gegenanzeigen: Allergie gegen Hydrotalcit oder einen der sonstigen Bestandteile. Schwere Nierenfunktionsstörungen, Myasthenia gravis und Hypophosphatämie. Bei eingeschränkter Nierenfunktion nur unter ärztlicher Kontrolle des Serumspiegels von Magnesium und Aluminium. Nebenwirkungen: Immunsystem: Allergische Reaktionen möglich. Magen-Darm-Trakt: Bei hoher Dosierung kann es zu Verstopfung, breiigem Stuhl, erhöhter Stuhlfrequenz bis hin zu Durchfall und Erbrechen kommen. Nieren und Harnwege: Bei stark eingeschränkter Nierenfunktion kann Talcid Hypermagnesiämie und Anstieg der Serum-Aluminiumspiegel verursachen; bei Nieren¬insuffizienz und bei langfristiger Einnahme hoher Dosen kann es zur Aluminiumeinla¬gerung vor allem in das Nerven- und Knochengewebe und zur Phosphatverarmung kommen. Häufigkeiten: nicht bekannt. Wechselwirkungen mit anderen Mitteln: Siehe Fachinformation. Hinweis: nur Kautabletten: Enthält Pfefferminz-Aroma. Stand der Information: Kautablette10/2024, Liquid 10/2025. Bayer Vital GmbH, 51368 Leverkusen, Deutschland.













