Konzerthalle in Stockholm geschmückt für die Nobelpreis-Verleihung 2024© Alexander Farnsworth / iStock / Getty Images Plus
Die nächste Preisverleihung findet im Dezember statt.

Auszeichnung

MEDIZIN-NOBELPREIS FĂśR IMMUNFORSCHENDE AUS JAPAN UND DEN USA

FĂĽr ihre Forschung zum Immunsystem erhalten drei Wissenschaftler aus Japan und den USA den Nobelpreis fĂĽr Medizin. Ihre Entdeckungen helfen bei der Entwicklung neuer Therapien.

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Der Nobelpreis fĂĽr Medizin geht in diesem Jahr an Mary Brunkow, Fred Ramsdell (beide USA) und Shimon Sakaguchi (Japan).

Ausgezeichnet werden ihre Entdeckungen zur sogenannten peripheren Immuntoleranz, die verhindert, dass das Immunsystem dem Körper schadet. Das teilte das Karolinska-Institut in Stockholm mit. Die bedeutendste Auszeichnung fĂĽr Mediziner ist mit 11 Millionen schwedischen Kronen (rund eine Million Euro) dotiert. 

Grundstein fĂĽr neues Forschungsgebiet

Die Entdeckungen der drei Forschenden hätten den Grundstein fĂĽr ein neues Forschungsgebiet gelegt und die Entwicklung neuer Behandlungsmethoden, etwa fĂĽr Krebs und Autoimmunerkrankungen, vorangetrieben, heiĂźt es in der BegrĂĽndung. Konkret geht es um Mechanismen, die verhindern, dass das Immunsystem den eigenen Körper schädigt. 

Die Preisträger identifizierten Sicherheitsmechanismen des Immunsystems, die regulatorischen T-Zellen, die verhindern, dass Immunzellen den Körper angreifen. Olle Kämpe, Vorsitzender des Nobelkomitees, erklärt:

„Wir verstehen jetzt besser, wie das Immunsystem funktioniert und warum nicht jeder von uns eine schwere Autoimmunerkrankung entwickelt“.

Forschung in Japan und den USA

Brunkow wurde 1961 geboren. Sie promovierte an der Princeton-Universität in den USA und arbeitet am Institute for Systems Biology in der US-Westküstenmetropole Seattle. Der 64-jährige Ramsdell stammt aus dem US-Staat Illinois und promovierte an der Universität von Kalifornien in Los Angeles. Er ist wissenschaftlicher Berater bei Sonoma Biotherapeutics in San Francisco. Der 74 Jahre alter Japanaer Shimon Sakaguchi promovierte 1983 in Kyoto. Er ist Professor an der Universität von Osaka.

Vor 30 Jahren hatte als erste und bislang einzige deutsche Frau die TĂĽbinger Entwicklungsbiologin Christiane NĂĽsslein-Volhard den Medizin-Nobelpreis erhalten. Sie wurde fĂĽr ihre Arbeit zur genetischen Kontrolle der frĂĽhen Embryonalentwicklung ausgezeichnet. Auch im vergangenen Jahr wurde zwei Genetiker geehrt. Die US-Forscher Victor Ambros und Gary Ruvkun entdeckten die microRNA und damit ein zuvor unbekanntes Prinzip der Genregulation.

Erster Preis ging an deutschen Bakteriologen

Vor dem diesjährigen Preis haben seit 1901 insgesamt 229 Menschen den Medizin-Nobelpreis erhalten, darunter 13 Frauen. Der erste ging an den deutschen Bakteriologen Emil Adolf von Behring für die Entdeckung einer Therapie gegen Diphtherie

Preisverleihung am 10. Dezember
Die feierliche Übergabe aller Auszeichnungen findet traditionsgemäß am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel (1833-1896). Bereits am 1. Oktober waren in Stockholm die diesjährigen Träger des Right Livelihood Awards bekanntgegeben worden, der gemeinhin als Alternativer Nobelpreis bezeichnet wird.

Quelle: dpa

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