Frau mit Schwindel greift sich an Stirn © AndreyPopov / iStock / Getty Images Plus
Plötzliche Schwindelattacken können den Alltag stark einschränken. Eine mögliche Ursache bei jüngeren Menschen ist die vestibuläre Migräne.

Plötzlich

VESTIBULÄRE MIGRÄNE ALS HÄUFIGE URSACHE FÜR SCHWINDELATTACKEN

Für Schwindel gibt es diverse Ursachen, gerade im Alter kommt er häufiger vor. Bei jüngeren Menschen könnte jedoch eine vestibuläre Migräne dahinterstecken. Erfahren Sie, was es mit der Erkrankung auf sich hat und was Betroffenen im Alltag hilft.

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Plötzlicher starker Schwindel, und das immer wieder: für Betroffene ist das ziemlich belastend – und beunruhigend, wenn sie die Ursache nicht kennen. Viele denken bei Schwindel womöglich zuerst ans Ohr, schließlich sitzt im Innenohr das Gleichgewichtsorgan. Doch die Ursache kann auch im Gehirn liegen, wenn man nämlich an der vestibulären Migräne leidet, auch Schwindelmigräne genannt.

Demnach sollte man am besten eine neurologische Praxis aufsuchen, wenn der*die HNO-Ärzt*in keine Ursache für den immer wieder auftretenden Schwindel feststellen kann. Oder eine Schwindelambulanz, um eine vestibuläre Migräne ärztlich abzuklären.

Schwindelattacken bei einer vestibulären Migräne

Anders als bei der normalen Migräne ist das Hauptsymptom, wenn eine vestibuläre Migräne vorliegt, kein Kopfschmerz, sondern eben starke Schwindelattacken. Diese Schwindelattacken können nach ein paar Sekunden wieder vorbei sein, in Extremfällen aber auch mehrere Tage lang anhalten. Mögliche Begleitsymptome wiederum entsprechen denen der bekannten Migräne. Dazu zählen Licht-, Lärm- und Geruchsempfindlichkeit, ein starkes Ruhebedürfnis sowie Auren, also ein Flimmern vor den Augen.

Die vestibuläre Migräne liegt oft in der Familie und tritt typischerweise im Alter zwischen 30 und 40 Jahren auf, bei Frauen häufiger als bei Männern.

Wer früher bereits unter Migräne litt, hat ein erhöhtes Risiko, von der Erkrankung betroffen zu sein. Neben den unangenehmen körperlichen Symptomen leiden Betroffene oft auch unter der Angst vor den nächsten Schwindelattacken. Manche trauen sich gar nicht mehr vor die Tür und igeln sich zu Hause ein.

Behandlung von akuten Schwindelattacken

Eine vestibuläre Migräne ist aktuell zwar nicht heilbar – es gibt aber Behandlungsmöglichkeiten. Bei akuten Anfällen helfen Mittel gegen Schwindel und Übelkeit mit dem Wirkstoff Diphenhydramin, der auch etwa in Reisetabletten zur Anwendung kommt. Typische Migränemedikamente kommen ebenfalls infrage, um die Schwindelattacken zu lindern, etwa Schmerzmittel oder Triptane.

Auch zur Vorbeugung schwerer Schwindelattacken gibt es Optionen. Betroffene können bestimmte Betablocker, Antidepressiva oder Kalziumkanalblocker einnehmen oder sich bei besonders hohem Leidensdruck Antikörper spritzen. Sowohl zur akuten Behandlung als auch zur Prävention der vestibulären Migräne gibt es außerdem die neue Wirkstoffklasse der Gepante. Betroffene sollten sich ärztlich beraten lassen, welche Option für sie am besten geeignet ist.

Individuelle Auslöser für Schwindelattacken erkennen

Daneben kann man das Risiko für erneute Schwindelattacken abschwächen, indem man im Alltag gut auf sich achtet. Dazu gehört, ausreichend zu schlafen, Stress zu vermeiden und regelmäßig zu essen und zu trinken, damit das Gehirn stets genügend Energie hat. Moderater Ausdauersport, etwa eine halbe Stunde an zwei oder drei Tagen die Woche, ist günstig, wenn eine vestibuläre Migräne diagnostiziert wurde.

Gerade zu Beginn lohnt es sich, einen Kalender über Symptome und Aktivitäten zu führen, um individuelle Auslöser für die Schwindelattacken zu erkennen.

Das können etwa Licht, Lärm, Schlafmangel, bestimmte Gerüche oder hormonelle Schwankungen sein. Laut der Deutschen Hirnstiftung ist ein sorgfältig geführter Schwindelkalender aber auch nützlich, wenn noch gar keine Diagnose für die vestibuläre Migräne vorliegt. Notizen über Datum, Art, Dauer und Stärke des Schwindels sind in der Praxis dann von großer Hilfe.

Quelle: dpa

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