Blick durch einen Bücherstapel: Ein junger Mann hat den Kopf in die Hände gestützt.© Natali_Mis/iStock/Gety Images Plus
Psychische Belastung ist der Hauptgrund für Ausbildungsabbrüche.

Nachwuchs

PSYCHISCHE BELASTUNG UNTER AZUBIS: WARUM VIELE ABBRECHEN

Die Psychische Belastung von Azubis ist laut einer neuen Umfrage der größte Risikofaktor für einen Ausbildungsabbruch: Fast 40 Prozent denken deshalb ans Aufhören. Wie es um das Wohlbefinden Auszubildender steht und welche Warnsignale Betriebe im Ausbildungsalltag kennen sollten.

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Die psychische Belastung von Azubis ist einer Umfrage zufolge das größte Risiko für einen Ausbildungsabbruch. Fast 40 Prozent aller repräsentativ im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung befragten Auszubildenden nannten psychische Belastungen als Grund dafür, warum sie über eine Vertragsauflösung nachdenken oder bereits abgebrochen haben. Weitere Gründe wie abweichende Erwartungen an die Ausbildung oder Unzufriedenheit mit den Lern- und Arbeitsbedingungen kamen von einem Drittel oder weniger und damit deutlich seltener. Für Sie als PTA, die junge Menschen im Ausbildungsbetrieb begleiten, sind diese Zahlen ein wichtiges Signal.

Umgekehrt zeigt sich: Von den jungen Menschen in Ausbildung, die ohnehin über ein stark eingeschränktes Wohlbefinden berichten, denken fast drei Viertel (73,6 Prozent) darüber nach, die Ausbildung abzubrechen. Bei jungen Menschen mit stabilem Wohlbefinden sind es lediglich zwölf Prozent. Wie stark die psychische Belastung von Azubis über den Ausbildungserfolg entscheidet, wird damit sichtbar. Wer im Team früh hinschaut, erkennt die Warnzeichen, bevor der Ausbildungsvertrag wackelt.

Ausbildungsabbruch: Diese Gründe nennen Azubis

Beim Ausbildungsabbruch liegen die Gründe der Befragten klar auf der Hand: Die psychische Belastung von Azubis steht an erster Stelle. Fast 40 Prozent gaben an, sich durch die Ausbildung psychisch belastet zu fühlen oder gefühlt zu haben. Erst danach folgen als Ausbildungsabbruch-Gründe die Erfahrung, dass die Ausbildung ganz anders war als vorher vorgestellt, sowie die Unzufriedenheit mit den Lern- und Arbeitsbedingungen.

Bei einem Ausbildungsabbruch wiegen diese Gründe allerdings weniger schwer – sie wurden jeweils von einem Drittel oder weniger genannt. Die psychische Belastung von Azubis bleibt damit der Faktor, der die Ausbildung am stärksten gefährdet.

Für die nach Angaben der Stiftung repräsentative Umfrage waren im Frühjahr 2026 mehr als 900 Auszubildende zwischen 15 und 25 Jahren befragt worden. (Über die Situation speziell an PTA-Schulen berichtete der BVpta kürzlich.)

Wohlbefinden: Auszubildende zwischen Druck und Zweifel

Beim Wohlbefinden zeichnen Auszubildende ein gemischtes Bild. Auch wenn die deutliche Mehrheit insgesamt mit der Ausbildung zufrieden sei, berichtet ein relevanter Anteil von rund 15 Prozent von einem stark eingeschränkten Wohlbefinden, so die Studienautor*innen. Eine erschreckend große Zahl junger Azubis fühle sich emotional belastet, häufig unwohl, niedergeschlagen und kraftlos. Damit gilt rund jede*r siebte Azubi als mental belastet.

Wie eng Wohlbefinden und Abbruchgedanken zusammenhängen, zeigen die Zahlen deutlich: 73,6 Prozent der jungen Menschen mit stark eingeschränktem Wohlbefinden denken ans Aufhören, bei stabilem Wohlbefinden sind es zwölf Prozent.

Die psychische Belastung von Azubis wirkt sich also unmittelbar auf den Ausbildungserfolg aus. Achten Sie im Ausbildungsalltag deshalb auf Anzeichen wie Niedergeschlagenheit und Kraftlosigkeit.

Mentale Gesundheit in der Ausbildung: Warnsignale

Die mentale Gesundheit spielt in der Ausbildung auch im Krankheitsgeschehen eine Rolle. Ein knappes Drittel der Befragten gab an, sich schon einmal wegen mentaler Probleme krankgemeldet zu haben. Wer die mentale Gesundheit in der Ausbildung im Blick behält, erkennt solche Warnsignale früher.

Denn Krankmeldungen aus psychischen Gründen zeigen, wie stark die psychische Belastung von Azubis im Alltag wirkt.

Psychische Belastung Azubis: DGB-Report bestätigt

Auch der jüngst veröffentlichte Ausbildungsreport des Jugendverbandes des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB-Jugend) hatte gezeigt, wie weit verbreitet psychische Belastungen junger Menschen in Ausbildung sind. Der Studie zufolge fühlt sich sogar jede*r zweite Azubi psychisch belastet.

Als Gründe nennt der Report Leistungs-, Zeit- und Verantwortungsdruck sowie Personalmangel im Ausbildungsbetrieb. Die psychische Belastung von Azubis ist damit kein Einzelfall, sondern ein strukturelles Thema.

Quelle: dpa

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