Frau hÀlt sich nach dem Essen im Restaurant den Bauch und den Mund zu© nicoletaionescu / iStock / Getty Images Plus
Schluckauf kommt selten gelegen: Meist verschwindet der Schluckauf nach wenigen Minuten von selbst. Welche Tricks helfen können und bei welchen Warnzeichen Àrztlicher Rat gefragt ist.

Zwerchfellkrampf

SCHLUCKAUF LOSWERDEN: DIESE TIPPS HELFEN BEIM HICKSEN

Schluckauf ĂŒberfĂ€llt uns oft scheinbar aus dem Nichts – und verschwindet meist genauso schnell wieder. Woher das Hicksen kommt, welche Mittel Ihre Kund*innen ausprobieren können und wann hinter einem Schluckauf doch eine Erkrankung steckt, lesen Sie hier.

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Hicks! Wer von einem krĂ€ftigen Schluckauf durchgeschĂŒttelt wird, fragt sich meist sofort: Woher kommt der auf einmal? Die ErklĂ€rung „Da denkt gerade jemand an dich“ lassen Mediziner*innen nicht durchgehen. Ein Schluckauf entsteht nĂ€mlich, wenn sich das Zwerchfell plötzlich und unwillkĂŒrlich verkrampft. Das ist die Platte aus Muskeln und Sehnen, die die Grenze zwischen Brust- und Bauchraum zieht.

Verkrampft das Zwerchfell, schließt sich als Reaktion die Stimmritze, die zwischen Rachen und Luftröhre liegt. Eingeatmete Luft prallt dann gegen die geschlossenen StimmbĂ€nder. Genau das erzeugt das typische Hicks-GerĂ€usch. Diesen Mechanismus hinter einem Schluckauf können Sie Ihren Kund*innen im BeratungsgesprĂ€ch anschaulich erklĂ€ren.

Schluckauf: Ursachen und typische Auslöser erkennen

Manchmal ĂŒberfĂ€llt uns die lĂ€stige Hickserei aus dem Nichts. Beim Schluckauf sind die Ursachen dann nicht auf Anhieb erkennbar. Manchmal aber lassen sie sich klar benennen – denn es gibt einige typische Auslöser.

So können hastiges Essen, stark kohlensĂ€urehaltige GetrĂ€nke, grĂ¶ĂŸere Mengen Alkohol, Stress, Lampenfieber oder bestimmte Arzneimittel einen Schluckauf bescheren. Auch ein Wechsel zwischen sehr kalten und sehr heißen Speisen sorgt dafĂŒr, dass das Zwerchfell verkrampft. Fragen Sie im BeratungsgesprĂ€ch ruhig nach solchen Auslösern. Oft lassen sich beim Schluckauf die Ursachen so schnell eingrenzen.

Arzneimittel, die Schluckauf auslösen

  • Corticosteroide
  • Benzodiazepine
  • einige Zytostatika
  • Opioide
  • Manche Antibiotika
  • dopaminerg wirkende Arzneistoffe

Bei vielen dieser Wirkstoffe ist die Datenlage dĂŒnn. Zu Dexamethason gibt es immerhin eine Studie.

Schluckauf loswerden: Ablenkung hilft dem Zwerchfell

Normalerweise verzieht sich der Schluckauf-Spuk nach wenigen Minuten von selbst wieder. Wer den Schluckauf schneller loswerden will, findet allerlei zum Teil kuriose Tipps, die das Hicksen in die Flucht schlagen sollen. Zum Beispiel:

  • die Luft anhalten und bis 20 zĂ€hlen
  • sich erschrecken lassen
  • kaltes Wasser in Mini-SchlĂŒckchen trinken
  • in eine PapiertĂŒte atmen
  • aufzĂ€hlen, was man gestern alles gegessen hat
  • an sieben glatzköpfige MĂ€nner denken

All solche Tricks kann man durchaus ausprobieren. Eine Sache haben sie nĂ€mlich gemeinsam: Sie sorgen fĂŒr Ablenkung. Das kann dazu fĂŒhren, dass wir uns entspannen – und damit auch Zwerchfell und Atmung. Als besonders hilfreich gelten Methoden, die die Atmung gezielt beeinflussen. Entspanntes Atmen können Sie also empfehlen, wenn Kund*innen einen Schluckauf loswerden möchten.

Schluckauf: Wann zum Arzt oder zur Ärztin, wann einen Notruf absetzen?

Ein Schluckauf ist fast immer harmlos. In seltenen FĂ€llen kann er aber Hinweis auf eine Erkrankung von Speiseröhre, Magen oder DĂŒnndarm beziehungsweise auf Hormon- oder Nervenstörungen geben. Es stellt sich also die Frage: Wann sollten Sie Ihre Kund*innen mit einem Schluckauf zum Arzt oder zur Ärztin schicken?

Warnzeichen sind, wenn der Schluckauf deutlich hĂ€ufiger auftritt, als man es gewohnt ist. Auch wenn er ungewöhnlich lange – mindestens einen ganzen Tag – andauert, sollte man Ă€rztlichen Rat einholen. Das gilt vor allem dann, wenn Symptome wie Sodbrennen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Schwellungen im Halsbereich oder starke MĂŒdigkeit dazukommen.

Bei einem schweren idiopathischen Schluckauf, also ohne zugrundeliegende Ursache, können Ärzt*innen muskelentspannende Mittel wie Baclofen oder Antiepileptika wie Gapapentin verordnen.

Übrigens: Tritt ein Schluckauf gemeinsam mit LĂ€hmungserscheinungen, Sprach- oder Sehstörungen, Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit auf, ist das ein Fall fĂŒr den Notruf 112. Dann kann sich dahinter ein Schlaganfall verbergen, bei dem jede Minute zĂ€hlt.

Quellen:
dpa
https://www.tara24.at/public-health/wenn-medikamente-schluckauf-ausloesen/
https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/symptome/therapie-bei-schluckauf-was-hilft-979605.html

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