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WINZIGER HERZSCHRITTMACHER GANZ OHNE OP
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Bleibt das Auto liegen, versagt die Batterie, benötigt es manchmal einen kleinen StromstoĂ und schon lĂ€uft der Motor wieder. So Ă€hnlich ist es auch mit dem Herzen. Manchmal schafft es unser Herz nicht regelmĂ€Ăig und zuverlĂ€ssig zu schlagen. Dann braucht es Hilfe von auĂen. 1958 wurde der erste Herzschrittmacher eingesetzt, eine Revolution in der Kardiologie.
Heute werden etwa 80000 Herzschrittmacher pro Jahr eingesetzt, in etwa so groĂ wie zwei aufeinanderliegende Zwei-Euro-MĂŒnzen. Eine solche Herzschrittmacher-OP dauert weniger als eine Stunde und kann unter örtlicher BetĂ€ubung stattfinden, spezielle Sonden befördern den Herzschrittmacher durch die Venen an seinen Platz am Herzen. Ein Routine-Eingriff, aber natĂŒrlich gibt es Risiken, auch wenn sie ĂŒberschaubar sind. FĂŒr Kinder ist der Herzschrittmacher mitunter zu groĂ.
Herzschrittmacher ohne OP
1,8 Millimeter breit, 3,5 Millimeter hoch und einen Millimeter dick: Der neu entwickelte Herzschrittmacher von Forschenden um Yamin Zhang von der Northwestern University in Illinois ist in etwa so groà wie ein Reiskorn. Damit lÀsst er sich einfach mit einer Spritze injizieren. Eine OP ist nicht nötig, um den Herzschrittmacher einzusetzen.
Und es entfĂ€llt sogar der chirurgische Schritt der Entfernung. Denn der neue Herzschrittmacher löst sich am Ende seiner Nutzungszeit einfach wieder auf. Dieser Punkt ist besonders fĂŒr die Behandlung von Kindern interessant. Denn sie benötigen meist nur fĂŒr wenige Tage nach einer Operation am Herzen einen Herzschrittmacher.
Kein Wechsel der Batterie beim kleinen Herzschrittmacher
Der neu entwickelte Herzschrittmacher wartet mit einer weiteren Innovation auf. Normalerweise steht bei einem implantierten Herzschrittmacher nach fĂŒnf bis zehn Jahren ein Batteriewechsel an. Das neu entwickelte Modell kommt ganz ohne Batterie aus, sondern nutzt zwei unterschiedliche Metalle als Elektroden. Zusammen mit der elektrolythaltigen KörperflĂŒssigkeit entsteht so eine galvanische Zelle, die sich selbst versorgen kann.
Damit diese nicht auf Dauerstrom lÀuft, wird der betroffenen Person zusÀtzlich zum infundierten Herzschrittmacher noch ein kleines drahtloses GerÀt Àhnlich wie ein Pflaster auf den Brustkorb geklebt. Es misst per Infrarotlicht die Funktion des Herzens und entschiedet dann, wann es einen Impuls des Herzschrittmachers benötigt. Das neue Mini-GerÀt kommt also ohne Batterie sowie ohne Antenne aus, Lichtimpulse steuern es.
Bei verschiedenen Tieren konnte sich der neue Herzschrittmacher bereits beweisen, auch an menschlichen Spenderherzen konnten die Forschenden hoffnungsvolle Erkenntnisse sammeln. Klinische Studien stehen noch aus.












