Screening
MAMMOGRAPHIE: BALD SCHON AB 45 KASSENLEISTUNG
Seite 1/1 2 Minuten
Bereits im März dieses Jahres schaffte das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit die rechtlichen Voraussetzungen dafür, dass Frauen ab 45 Jahren eine Mammographie durchführen lassen können. Allerdings musste die Untersuchung bisher selbst bezahlt werden.
Jetzt folgt der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses, der die Mammographie auch für Frauen zwischen 45 und 49 Jahren zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen ermöglicht. Bis die neu anspruchsberechtigten Frauen sich für Termine anmelden können, dauert es aber noch.
Sterblichkeit sinkt durch Mammographien
Die Mammographie der Brust ermöglicht eine frühzeitige Erkennung von Brustkrebs. Dank moderner Therapien stehen die Chancen bei dieser Erkrankung mittlerweile gut. Seit 2005 haben Frauen zwischen 50 und 75 Jahren daher alle zwei Jahre Anspruch auf eine solche Untersuchung. Über eine sogenannte Zentrale Stelle können sie sich für einen Termin in einer Screening-Einheit melden. Um die Versorgung auf dem Land zu verbessern, gibt es sogar mobile Mammographie-Busse.
Da es sich bei der Mammographie um eine Röntgenuntersuchung handelt, musste vor dem Beschluss sorgfältig Nutzen und mögliche Risiken für jüngere Frauen abgewogen werden. Denn während die Wahrscheinlichkeit für einen Tumor mit dem Alter steigt, muss für jüngere Frauen die Strahlenbelastung berücksichtigt werden, die mit jeder Untersuchung einhergeht. Nutzen und Risiken des Verfahrens unterscheiden sich also je nach Alter der betroffenen Frau.
Neues in der Frauenmedizin:
Eine Mammographie zahlt die Krankenkasse, aber…
Dass Frauen ab 45 jetzt Anspruch auf eine Mammographie zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen haben, bedeutet noch lange nicht, dass sie auch einen Termin bekommen. Zunächst muss der Beschluss des GBA vom Bundesgesundheitsministerium geprüft werden. Gibt es keine rechtlichen Beanstandungen, müssen die zentralen Stellen und die Screening-Einheiten ihre Prozesse an die neuen Gegebenheiten anpassen- und das dauert.
Voraussichtlich ab 1. August 2027 können Frauen ab 45 sich für eine Mammographie zulasten der Krankenkasse an eine Zentrale Stelle wenden. Ab Januar 2028 erhalten dann auch die 2,5 Millionen neu anspruchsberechtigten Frauen eine schriftliche Einladung per Post.
Ob sie die Mammographie auch durchführen lässt, kann jede Frau selbst entscheiden. Je älter man ist, desto häufiger wird ein Tumor gefunden und desto eher hat die Untersuchung einen Effekt auf die Sterblichkeit. Bei jüngeren Frauen erschwert das dichtere, drüsenreichere Brustgewebe die Erkennung von Veränderungen auf den Bildern. Außerdem sollte die Strahlenbelastung nicht außer Acht gelassen werden.
Experten meinen aber, dass der Nutzen einer Mammographie das Risiko durch die leicht erhöhte Strahlenbelastung immer noch weit überwiegt. Diese ist insgesamt niedrig. Bei älteren Frauen steigt das Risiko einer Überbehandlung, aber auch für sie bleibt die Mammographie die Untersuchung der Wahl.
Quellen:
https://www.pharmazeutische-zeitung.de/mammografie-screening-demnaechst-ab-45-jahren-171147/
https://www.pharmazeutische-zeitung.de/mammografie-jetzt-ab-45-jahren-moeglich-163306/












