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FEHLENDER IMPFSCHUTZ FĂśR KINDER IN GANZ EUROPA
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In der WHO-Europaregion ist die Zahl der völlig ungeimpften Kinder im vergangenen Jahr gesunken. Allerdings sei die Zahl jener, die keinen oder keinen vollen Impfschutz gegen Infektionskrankheiten haben, noch groß, berichten die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das UN-Kinderhilfswerk Unicef.
Die WHO-Europaregion geht weit über die EU hinaus. Dazu gehören 53 Länder, darunter auch etwa die Türkei, Turkmenistan und Israel. Gut die Hälfte der gar nicht geimpften Mädchen und Jungen lebt in vier Ländern: Kasachstan, Türkei, Großbritannien und Aserbaidschan. Hier ist ein vollständiger Impfschutz der Kinder oft nicht gegeben.
Ungeimpfte Kinder bleiben ein groĂźes Problem
Die Zahlen im Einzelnen: Insgesamt waren im vergangenen Jahr in den 53 Ländern zusammen 43000 Jungen und Mädchen weniger gar nicht geimpft als 2024. Insgesamt fehlte noch 566000 Heranwachsenden jeglicher Impfschutz, und 258000 waren nur unzureichend geschützt.
FĂĽr Deutschland geben WHO und Unicef die Zahl der komplett ungeimpften Kinder mit 21000 an.
Solche ungeimpfte Kinder bezeichnet die WHO als „zero-dose children“, also solche mit null Impfdosen. Damit sind nach WHO-Definition Jungen und Mädchen gemeint, „die keinen Zugang zu routinemäßigen Impfdiensten haben oder von diesen nie erreicht werden“. Als Indikator dafür dient die Zahl der Fälle, in denen Kinder schon die erste Impfung gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten (DTP1) nicht erhalten haben. So lässt sich der Impfschutz gut messen.
HPV-Impfung: Deutschland muss dringend aufholen
In Deutschland sieht die WHO vor allem Verbesserungsbedarf bei der HPV-Impfung gegen Papillomaviren. 55 Prozent der Mädchen seien voll dagegen geimpft. Das ist bei der HPV-Impfung zwar mehr als der regionale Durchschnitt (41 %), aber die WHO vergibt erst ab mindestens 90 Prozent Impfrate gute Noten. Ein lückenhafter Impfschutz für Kinder in diesem Bereich bleibt riskant.
Gerade die HPV-Impfung bietet wichtigen Schutz vor Krebs.
Zu den ersten Impfungen, die Babys erhalten, gehören die gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten (Pertussis). In der gesamten Europa-Region lag die Rate bei 94 Prozent, wie im Jahr davor. 2019 waren es noch 96 Prozent. Rund 92 Prozent der Mädchen und Jungen bekamen – ebenso wie im Jahr davor – die erste Dosis der Masern-Impfung. 2019 waren es noch 94 Prozent gewesen. Zwar ist das keine HPV-Impfung, aber auch hier ist ein solider Impfschutz für Kinder essenziell.
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Impfquoten bereiten trotz Fortschritten Sorge
Die UN-Organisationen sind besorgt über sinkende Impfquoten in manchen Ländern. Das liege unter anderem daran, dass Impfprogramme in zahlreichen Konfliktgebieten eingeschränkt seien, was die Impfquoten drückt. Aber auch an fehlenden Mitteln nach der Kürzung von Entwicklungshilfe durch viele reichere Länder leiden die Impfquoten massiv.
Ohne finanzielle Hilfe schwindet der Impfschutz der Kinder.
Die WHO nennt aber auch Falschinformationen über Risiken beim Impfen als Problem für niedrige Impfquoten. „Impfstoffe haben in den letzten fünf Jahrzehnten mehr als 150 Millionen Menschenleben gerettet“, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus bereits im vergangenen Jahr. Nur mit Aufklärung lassen sich die Impfquoten und damit der weltweite Impfschutz für Kinder wieder verbessern.
Quelle: dpa












