Metabolisches Syndrom: Das tödliche Quartett
20 Minuten
- 1Metabolisches Syndrom
- 2Adipositas
- 3Insulinresistenz
- 4Bluthochdruck & Blutfettwerte
- 5Ernährung & Bewegung
- 6Arzneimittel
- 7Lernerfolgskontrolle
01. November 2025
Beim metabolischen Syndrom treten vier Risikofaktoren gemeinsam auf:
- bauchbetonte (abdominelle) Adipositas,
- Insulinresistenz
- gestörter Fettstoffwechsel (Dyslipoproteinämie) und
- Bluthochdruck (Hypertonie).
Jede einzelne Komponente stellt einen arteriosklerotischen Risikofaktor dar und ist bereits allein ein erhebliches Gesundheitsrisiko für die Entwicklung kardiovaskulärer Erkrankungen. Und damit insbesondere für das Auftreten von Herzinfarkt und Schlaganfall. Im Zusammenspiel können sie sich gegenseitig verstärken und als Symptomkomplex das Risiko für lebensgefährliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen drastisch steigern. Deshalb spricht man auch vom tödlichen Quartett.
Lernziele
Lernen Sie in dieser von der Bundesapothekerkammer akkreditierten Fortbildung unter anderem,
- wann man von einem metabolischen Syndrom spricht,
- was Risikofaktoren für das metabolische Syndrom sind,
- welchen Einfluss viszerales Fett hat,
- bei welchen Blutzuckerwerten Handlungsbedarf besteht,
- wann die Diagnose Hypertonie gestellt wird,
- auf welche Lipidparameter es ankommt,
- wie man einem metabolischen Syndrom vorbeugen kann und
- welche Therapieoptionen es gibt.
Verschiedene Definitionen des metabolischen Syndroms
Auch wenn die vier Risikofaktoren eindeutig anerkannt sind, existiert dennoch keine einheitliche Definition für das metabolische Syndrom. Die genauen Kriterien variieren je nach Fachgesellschaft.
Viele Ärzte richten sich nach der Definition der IDF (International Diabetes Federation). Demnach liegt bei Menschen, die unter einem metabolischen Syndrom leiden, immer eine abdominelle Adipositas vor (Taillenumfang bei Frauen > 80 Zentimeter (cm), bei Männern > 94 cm). Zusätzlich müssen noch zwei der folgenden Risikofaktoren hinzukommen:
- Hypertonie (> 130/85 mmHg) oder bereits behandelte Hypertonie
- Triglyceride > 150 Milligramm/Deziliter (mg/dl) oder bereits eingeleitete Therapie zur Senkung der Triglyceride
- HDL-Fraktion bei Männern < 40 mg/dl (< 1,05 Millimol/Liter (mmol/l)) und bei Frauen < 50 mg/dl (< 1,25 mmol/l) oder bereits eingeleitete Therapie zur Erhöhung des HDL
- Nüchternblutzucker > 100 mg/dl (5,6 mmol/l) oder diagnostizierter Diabetes mellitus.
Nach der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird die Diagnose gestellt, wenn eine gestörte Glucosetoleranz oder ein Diabetes mellitus und/oder eine Insulinresistenz sowie noch zwei der folgenden Parameter vorliegen:
- Erhöhter arterieller Blutdruck (> 140/90 mmHg)
- Fettstoffwechselstörung (Triglyceride > 1,7 mmol/l (150 mg/dl) und/oder HDL-Cholesterin bei Männern < 0,9 mmol/l (35 mg/dl) und bei Frauen < 1,0 mmol/l (39 mg/dl)
- Abdominelle Adipositas (Taillen-Hüft-Ratio bei Männern > 1,0 oder bei Frauen > 0,85 oder BMI > 30
- Mikroalbuminurie: Albuminausscheidung im Urin > 20 Mikrogramm/Minute (µg/min) oder Albumin-Kreatinin-Ratio > 30 Milligramm/Gramm (mg/g)
Die Nationale Versorgungsleitlinie “Typ-2-Diabetes“ (2023) bezieht sich auf eine Definition aus dem Jahr 2009, die eine erste Harmonisierung der verschiedenen Definitionen und Grenzwerte darstellt. Demnach müssen mindestens drei der folgenden fünf Kriterien vorliegen:
- Abdominelle Adipositas (Taillenumfang bei Frauen > 80 cm, bei Männern > 94 cm)
- Triglyceride > 1,7 mmol/l (> 150 mg/dl) oder bereits eingeleitete Therapie zur Senkung der Triglyceride
- HDL-Cholesterin bei Männern < 1,03 mmol/l (< 40 mg/dl) und bei Frauen 1,29 mmol/l (< 50 mg/dl) oder bereits eingeleitete Therapie zur Erhöhung des HDL
- Erhöhter Blutdruck > 130/85 mmHg oder bereits behandelte Hypertonie
- Nüchternblutzucker > 100 mg/dl (> 5 mmol/l) oder präexistenter Diabetes oder bereits eingeleitete Therapie











