Lungenentzündung
PTA-Fortbildung

Lungenentzündung: Achtung, lebensgefährlich!

Plötzlich hohes Fieber und Husten in Verbindung mit Atemnot können auf eine Lungenentzündung hinweisen. Sie zählt zu den häufigsten Todesursachen unter den Infektionskrankheiten. Hier lernen Sie, woran man eine Lungenentzündung erkennt, wie man ihr vorbeugt und sie behandelt.

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Impfung gegen Influenza

Der vulnerablen Gruppe der über 60-Jährigen werden ein inaktivierter Hochdosis-Influenzaimpfstoff oder MF-59-adjuvantierte Influenza-Impfstoffe angeraten. Hintergrund für die ausdrückliche Empfehlung zu speziellen Grippeimpfstoffen bei Senioren ist, dass herkömmliche Influenza-Vakzine bei Menschen im höheren Alter keine so gute Impfantwort zeigen und damit weniger wirksam sind.

Ursache ist eine Immunseneszenz, also das allmähliche Nachlassen der Leistungsfähigkeit des Immunsystems mit zunehmendem Lebensalter. Warum versprechen die neuen Impfstoffe speziell für ältere Menschen eine bessere Immunantwort und damit einen besseren Impfschutz? Das liegt vor allem an höheren Antigenmengen oder dem Zusatz eines Adjuvans zur Wirkverstärkung.

Schwangeren wird eine Influenza-Impfung explizit ab dem zweiten Trimenon (ab der 13. Woche) von der STIKO angeraten. Sie schützt nicht nur die Schwangere. Die Impfung schützt darüber hinaus das Neugeborene durch Übertragung mütterlicher Antikörper im Mutterleib vor Influenzaviren.

Der aktuelle Grippe-Impfstoff

In der kommenden Influenza-Saison 2025/2026 sind alle Impfstoffe wieder trivalent und damit den Empfehlungen der WHO angepasst. Grund für diese Entscheidung ist, dass die Influenza-B-Yamagata-Linie weltweit in den letzten Jahren nur noch vereinzelt nachgewiesen wurde. Da das Virus nicht mehr zirkuliert, konnte diese Komponente aus den Influenza-Impfstoffen herausgenommen werden. 

Impfung gegen Hib-Infektionen

Die Hib-Impfung trägt dazu bei, Kinder vor gefährlichen Hib-assoziierten Pneumonien zu schützen. Die STIKO empfiehlt eine Grundimmunisierung im Säuglingsalter gegen das Bakterium parallel zur Pneumokokken-Impfung. Die Grundimmunisierung wird nach einem 2+1-Impfschema durchgeführt und soll möglichst ab dem vollendeten zweiten Lebensmonat begonnen und spätestens mit elf Monaten abgeschlossen werden – vorzugsweise mit dem Sechsfachimpfstoff, der sich neben Hib noch gegen Tetanus, Diphtherie, Poliomyelitis (Polio), Pertussis und Hepatitis B richtet.

Impfung gegen RSV-Infektionen

Alle Neugeborenen und Säuglinge sollen eine Prophylaxe zum Schutz vor RSV in Form einer passiven Immunisierung mit dem monoklonalen Antikörper Nirsevimab als Einmaldosis erhalten. Säuglinge, die zwischen April und September geboren sind, sollen den Antikörper vor ihrer ersten erlebten RSV-Saison – diese dauert üblicherweise von Oktober bis März –bekommen. Neugeborene, die während der bereits begonnenen RSV-Saison geboren werden, sollen die Prophylaxe möglichst rasch nach der Geburt erhalten, idealerweise bei der Entlassung aus der Geburtseinrichtung beziehungsweise bei der Vorsorgeuntersuchung U2, die am dritten bis zehnten Lebenstag durchgeführt wird.

Nirsevimab ist ein Antikörper, der nach Verabreichung einen sofortigen Schutz gegen RSV-Erkrankungen bietet und bei zeitgerechter Gabe über die gesamte erste RSV-Saison schützt. Der Antikörper ist sicher und wird in der Regel gut vertragen. Die Einmaldosis beträgt bei Neugeborenen beziehungsweise Säuglingen mit einem Körpergewicht unter fünf Kilogramm (kg) 50 Milligramm (mg) und bei Säuglingen mit einem Körpergewicht über fünf kg 100 mg. Die RSV-Prophylaxe kann gleichzeitig mit oder in beliebigem Abstand zu den im Säuglingsalter von der STIKO empfohlenen Standardimpfungen verabreicht werden.

Allen Menschen ab 75 Jahren rät die STIKO zu einer einmaligen RSV-Impfung mit einem proteinbasierten RSV-Impfstoff. Sie sollte vor der RSV-Saison ­– im Spätsommer/Herbst – erfolgen. Menschen ab 60 Jahren mit einer schweren Grunderkrankung oder Personen, die in einer Einrichtung der Pflege leben und ein erhöhtes Risiko für einen schweren RSV-Krankheitsverlauf haben, sollen ebenfalls eine einmalige RSV-Impfung bekommen.

Impfung gegen COVID-19

Für die Impfung empfiehlt die STIKO zugelassene mRNA- sowie proteinbasierte Impfstoffe mit einer jeweils von der WHO empfohlenen Variantenanpassung. Geimpft werden sollen alle Personen im Alter von 18 bis 59 Jahren bei unvollständiger Basisimmunität.

Eine Basisimmunität wird durch mindestens drei SARS-CoV-2-Antigenkontakte erreicht. Dabei kann es sich um COVID-19-Schutzimpfungen oder um Ansteckungen mit dem Corona-Virus handeln. Zum Aufbau der Basisimmunität soll nach Ansicht der STIKO mindestens ein Kontakt als Impfung erfolgt sein. Eine Infektion gilt als einer der drei angestrebten Antigenkontakte, wenn der Abstand zu einer eventuell vorangegangen Impfung mindestens drei Monate beträgt.

Umgekehrt sollte nach einer Infektion eine Grundimmunisierung frühestens drei Monate später vervollständigt werden. Fehlende Antigenkontakte sind durch COVID-19-Impfungen zu komplettieren.

Auffrischimpfungen im Herbst sieht die STIKO für folgende Personengruppen vor:

  • über 60-Jährige,
  • Personen ab sechs Monaten mit einem erhöhten Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf aufgrund einer Grunderkrankung,
  • Bewohnende von Einrichtungen der Pflege sowie
  • Personen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf in Einrichtungen der Eingliederungshilfe,
  • Personen mit einem erhöhten arbeitsbedingten Infektionsrisiko und direktem Kontakt zu Patientinnen und Patienten oder
  • Bewohnende, Familienangehörige und enge Kontaktpersonen ab dem Alter von sechs Monaten von Personen, bei denen nach einer COVID-19-Impfung keine schützende Immunantwort zu erwarten ist.

Die Autorin versichert, dass keine Interessenkonflikte im Sinne von finanziellen oder persönlichen Beziehungen zu Dritten bestehen, die von den Inhalten dieser Fortbildung positiv oder negativ betroffen sein könnten. 

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