Lungenentzündung: Achtung, lebensgefährlich!
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- 1Pneumonie: Die Lungenentzündung
- 2Wie bekommt man eine Lungenentzündung?
- 3Verlauf & Diagnose
- 4Lungenentzündung behandeln
- 5Vor Lungenentzündungen schützen
- 6Weitere sinnvolle Impfungen
- 7Lernerfolgskontrolle
01. Februar 2026
Pneumonien vorbeugen
Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Waschen und/oder Desinfizieren der Hände sowie einen Mindestabstand von etwa 1,5 Metern in Menschenmengen halten, sind grundlegende Verhaltensweisen, die vor Atemwegsinfektionen und damit vor Lungenentzündungen bewahren. Auch gründliches Lüften von Innenräumen gehört ebenso wie das Tragen von Masken zu den effektiven Schutzmaßnahmen. Vor allem sollten Risikopatienten daran denken, aber auch Gesunde profitieren.
Beim Husten und Niesen sollte die Armbeuge vor Mund und Nase gehalten werden. Mit einer regelmäßigen Mundhygiene lassen sich Keime in der Mundhöhle reduzieren, wodurch sich eine Infektion durch Aspiration vermindern lässt. Ebenso verringert Nicotinverzicht und eine gute Kontrolle chronischer Begleiterkrankungen das Erkrankungsrisiko.
Die Atemwege lassen sich durch spezielle Atemübungen stärken und durch ausreichende Bewegung gut durchlüften. Bewegung fördert ebenso wie weitere gesundheitsfördernde Maßnahmen die Immunabwehr. Vor allem sind genügend Schlaf, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sowie eine eiweiß- und vitaminreiche Ernährung anzustreben.
Wichtig: Impfen!
Als eine der wichtigen Vorsorgemaßnahmen für Risikogruppen gilt das Impfen. Impfungen gegen Influenza und Pneumokokken zählen schon seit langem zu den von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Impfungen. Ebenso eine Impfung gegen das Bakterium Haemophilus influenzae Typ b (Hib).
Wie die Erfahrung der letzten Jahre gezeigt hat, wird in den Herbst- und Wintermonaten zudem eine erhöhte Aktivität bei Infektionen mit dem RS- und dem Coronavirus SARS-CoV-2-Virus beobachtet. Beide Virustypen können schwere Atemwegsinfektionen auslösen, so auch lebensbedrohliche Pneumonien. Um gesund durch die kalten Monate zu kommen, empfiehlt die STIKO daher bestimmten Personenkreisen zudem eine einmalige Impfung gegen RSV beziehungsweise Auffrischimpfungen gegen SARS-CoV-2.
Impfung gegen Pneumokokken-Infektionen
Die STIKO empfiehlt für die Grundimmunisierung im Alter bis zu 24 Monaten ein 2+1-Impfschema. Die Säuglinge erhalten drei Impfdosen im Alter von zwei, vier und elf Monaten. Frühgeborene, die vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche geboren sind, sollten aufgrund des noch nicht ausgereiften Immunsystems nach dem 3+1 Schema geimpft werden, also Impfungen im Alter von zwei, drei, vier und elf Monaten erhalten. Säuglinge und Kleinkinder im Alter zwischen ein und zwei Jahren, die bisher noch nicht geimpft wurden, bekommen als Nachholimpfung zwei Impfstoffdosen im Abstand von mindestens acht Wochen.
Für die Grundimmunisierung kommen bei den Kleinen aufgrund der Unreife des Immunsystems ausschließlich Konjugat-Impfstoffe zum Einsatz. Bei diesen ist das Antigen an ein Proteinträgermolekül gekoppelt, wodurch die Immunreaktion verstärkt wird. Der aktuell von der STIKO empfohlene Konjugat-Impfstoff für Kinder ist 13- (PVC13) oder 15-valent (PVC15). Er schützt zwar nur gegen eine kleine Anzahl der insgesamt über 90 bekannten Pneumokokken-Serotypen. Aber das sind jene Serotypen, die vor der Impfeinführung am häufigsten bei Kindern schwere Pneumokokken-Infektionen ausgelöst haben.
Gesunden Kindern und Jugendlichen im Alter von 2 bis 17 Jahren wird keine weitere Impfung gegen Pneumokokken empfohlen, da das Risiko für eine schwere Pneumokokken-Erkrankung nach dem Alter von zwei Jahren sehr gering ist. Leiden sie aber unter bestimmten chronischen Erkrankungen (siehe RKI-Empfehlungen), erhalten sie eine sequenzielle Impfung, das heißt eine Pneumokokken-Impfung mit zwei unterschiedlichen Impfstoffen.
Diese beginnt in der Regel mit einem Konjugat-Impfstoff (z. B. PCV13) gefolgt von dem Polysaccharid-Impfstoff (PPSV23) nach 6 bis 12 Monaten. Die sequenzielle Impfung kombiniert die bessere Effektivität eines Konjugat-Impfstoffs mit der breiteren Serotypenabdeckung des Polysaccharid-Impfstoffs.
Chronisch Kranke, die älter als 18 Jahre sind, sollen einmalig mit dem seit März 2024 zugelassenen 20-valenten Konjugat-Impfstoff PCV20 geimpft werden. Der „alte“, zuvor bei Erwachsenen angewandte Polysaccharid-Impfstoff (PPSV23) enthält zwar etwas mehr IPD-relevante Serotypen, erzeugt jedoch eine schwächere Immunantwort als Konjugat-Impfstoffe.
Haben die entsprechenden Personen in der Vergangenheit bereits eine sequenzielle Impfung mit PPSV23 erhalten, soll in einem Mindestabstand von sechs Jahren zur letzten PPSV23-Impfung noch eine Impfung mit PCV20 folgen. Durch eine derartige einmalige Boosterung mit dem Konjugat-Impfstoff lässt sich die Immunantwort verstärken.
Ebenso sollen alle Personen ab einem Alter von 60 Jahren eine einmalige Impfung gegen Pneumokokken mit PCV20 erhalten. Auch hier gilt: Sollten diese Personen nach den alten Impfempfehlungen zuvor bereits mit PPSV23 geimpft worden sein, sehen die STIKO-Empfehlungen auch für sie nach einem Mindestabstand von sechs Jahren nach der letzten PPSV23-Impfung eine einmalige Impfung PCV20 zur Verstärkung der Immunantwort vor.
Eine generelle Empfehlung zur Auffrischung für Ältere ab 60 Jahren gibt die STIKO gegenwärtig nicht, da derzeit noch keine Daten zur Notwendigkeit von Wiederholungsimpfungen nach der Impfung mit PCV20 vorliegen.











