Eine erkältete Frau liegt auf dem Sofa eingekuschelt und sieht fern. Vor ihr stehen Taschentücher, eine Medikamentenpackung und Gummibärchen auf dem Sofatisch.KI-generiert/GVH/UZV
Sich wenn man krank ist und Antibiotika einnimmt mit Süßigkeiten trösten? Das könnte eine ungünstige Kombination für das Darmmikrobiom sein.

Mikrobiom

ANTIBIOTIKA: ZUCKER MACHT SIE NOCH SCHÄDLICHER FÜR DEN DARM

Wer Antibiotika einnimmt, könnte durch reduzierten Zucker-Konsum seinen Darm schützen. Entsprechende Hinweise dafür fanden Forschende aus den USA. Das Mikrobiom scheint besonders auf die Kombination empfindlich zu reagieren.

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Dass Antibiotika und viel Zucker gleichermaßen unseren Darm belasten, ist nicht neu. Kombiniert man aber die Antibiotika auch noch mit größeren Mengen an zuckerhaltigen Lebensmitteln, leidet das Darm-Mikrobiom möglicherweise besonders.

Studien geben entsprechende Anhaltspunkte, allerdings reichen die Erkenntnisse noch nicht für eine allgemeine Empfehlung. Das Team ist sich aber sicher: Weil unsere Darmbakterien auch die Wirksamkeit einer Krebsbehandlung beeinflussen können, macht weitere Forschung Sinn.

Antibiotika plus Zucker: Vielfalt im Darm adé

Dass während einer Antibiotika-Therapie Zucker dem Darm besonders zusetzt, zeigt ein Team um Marcel van den Brink vom Krebsforschungszentrum City of Hope in Kalifornien und Anqi Dai vom Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York. Gemeinsam untersuchten sie 173 Betroffene von Leukämie, die während ihrer Behandlung im Krankenhaus täglich Stuhlproben abgaben und ihre Ernährung präzise protokollierten.

Vor und während Stammzelltransplantationen erhalten an Krebs erkrankte Personen meist über Wochen Antibiotika. Dass hoher Zuckerkonsum den Darm dann besonders belastet, zeigen die gefundenen Ergebnisse deutlich.

Denn bei den behandelten Personen, die während der Antibiotika-Therapie mehr Zucker zu sich nahmen, schrumpfte die Vielfalt der Darmbakterien besonders stark. Während der Einnahme von Antibiotika sank pro 100 Gramm Zucker, die zusätzlich konsumiert wurden, die Artenvielfalt im Darm um 24 Prozent. Aber nicht nur das: Der Schadkeim Enterococcus faecium breitete sich bei diesen Personen auch besonders stark aus.

Mikrobiom leidet besonders unter der Kombination

Das Mikrobiom im Darm enthält unzählige Keime. Antibiotika schädigen Nützlinge, während zusätzlicher Zucker vor allem den Enterokokken zugutekommt, die sich dann im Darm ausbreiten. Die pathogenen Bakterien begünstigen bei Transplantationen (zum Beispiel bei Krebserkrankungen) das Auftreten schwerer Komplikationen wie Blutstrominfektionen oder unkontrollierten Immunreaktionen. Ist das Mikrobiom gestört, sprechen Behandelte oft auch schlechter auf die Krebstherapie an.

Um zu prüfen, ob die unheilige Allianz zwischen Antibiotika und Zucker den Darm auch ohne eine bestehende Krebstherapie besonders beeinflusst, führten die Forschenden Untersuchungen an gesunden Mäusen durch. Auch bei diesen vermehrten sich die Enterokokken besonders stark unter der Kombination von Antibiotika und Zucker, während die Vielfalt im Darm durch zuckerreiche Nahrung allein nicht sank. Antibiotika allein schädigten das Mikrobiom ebenfalls nicht so stark.

Unter Antibiotika weniger Zucker: Darm könnte profitieren

Unter Antibiotika zuckerärmer zu essen, um den Darm zu schützen, kann man für sich ausprobieren. Für eine allgemeine Empfehlung ist es den Forschenden zufolge aber noch zu früh. Welche Auswirkungen die Ernährung auf das Mikrobiom hat und wie genau es wiederum den Erfolg einer Krebstherapie beeinflusst, sollte aber weiter erforscht werden, findet das Team.

Quellen:
https://wissenschaft.de/artikel/zucker-macht-antibiotika-noch-schaedlicher-fuer-die-darmflora
Dai, A., Ballweg, A., Jogia, W. et al.: „Sugar-rich foods exacerbate antibiotic-induced microbiome disruption“, Nature, 30. September 2026. https://www.nature.com/articles/s41586-026-11077-3

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