Beziehungsfragen
KONFLIKTE IN DER PARTNERSCHAFT: KIND, HAUS, HOCHZEIT
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Dass zwei Menschen sich finden, ihr jeweiliges Leben miteinander verbringen wollen, sich verstehen und vieles teilen – das ist nicht selbstverständlich. Viele würden das wohl als großes Glück bezeichnen. Doch was, wenn Uneinigkeit über zentrale Fragen herrscht? Er will Kinder, sie findet das Leben zu zweit wunderbar; sie will heiraten, er wüsste nicht, wozu. Genau an diesen Punkten entstehen Konflikte in der Partnerschaft.
Ist die schöne Beziehung dann zum Scheitern verurteilt? „Nein, denn in Paarbeziehungen geht es immer darum, unterschiedliche Bedürfnisse auszubalancieren, ohne sich dabei selbst zu verlieren“, sagt Diplom-Psychologin Simone Jank. Nur wenn man das nicht hinbekomme, würden Konflikte in der Partnerschaft irgendwann zur Trennung führen.
Unterschiedliche BedĂĽrfnisse in der Partnerschaft
Unterschiedliche Bedürfnisse gehören zu jeder Beziehung dazu – Konflikte in der Partnerschaft sind deshalb noch kein Alarmsignal. Bevor es zur Trennung kommt, kann man als Einzelperson sowie als Paar noch einiges tun. „Nirgends erleben Menschen ein größeres persönliches Wachstum als in Beziehungen“, sagt Simone Jank.
Reibung sei auch immer eine Chance. Der erste Schritt fĂĽhrt dabei nach innen:
„Zuerst würde ich mich deshalb fragen: Ist etwas wirklich mein Bedürfnis oder ist es eher sozialer Druck, den ich da spüre?“
Wer unterschiedliche Bedürfnisse sortieren möchte, prüft also zuerst den eigenen Wunsch.
Mehr zum Kinderwunsch:
Kinderwunsch in der Beziehung: Diese Fragen helfen
Und wenn es auch nach diesem Check dabei bleibt: Einer will, einer nicht? Ob es um einen Kinderwunsch in der Beziehung geht, um ein Haus oder um die Hochzeit – laut Simone Jank kann man sich dann folgende Fragen stellen:
- Wie weit kann ich mitgehen, und was brauche ich dafĂĽr?
- Worauf kann ich verzichten, und welchen Kompromiss brauche ich dafĂĽr?
- Wie wĂĽrde das Leben ohne Kind/Haus/Hochzeit aussehen? Und wie mit?
Und dann muss das Paar sprechen – und absolut ehrlich miteinander sein. Einander Fragen stellen, gemeinsam Optionen abklopfen: Gerade beim Kinderwunsch in der Beziehung führt daran kein Weg vorbei.
Denn wenn eine Partei ihre Bedürfnisse einfach um der Beziehung willen übergehe, seien Wut und Groll eine häufige Folge. „Und das ist dann ganz schlecht“, sagt Simone Jank. Dann werden aus unterschiedlichen Bedürfnissen dauerhafte Konflikte in der Partnerschaft.
Trennung oder Kompromiss – was Paare klären sollten
Vor der Frage Trennung oder Kompromiss stehen viele Paare irgendwann. Bei der Suche nach einem gemeinsamen Weg können auch Therapeut*innen helfen. „Das zu zweit zu machen, ist immer gut. Aber wenn die Bereitschaft fehlt, gern auch allein“, sagt Jank.
Kommt ein Paar bei grundsätzlichen Fragen trotz allem gar nicht zusammen, führt an einer Trennung manchmal einfach kein Weg vorbei.
In so einer Situation stellt sich oft die Frage: Was ist, wenn das ein großer Fehler ist? „Vertrauen Sie in den Entscheidungsprozess“, sagt Simone Jank. Die Übergangsphase sei stressig und koste viel Energie.
„Ist die Entscheidung aber einmal gefallen, sind die meisten Menschen tatsächlich erleichtert.“
Quelle: dpa












