Pille und Pille Danach
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Pille und Pille Danach: Sicher beraten, sicher verhüten

Auch wenn sie bis heute weltweit eines der am meisten verwendeten Verhütungsmittel ist, verliert sie in Deutschland seit einigen Jahren an Beliebtheit. Die Rede ist von der Pille. Warum ist das so? Und welche Alternativen bieten eine ähnliche Sicherheit?

22 Minuten

Die Pille absetzen: Warum?

Gründe für das Absetzen der Pille gibt es viele. Nicht immer steckt ein Kinderwunsch dahinter. Immer mehr Frauen wollen keine Hormone einnehmen. Während 2015 noch 44 Prozent der gesetzlich versicherten Frauen unter 20 Jahren die Pille verordnet bekommen haben, waren es 5 Jahre später lediglich 33 Prozent – so eine Auswertung der Techniker Krankenkasse.

Die rückläufige Nutzung der Pille zeigt sich auch in der repräsentativen Wiederholungsbefragung zum Verhütungsverhalten Erwachsener 2023der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Demnach verwendeten im Jahr 2023 lediglich 38 Prozent die Pille, im Jahr 2007 waren es noch 55 Prozent der Befragten. Insbesondere sind jüngere Befragte Hormonen gegenüber kritisch eingestellt. Bei den 18- bis 29-Jährigen ist der Anteil der Pillennutzerinnen innerhalb von 12 Jahren von 72 auf 46 Prozent gesunken.

Aber auch immer mehr Frauen, die zuerst hormonell verhütet haben, setzen die Pille ab. Die einen werden pillenmüde, weil sie ihre Weiblichkeit und damit ihren Zyklus spüren wollen – ein Trend der heutigen Zeit. Andere haben Angst, dass die Pille zu Stimmungsschwankungen, Depression, Übergewicht und sexueller Unlust führe. Wie die Umfrage der BZgA zeigt, gaben 61 Prozent der rund 1000 Befragten an, dass sie glaubten, eine Verhütung mit Hormonen habe negative Auswirkungen auf Körper und Seele. Im Jahr 2018 waren es nur 48 Prozent.

So läuft das Absetzen

Bei vielen verläuft die Umstellung problemlos. In der Regel haben sich die Hormone der Pille sechs Wochen nach Absetzten im Körper abgebaut und der natürliche Zyklus springt schnell wieder an. Gynäkologen raten dennoch, einen möglichst ruhigen Zeitpunkt für das Absetzen zu wählen. Dann kann sich der Körper besser wieder auf den eigenen Rhythmus einpendeln. Aber genau hier beginnt der Knackpunkt.

Viele Frauen wissen gar nicht mehr so genau, wie ihr natürlicher Rhythmus war und mit welchen Beschwerden ihr Zyklus vor der hormonellen Verhütung gegebenenfalls einherging. Typische Umstände wie schmerzende Brüste (Mastodynie), starke Krämpfe (Dysmenorrhö), Akne oder Zyklusstörungen sind keine Spätfolgen der Pille, wie manche annehmen. Sondern sie stellen sich dann ohne Einnahme der Pille wieder ein.

Es ist auch ein Mythos, dass es etwa ein Jahr dauert, bis eine Frau wieder schwanger werden kann. Vielmehr kann bereits vor der ersten natürlichen Blutung eine Befruchtung stattfinden.

Absetzen für den Kinderwunsch

Frauenärzte raten Frauen mit Kinderwunsch, die die Pille absetzen und nach drei Monaten noch keine Menstruation haben, sich in einer gynäkologischen Praxis vorzustellen. Dann sollte medizinisch abgeklärt werden, wieso die Monatsblutung noch nicht zurückgekehrt ist. Häufig ist nicht das Absetzten der Pille für ein Ausbleiben der Menstruation oder unregelmäßige Zyklen verantwortlich. Vielmehr spielen hormonelle Probleme wie eine Schilddrüsenfunktionsstörung oder erhöhte Testosteronwerte eine Rolle. Auch Untergewicht oder Stress wirken sich negativ aus.

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