Pille und Pille Danach
PTA-Fortbildung

Pille und Pille Danach: Sicher beraten, sicher verhüten

Auch wenn sie bis heute weltweit eines der am meisten verwendeten Verhütungsmittel ist, verliert sie in Deutschland seit einigen Jahren an Beliebtheit. Die Rede ist von der Pille. Warum ist das so? Und welche Alternativen bieten eine ähnliche Sicherheit?

22 Minuten

Nicht-hormonelle Verhütungsmethoden

Es stehen mehrere hormonfreie Möglichkeiten zur Verfügung, die allerdings meist weniger sicher als hormonelle Kontrazeptiva sind. Dabei hängt die Sicherheit nicht-hormoneller Verhütungsmethoden entscheidend von ihrer korrekten Handhabung ab. Unter den verschiedenen Verhütungsmethoden gibt es große Sicherheitsunterschiede, wie der PI zeigt. Um die Zuverlässigkeit des Empfängnisschutzes zu erhöhen, ist es ratsam, verschiedene Methoden zu kombinieren.

Kondom (PI 2 bis 12) und Femidom (PI 5 bis 25)

Es ist unter den mechanischen Verhütungsmitteln der Klassiker. Es bietet wie das Femidom, das Kondom für die Frau, den Vorteil, zusätzlich vor sexuell übertragbaren Erkrankungen zu schützen. Kondome sind daher eine empfehlenswerte Methode für Menschen, die nicht in einer festen Partnerschaft leben.

Mit 53 Prozent wird das Kondom heute erstmals häufiger als die Pille zur Verhütung eingesetzt (laut Umfrage BZgA 2023). Das Femidom wird deutlich seltener angewendet, zumal es vergleichsweise kompliziert innerhalb der Vagina zu platzieren ist.

Während das Femidom allerdings meist latexfrei ist und daher mit Gleitmitteln oder Spermiziden problemlos kombiniert werden kann, machen Zubereitungen auf Fett- oder Ölbasis herkömmliche Kondome aus Latex porös. Latexkondome erfordern daher eine Kombination mit Gleitgelen auf Wasser- oder Silikonbasis.

Spermizide (PI 3 bis 21)

Sie stehen als Schaum, Spray, Gel, Salbe oder Zäpfchen zur Verfügung. Es sind chemische Verhütungsmethoden, die mithilfe von Nonoxiol-9, Milch- und Zitronensäure die Spermien abtöten oder ihre Beweglichkeit hemmen. Aufgrund ihres hohen PI eignen sie sich vor allem als zusätzliche Verhütungsmaßnahme. Sie werden beispielsweise bei Verwendung eines Diaphragmas oder einer Portiokappe angeraten.

Diaphragma (PI 1 bis 20)

Es wird vor dem Geschlechtsverkehr vor dem Muttermund platziert und darf erst sechs bis acht Stunden danach wieder entfernt werden. Nach Gebrauch wird es immer gereinigt. Sind Risse zu sehen, muss es sofort ausgetauscht werden, ansonsten ist ein Wechsel spätestens nach fünf Jahren erforderlich. Diaphragmen sind in verschiedenen Größen erhältlich und müssen vom Frauenarzt individuell angepasst werden.

Portiokappe (PI 6 bis 30)

Im Gegensatz zum Diaphragma verbleibt eine Portiokappe während der gesamten blutungsfreien Zeit in der Vagina. Auch sie wird vom Arzt angepasst, später dann von der Frau selbst nach dem Ende der Monatsblutung eingesetzt und kurz vor dem Einsetzten der nächsten Blutung entfernt.

Kupferspirale (PI 0,9 bis 3)

Auch sie erfordert den Gang zum Gynäkologen. Er legt das Intrauterinpessar während der Regelblutung in die Gebärmutter ein, wo sie je nach Präparat drei bis zehn Jahre verbleiben kann.

Zum einen vermindert das Kupfer die Beweglichkeit der Spermien derart, dass sie nicht mehr in der Lage sind, die Eizellen zu befruchten. Zum anderen verändert es den Schleim von Gebärmutter und Eileiter, was Spermien den Weg zur Eizelle erschwert. Und drittens wirkt die Kupferspirale so auf die Gebärmutterschleimhaut, dass sich eine befruchtete Eizelle nicht einnisten könnte. 

Methoden der natürlichen Familienplanung

Natürliche Methoden zur Empfängnisverhütung werden immer beliebter, zumal es spezielle Minicomputer gibt, die dabei helfen, die fruchtbaren Tage zu identifizieren. Allerdings ist die Kalendermethode (Knaus-Ogino-Methode), bei der versucht wird, auf Basis vergangener Zyklen die Fruchtbarkeit zu bestimmen, sehr unsicher (PI 9).

Vergleichsweise sicher, aber aufwendig ist die Kombination aus Temperatur-Methode (Bestimmung der Basaltemperatur) und Billings-Methode (Begutachtung des Zervixschleims), die symptothermale oder Rötzer-Methode (PI 0,4 bis 1,8) genannt wird.


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