Bluthochdruck
PTA-Fortbildung

Bluthochdruck: Silent Killer

Von Herzinfarkt über Nierenversagen bis zum Schlaganfall – Bluthochdruck kann vielfältige lebensgefährliche Folgen haben. Zwar sind die klassischen Antihypertensiva alle verschreibungspflichtig, Sie können Ihre Kunden bei der Therapie aber unterstützen.

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Nebenwirkungen ansprechen

Ein weiterer Grund für die mangelnde Compliance sind unerwünschte Wirkungen und Begleiterscheinungen, die den Kunden in seinem Wohlbefinden beeinträchtigen. Sprechen Sie typische Nebenwirkungen aktiv an.

So kann es gerade zu Beginn der Therapie vorübergehend zu Schwindel oder Kreislaufbeschwerden kommen, da sich der Körper erst an die niedrigen Blutdruckwerte gewöhnen muss. Zudem tritt unter ACE-Hemmern typischerweise ein trockener Reizhusten auf. Calciumkanalblocker können Knöchelödeme verursachen. Und Diuretika erhöhen die Harnausscheidung. Bei diesen Problemen ist der Hinweis an den Kunden wichtig, dass die Nebenwirkungen nicht einfach durch Absetzen der Medikation selbstständig „behandelt“ werden sollten.

  • Halten Beschwerden an,
  • sind sie stark ausgeprägt
  • oder führen sie zu einer erheblichen Beeinträchtigung im Alltag,

sollte zeitnah eine ärztliche Rücksprache erfolgen, um die Therapie gegebenenfalls anzupassen.

Manchmal kann es helfen, gemeinsam mit dem Kunden einen optimalen Einnahmezeitpunkt zu finden, beispielsweise bei den Entwässerungsmitteln. Das häufige Wasserlassen wird von vielen Kunden als belastend empfunden. Aus Sorge, ständig nach einer Toilette suchen oder nachts häufiger aufstehen zu müssen, verzichten manche lieber auf ihr Medikament. Wenn keine anderen Gründe dagegensprechen, könnte eine Einnahme am frühen Nachmittag die Lösung sein. Dann können die Betroffenen vorher ungestört ihren Aktivitäten nachgehen und werden nachts nicht im Schlaf gestört.

Ängste ernst nehmen

Neben tatsächlich auftretenden Nebenwirkungen spielen auch Ängste und negative Erwartungen eine wichtige Rolle. Manche Kunden haben bereits vor der Einnahme Sorge, das Medikament nicht zu vertragen, oder achten besonders stark auf mögliche Beschwerden. Dies kann dazu führen, dass Nebenwirkungen intensiver wahrgenommen werden oder sogar erst entstehen – der Nocebo-Effekt.

Eine offene Ansprache („Haben Sie Sorgen wegen der Einnahme?“) sowie eine realistische Einordnung von Nebenwirkungen („Die meisten vertragen das Medikament gut.“) können dabei helfen, Unsicherheiten abzubauen. Wichtig ist auch der Hinweis, dass bei Unverträglichkeiten in der Regel alternative Wirkstoffe zur Verfügung stehen und die Therapie individuell angepasst werden kann („Falls Sie mit Husten reagieren, kann Ihnen der Arzt einen anderen Wirkstoff verordnen.“).

Wechselwirkungen und Übertherapie beachten

Auch mögliche Wechselwirkungen sind anzusprechen. Insbesondere nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) können die Wirkung der Antihypertensiva abschwächen, da NSAR wie Ibuprofen oder Diclofenac wirkstoffbedingt eine blutdrucksteigernde Wirkung haben. Gleiches gilt für die Verwendung von abschwellenden Nasensprays und den regelmäßigen Verzehr von Lakritz. Fragen Sie daher gezielt nach der Selbstmedikation und empfehlen Sie gegebenenfalls Alternativen.

Insbesondere bei älteren Kunden sollte zudem auch an eine mögliche Übertherapie gedacht werden. Symptome wie Schwindel beim Aufstehen können auf eine orthostatische Hypotonie hinweisen. In solchen Fällen ist eine ärztliche Überprüfung der Medikation sinnvoll.

Nicht zuletzt sollten Patienten darauf hingewiesen werden, regelmäßige Kontrolltermine beim Arzt wahrzunehmen. Diese dienen nicht nur der Überprüfung des Blutdrucks, sondern auch der Kontrolle wichtiger Laborparameter wie Elektrolyte und Nierenfunktion. Unter einer Therapie mit RAAS-Blockern sollte insbesondere Kalium und unter Thiazid-ähnlichen Diuretika Natrium regelmäßig bestimmt werden.

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