Bluthochdruck: Silent Killer
18 Minuten 1 Punkte
- 1Silent Killer
- 2Ursachen
- 3Leitlinien
- 4Blutdrucksenker
- 5Nebenwirkungen begegnen
- 6Lebensstil
- 7Blutdruck messen
- 8Schwangerschafts-Bluthochdruck
- 9Lernerfolgskontrolle
01. September 2026
Wichtige Antihypertensiva
Zu den wichtigsten Antihypertensiva zählen
- ACE-Hemmer,
- Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten,
- Calciumkanalblocker und
- Diuretika.
ACE-Hemmer wie Captopril, Enalapril, Lisinopril oder Ramipril greifen in das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS) ein, das den Wasser-Elektrolyt-Haushalt und den Blutdruck reguliert. Sie hemmen das Angiotensin-Converting-Enzym und verhindern so die Bildung von Angiotensin II. Dadurch kommt es zu einer Gefäßerweiterung sowie zu einer verminderten Freisetzung von Aldosteron, wodurch vermehrt Natrium und Wasser ausgeschieden werden. Der Blutdruck sinkt.
Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten wie Candesartan, Valsartan, Irbesartan oder Losartan wirken ebenfalls im RAAS, jedoch an anderer Stelle. Sie blockieren den AT₁-Rezeptor von Angiotensin II und verhindern damit dessen gefäßverengende und aldosteronsteigernde Wirkung. Auch hier resultieren eine Gefäßerweiterung und eine Blutdrucksenkung.
Calciumkanalblocker vom Dihydropyridin-Typ wie Amlodipin hemmen spannungsabhängige Calciumkanäle in der glatten Gefäßmuskulatur. Dadurch wird der Calciumeinstrom reduziert, was zu einer Erweiterung der Arterien führt und eine Senkung des Blutdrucks zur Folge hat.
Diuretika, insbesondere Thiazide wie Hydrochlorothiazid sowie Thiazid-ähnliche Diuretika wie Chlortalidon, erhöhen die Ausscheidung von Natrium und Wasser über die Niere. Dies führt zu einer Abnahme des Blutvolumens und damit zu einer Entlastung der Gefäße, wodurch der Blutdruck sinkt. Langfristig tragen sie zusätzlich durch einen gefäßerweiternden Effekt zur weiteren Blutdrucksenkung bei.
Betablocker wie Metoprolol, Bisoprolol, Nebivolol, Atenolol, Propranolol oder Carvedilol spielen heute bei der Bluthochdrucktherapie nur eine untergeordnete Rolle. Sie sind nicht mehr erste Wahl, sondern werden insbesondere bei bestehenden Begleiterkrankungen eingesetzt, etwa bei koronarer Herzkrankheit, nach Myokardinfarkt, bei Herzinsuffizienz oder zur Frequenzkontrolle. Sie werden auch verordnet, wenn andere Wirkstoffe nicht ausreichend wirken oder nicht vertragen werden.
Compliance fördern
Ein häufiges Problem bei der Einnahme von Antihypertensiva ist die mangelnde Therapietreue. Viele Kunden nehmen ihre Präparate nicht regelmäßig ein, insbesondere dann, wenn sie sich beschwerdefrei fühlen. Dahinter steckt häufig der Irrglaube, sie hätten ihren Bluthochdruck geheilt oder ausreichend „im Griff“, solange keine Symptome auftreten. Sie gehen davon aus, dass sie ihre Medikamente nur benötigen, wenn Beschwerden wie Schwindel, Sehstörungen, starke Kopfschmerzen oder einzelne erhöhte Blutdruckwerte auftreten.
In der Beratung sollten Sie daher gezielt aufklären, dass ein Bluthochdruck in der Regel nicht heilbar ist, sondern eine lebenslange konsequente Therapie erfordert. Der Kunde muss verstehen, dass gerade die Beschwerdefreiheit den Bluthochdruck so gefährlich macht, da bereits unbemerkt Gefäß- und Organschäden entstehen und fortschreiten können.
Antihypertensiva werden daher nicht symptomorientiert, sondern unabhängig von akuten Beschwerden eingenommen. Sie dienen in erster Linie der Vorbeugung von Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Niereninsuffizienz und müssen deshalb regelmäßig und dauerhaft eingenommen werden – egal, ob sich der Betroffene subjektiv gesund fühlt oder ob er Symptome verspürt. Ein eigenständiges Absetzen sollte unbedingt vermieden werden.
Hilfreich sind verständliche Formulierungen im Beratungsgespräch, die dem Kunden den Sinn von Bluthochdruckmitteln erklären, etwa „Sie nehmen das Medikament nicht, weil Sie sich schlecht fühlen, sondern damit es gar nicht erst dazu kommt.“ Oder
„Ein normaler Blutdruck bedeutet nicht, dass keine Therapie mehr notwendig ist. Er ist vielmehr das Ergebnis einer wirksamen Behandlung.“
Praktische Tipps für den Alltag
Die Kunden sollten auch wissen, dass einzelne Messwerte – egal ob erhöht oder normal – nicht die Notwendigkeit der Therapie bestimmen. Stattdessen ist der Hinweis wichtig, dass regelmäßiges Blutdruckmessen entscheidend ist. Denn nur so entsteht ein verlässliches Blutdruckprofil, das eine sinnvolle ärztliche Beurteilung ermöglicht. Die Empfehlung zur Heimselbstmessung sowie die Nutzung eines Blutdruckpasses können den Therapieerfolg unterstützen und die Eigenverantwortung der Kunden stärken.
Praktische Tipps wie feste Einnahmezeiten, die Kopplung an tägliche Routinen wie zum Beispiel Zähneputzen oder die Nutzung von Dosiersystemen ergänzen das Beratungsgespräch und helfen vielen Kunden, die Einnahme dauerhaft in ihren Alltag zu integrieren. Ebenso kann der Hinweis auf Fixkombinationen die Therapietreue unterstützen. Denn sie reduzieren die Tablettenanzahl reduziert und vereinfachen so die Einnahme.











